1.9.2026 – Rund 11.300 Menschen müssen in Österreich pro Jahr wegen eines Wanderunfalls ins Spital, meldet das KFV. Etwa ein Viertel der Unfälle passiere im September und Oktober. Der Österreichische Bergrettungsdienst registriert seit Jahren steigende Einsatzzahlen. 2025 rückte er fast 11.000-mal aus.

Im Zeitraum 2023 bis 2025 mussten in Österreich pro Jahr durchschnittlich rund 11.300 Personen nach Wanderunfällen im Krankenhaus behandelt werden. Rund 24 Prozent der Unfälle ereignen sich allein im September und Oktober. Stürze sind mit 94 Prozent die häufigste Unfallursache.
Dies geht aus der Unfalldatenbank des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) hervor, das angesichts des kommenden Herbstes auf Unfallrisiken in der Wandersaison aufmerksam macht.
„Besonders tückisch“ könne das Herbstwetter auf dem Rückweg ins Tal werden, wenn die Konzentration nachlässt und die Müdigkeit zunimmt. Rund 28 Prozent aller Wanderunfälle ereignen sich den Angaben zufolge gegen Ende einer Tour.
Wer daher bereits beim Aufstieg merke, dass die Kräfte nachlassen, sollte lieber umkehren, betont das KFV.
Laut Alpinunfalldatenbank sterben jährlich durchschnittlich 106 Menschen beim Wandern und Bergsteigen, fügt das KFV hinzu.
„Damit entfallen rund 37 Prozent aller Alpintoten auf das Wandern und Bergsteigen – mehr als auf jede andere erfasste alpine Sportdisziplin.“
KFV-Medienbeobachtungen zufolge sind heuer bis einschließlich 27. August bereits mindestens 36 Menschen beim Wandern und Bergsteigen ums Leben gekommen. Die tatsächliche Zahl, so das Kuratorium, dürfte noch höher sein.
„In der kühleren Jahreszeit kommen mehrere Risikofaktoren zusammen: Feuchtes Laub, nasse Wurzeln und Geröll sorgen für rutschigen Untergrund“, erklärt Johanna Trauner-Karner, Leiterin des Bereichs Sport- und Freizeitsicherheit im KFV.
Nebel könne zudem binnen kurzer Zeit die Sicht und Orientierung erschweren, und in höheren, nordseitigen Lagen müsse zudem bereits mit Schnee oder Vereisung gerechnet werden.
„Wetterfeste Kleidung, Biwaksack, Stirnlampe und Grödel – ab zirka 1.500 Höhenmeter – sind daher unverzichtbare Bestandteile der Wanderausrüstung“, stellt Trauner-Karner fest.
Einen Eindruck von der Menge der Wandervorfälle und ihrer Entwicklung gibt auch die Statistik des Österreichischen Bergrettungsdienstes. Dort ist die Anzahl der Einsätze in den letzten Jahren deutlich gestiegen.
Wurden 2022 noch 9.336 Einsätze gezählt, so waren es 2023 bereits 9.658 und ein Jahr später 10.097. 2025 rückte der Bergrettungsdienst schon 10.912-mal aus – dies bei einer über die Jahre weitgehend unveränderten Mannschaftsstärke (2025: 11.961 Männer und 1.168 Frauen).
Letztes Jahr hat der Bergrettungsdienst 8.518 verletzte Personen geborgen, weitere 2.233 waren unverletzt, 234 Menschen tödlich verunglückt; in 119 Fällen liegt keine Angabe über die Unfallfolgen vor.
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