11.9.2026 – Alkoholisierung und die besondere Fahrdynamik von E-Scootern zählen zu den häufigsten Unfallursachen, die meisten Verletzungen betreffen Kopf, Gesicht und obere Extremitäten. Viele davon würden durch Tragen eines Helms glimpflicher ausfallen, weshalb der ÖAMTC erneut eine Helmpflicht für alle E-Scooter-Fahrer fordert.

Die Zahl schwerer E-Scooter-Unfälle hat in den letzten Jahren laut Zahlen der Statistik Austria stark zugenommen: Gab es österreichweit im Jahr 2023 noch 1.762 Unfälle mit Personenschaden, an denen E-Scooter beteiligt waren, so stieg diese Zahl im Vorjahr auf 2.749, ein Plus von 56 Prozent innerhalb von zwei Jahren.
Sechs Personen wurden bei diesen Unfällen getötet, 473 wurden schwer und weitere 2.124 leicht verletzt. Am häufigsten seien Kopf- und Gesichtsverletzungen sowie Verletzungen der oberen Extremität.
Der ÖAMTC hat diese Zahlen zum Anlass genommen, in einer aktuellen Studie die Unfallrisiken und die typischen Verletzungsfolgen bei E-Scooter-Unfällen zu analysieren. Meist sei es das Zusammenwirken mehrerer Faktoren, das ein Unfallrisiko entstehen lasse, so der Mobilitätsclub.
Zum Unfallrisiko beitragen würden fahrdynamische Besonderheiten, riskantes Fahrverhalten, mangelnde Schutzausrüstung, unzureichende Kenntnis der geltenden Verkehrsregeln und steigende Nutzungszahlen. Besonders viele Unfälle gebe es in den Abend- und Nachstunden sowie in den Sommermonaten.
Ein wesentlicher Risikofaktor sei Alkoholisierung: Alkoholisierte E-Scooter-Fahrer würden häufiger stürzen und schwerere Verletzungen erleiden, von denen vor allem Kopf, Gesicht und Brustkorb betroffen seien.
Viele Menschen würden die Auswirkungen von Alkohol auf die Fahrfähigkeit unterschätzen. In der Altersgruppe der 55- bis 64-Jährigen sei durchschnittlich jeder dritte Verunfallte alkoholisiert gewesen.
Aber auch die Fahrdynamik von E-Scootern erhöhe das Sturzrisiko. Die Bauweise stelle hohe Anforderungen an Fahrgefühl und Reaktionsfähigkeit. Fahrbahnunebenheiten, abrupte Lenkbewegungen oder kleine Fahrfehler könnten rasch zu schweren Stürzen führen.
Nach wie vor würde nur jeder zehnte E-Scooter-Fahrer einen Helm tragen, obwohl dies die Schwere von Verletzungen bei Unfällen deutlich reduzieren würde. Der ÖAMTC fordert vor dem Hintergrund der steigenden Unfallzahlen erneut eine Helmpflicht für aller E-Scooter-Fahrer.
Kritik übt der ÖAMTC auch an den unterschiedlichen Regelungen und Ausstattungsverpflichtungen innerhalb Europas, was die Benützung von E-Scootern betrifft. Dies erschwere die Nutzung des eigenen E-Scooters im Ausland, weshalb EU-weite Regelungen wünschenswert seien.
Schließlich empfiehlt der ÖAMTC allen E-Scooter-Fahrern, auf Alkohol konsequent zu verzichten, auf andere Verkehrsteilnehmer Rücksicht zu nehmen, sich mit dem eigenen Fahrzeug vertraut zu machen und stets einen Helm zu tragen.
Geplant sei darüber hinaus, das Bewusstsein für die Risiken durch Aufklärungskampagnen zu stärken.
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