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Landwirtschaft: Auf Trockenheit folgen Unwetterschäden

8.5.2026 – Der April war in Österreich überdurchschnittlich warm, die Niederschläge – auch im Dreimonatsmittel seit Februar – unterdurchschnittlich, meldet das Umweltministerium. Für die Landwirtschaft würden Trockenperioden zunehmend zur Herausforderung, heißt es weiter. Das gelte auch für Extremwetterereignisse. Die Hagelversicherung berichtete von Unwettern, die in Oberösterreichs Landwirtschaft am Mittwoch 1,5 Millionen Euro Schaden verursachten.

Österreichs Land- und Forstwirtschaft stehe „unter massivem Druck“, ließ das Landwirtschafts- und Umweltministerium Mitte der Woche wissen. Der Hintergrund ist in diesem Fall nicht wirtschaftlicher, sondern klimatischer Art.

Die vergangenen Monate seien durch wiederkehrende Niederschlagsdefizite geprägt gewesen. „Der April reiht sich in eine Phase mit unterdurchschnittlichen Niederschlägen ein. Entsprechend zeigen sich derzeit niedrige Abflüsse und Grundwasserstände“, sagte Umweltminister Norbert Totschnig.

Überdurchschnittlich warm, unterdurchschnittlich nass

Die durchschnittliche Lufttemperatur lag im April laut Ministerium mit knapp 8 °C um 1,3 °C über dem Mittel der Klimanormalperiode 1991–2020. Gleichzeitig sei im Österreich-Mittel mit rund 24 mm nur etwa ein Drittel des langjährigen mittleren Monatsniederschlags gemessen worden.

Auch im Dreimonatsmittel – Februar bis April – sei die Niederschlagssituation mit einem Defizit von rund 32 Prozent unterdurchschnittlich ausgefallen.

In Bezug auf Oberflächengewässer seien deshalb an rund 75 Prozent der Pegelmessstellen Werte im niedrigen bis sehr niedrigen Bereich gemessen worden. Hochwasserereignisse wurden nicht beobachtet.

Ähnlich ist es beim Grundwasser: Der Anteil der Messstellen mit niedrigen Ständen sei von rund 65 Prozent Ende März auf knapp über 70 Prozent Ende April gestiegen. Eine kurzfristige, spürbare Änderung der Grundwassersituation sei derzeit nicht zu erwarten.

Trockenheit und Extremwetter zunehmend herausfordernd

Unwetter am Mittwoch: Hagelschaden an Raps in Oberösterreich (Bild: Österr. Hagelversicherung)
Unwetter am Mittwoch: Hagelschaden an Raps
in Oberösterreich (Bild: Österr. Hagelversicherung)

„Anhaltende Trockenperioden sowie häufigere Extremwetterereignisse stellen vor allem die Landwirtschaft vor zunehmende Herausforderungen“, so das Ministerium.

Als wesentliche Maßnahmen zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit nennt Totschnig unter anderem „Investitionen in die betriebliche und überbetriebliche Bewässerung, wobei unter anderem Investitionskosten in die Bewässerung, Wasserspeicherung, -rückhaltung und -aufbereitung gefördert werden“.

Aktuell sieht das Ministerium keine flächendeckende Wasserknappheit nahen. Es zeige sich aber, dass es „regional und zeitlich zu Engpässen kommen“ könne. „Entscheidend“ seien Vorsorge und verantwortungsvoller Umgang mit Wasser.

2025 seien unter anderem 330 km Wasserleitungen neu errichtet und 376 km Wasserleitungen saniert worden. Für 2026 seien erste neue Genehmigungen für über 900 Wasserprojekte zugesichert worden.

Unwetter: 1,5 Millionen Euro Schaden in der Landwirtschaft

Während auf der einen Seite über Trockenheit geklagt wird, gibt es anderswo zu viel Wasser. Mit zuletzt hohen Temperaturen seien am Mittwoch heftige Unwetter nach Oberösterreich gekommen, berichtet die Österreichische Hagelversicherung.

Besonders stark betroffen gewesen sei der Bezirk Ried im Innkreis. „Hagel mit einer Größe von bis zu drei Zentimetern, begleitet von Starkregen, Abschwemmungen und Verschlämmungen, verursachte erhebliche Schäden auf landwirtschaftlichen Flächen.“

Vor allem Wintergetreide, Raps sowie Grünland wurden in Mitleidenschaft gezogen. Die Hagelversicherung beziffert den Gesamtschaden mit 1,5 Millionen Euro.

„Die aktuellen Unwetter zeigen einmal mehr, dass mit zunehmender Hitze auch die Gefahr von Wetterextremen steigt“, so der oberösterreichische Landesdirektor Wolfgang Winkler.

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Elementarschaden · Unwetter
 
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