23.9.2026 – Erste und Imas haben Österreichs Klein- und Mittelunternehmen nach ihrer Stimmung, nach Problemfeldern und Chancen gefragt. Grundsätzlich wäre Optimismus vorhanden, allerdings listen die Befragten mehrere Stolpersteine auf – teils mit großer Mehrheit. (Bild: Screenshot/Lampert)

Zwei Drittel (65 Prozent) der kleinen und mittleren Unternehmen blicken für sich sehr oder eher optimistisch auf die nächsten zwei bis drei Jahre; ein Wert, der ziemlich genau auf dem Niveau von vor zwei Jahren liegt (Jänner/Februar 2024: 66 Prozent).
Dies geht aus der „KMU-Studie 2026“ der Erste Bank der österreichischen Sparkassen hervor. Für dieses hat das Marktforschungsinstitut Imas österreichweit 900 Interviews mit KMU mit Jahresumsätzen von 2 bis 50 Millionen Euro durchgeführt (davon 506 mit Unternehmen mit Umsätzen bis 5 Millionen Euro).
„Die vergangenen Jahre haben Unternehmen enorm gefordert. Umso bemerkenswerter ist es, dass zwei Drittel der heimischen KMU weiterhin optimistisch bleiben“, kommentiert Erste-CEO Gerda Holzinger-Burgstaller, die Zahlen. „Der Unternehmergeist ist stärker als die Krisenstimmung.“
Im etwas längerfristigen Vergleich ist der Optimismus allerdings zurückgegangen. Die entsprechenden Werte waren bei den Umfragen im April/Juni 2022 (74 Prozent) und im März 2020 (79 Prozent) höher.
Hinzukommt, dass viele Unternehmen berichten, sich heute schwerer zu tun: 52 Prozent sagten, ihr Marktumfeld sei heute schwieriger als noch vor zwei, drei Jahren. Für 42 Prozent ist es gleichgeblieben, für 6 Prozent einfacher geworden.
Etwas mehr als die Hälfte beurteilt den Wirtschaftsstandort Österreich im EU-Vergleich kritisch und hält die Rahmenbedingungen hierzulande eher für schlechter als in anderen Ländern der Union.
Besondere „Herausforderungen“ sehen KMUs vor allem in Regulierung und Bürokratie; drei Viertel der KMU empfinden das Ausmaß der Regulierung als zu hoch.
Gerade für Kleinbetriebe, die nicht über Fachpersonal wie Großunternehmen verfügen, sei dies eine Hürde, sagte Erste-Unternehmenskundenvorstand Daniel Rath. Dabei gehe es nicht nur um Bürokratie an sich, sondern um Planbarkeit und Planungssicherheit.
Weitere Herausforderungen, die in der Umfrage genannt wurden: Energiepreise, Personalkosten, Fachkräftemangel, Finanzierungskosten und technologische Veränderungen – Stichwort KI.
Apropos künstliche Intelligenz: 34 Prozent gaben an, KI sei für ihr Unternehmen wichtig. Zwei Jahre zuvor hatten die Frage, ob KI überhaupt genutzt wird, 19 Prozent bejaht.
Wo sehen die Befragten die größten Chancen für die heimische Wirtschaft und das eigene Unternehmen?
63 Prozent nennen „Digitalisierung und Automatisierung“, fast ebenso viele (61 Prozent) Forschung und Innovation. 53 Prozent sehen in „Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und grünen Innovationen“ große Chancen.
57 Prozent der Klein- und Mittelunternehmen planen in den nächsten Jahren Investitionen, 41 Prozent wollen neue Märkte erschließen.
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