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Zwiespältiges zweites Quartal für Versicherer

2.10.2026 – Österreichs Versicherer haben im zweiten Quartal erneut ein höheres Prämienvolumen erwirtschaftet. Höhere Kapitalerträge konnten die gestiegenen Schadenbelastungen nicht kompensieren, was zum Rückgang des Ergebnisses der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit geführt hat.

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Österreichs Versicherer haben sich im zweiten diesjährigen Quartal trotz einer höheren Schadensbelastung resilient gezeigt. Das geht aus dem „Quartalsbericht Versicherungen“ der Finanzmarktaufsicht (FMA) hervor.

Insgesamt sei die Prämienentwicklung positiv geblieben, was eine weiterhin hohe Nachfrage nach Versicherungs- und Vorsorgeprodukten zeige. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum stieg das Prämienvolumen um 3,7 Prozent auf 6,17 Milliarden Euro.

Treiber der Prämienentwicklung war mit einem Plus von 8,3 Prozent auf Jahressicht erneut die Krankenversicherung. Sehr starkes Wachstum verzeichneten mit 11,1 Prozent fonds- und Indexgebundene Produkte in der Lebensversicherung, Einmalerläge erhöhten sich um 9,2 Prozent.

Höhere Schäden, weniger Gewinn

Aufwendungen für Versicherungsfälle stiegen insgesamt von 4,29 Milliarden Euro im zweiten Vorjahresquartal auf 4,74 Milliarden. Die höchsten Steigerungen gab es dabei in der Schaden-/Unfallversicherung mit einem Plus von 16 Prozent auf 2,56 Milliarden Euro.

Die Combined Ratio verbesserte sich zwar gegenüber dem Vorquartal von 98,5 auf 95,1 Prozent, blieb damit aber deutlich über dem Wert des zweiten Vorjahresquartals (90,2 Prozent). Die Schadenquote stieg auf 63,9 Prozent (Q1/2026: 61,7 Prozent, Q2/2025: 58,3 Prozent).

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) reduzierte sich gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 5,7 Prozent auf 1.287,9 Millionen Euro. Starke Steigerungen in der Lebensversicherung glichen Rückgänge bei Kranken- sowie Schaden-/Unfallversicherung teilweise aus.

Trotz eines weiterhin soliden Ertragsniveaus zeige sich, dass die zunehmende Kosten- und Schadenbelastung nicht vollständig ausgeglichen werden kann, betont die FMA. Zudem seien die Sachsparten im Speziellen durch Naturereignisse betroffen.

Kapitalstärke

Die Rendite der Kapitalanlagen stieg auf 4,2 Prozent, nachdem sie sowohl im ersten heurigen als auch im zweiten Quartal des Vorjahres bei 4,1 Prozent gelegen war. Die stabilen Kapitalerträge aufgrund des aktuellen Zinsniveaus hätten die Belastung durch höhere Schäden zum Teil kompensiert, so die FMA.

Die Zeitwerte der Kapitalanlagen erhöhten sich auf 111,5 Milliarden Euro; das bedeutet einen Anstieg um 2,5 Prozent gegenüber dem ersten Quartal und um 2,4 Prozent seit Jahresbeginn. Stille Reserven wuchsen auf 16,84 Milliarden (+9,6 Prozent gegenüber Q1, +3,7 Prozent seit Ultimo 2025).

Die finanzielle Stärke der Branche, gemessen am Solvabilitätsgrad, sei im Median auf 265,8 Prozent gestiegen, was einen der höchsten Werte in Europa bedeute, so die FMA. Ende März war sie bei 261,6 Prozent gelegen, zu Jahresende 2025 aber noch bei 279,8 Prozent.

Auswirkungen der Klimaänderung

Noch nicht in den Zahlen zum zweiten Quartal seien die Schäden durch die ungewöhnlich starke sommerliche Dürre in Mitteleuropa enthalten; diese würden erst ab dem dritten Quartal wirksam werden.

Der fortschreitende Klimawandel stelle für Versicherer eine Herausforderung dar, da klimarelevante Sektoren verstärkt von Transitionsrisiken betroffen seien. Etwa ein Viertel der von den Versicherungsunternehmen direkt oder über Fondsinvestments gehaltenen Vermögenswerte seien klimarelevant.

Die FMA überwache deshalb seit 2019 systematisch die Exponierung der Versicherungswirtschaft gegenüber Risiken, „die mit dem Übergang zu einer CO2-neutrale(re)n Wirtschaft verbunden sind“, heißt es dazu im Quartalsbericht.

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Schlagwörter zu diesem Artikel
Lebensversicherung · Solvabilität · Versicherungsaufsicht
 
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