7.5.2026 – Grawe und Vorarlberger sind in ihrer Kundenorientierung „exzellent“, Kärntner, Merkur, Arag und Niederösterreichische „hervorragend“, Tiroler, S-Versicherung, Oberösterreichische, VAV, Ergo, Raiffeisen Versicherung und Generali „sehr gut“: So lautet das Ergebnis der diesjährigen „Recommender Award“-Wertung. Sonderpreise gab es für Städtische (Beratung), Niederösterreichische (Schadenbearbeitung), Zürich (Kundenservice) und Arag (Aufsteiger des Jahres).
Es war eine „Jubiläumsausgabe“: Am Mittwoch hat der Finanz-Marketing Verband (FMVÖ) Banken und Versicherern zum 20. Mal die „Recommender Awards“ für „exzellente“, „hervorragende“ und „sehr gute“ Kundenorientierung überreicht.
Grundlage der Verleihung war wieder eine von Telemark Marketing telefonisch und online durchgeführte Umfrage. Von 18. Dezember bis 20. März beurteilten 8.018 Kunden im Alter ab 16 Jahren ihre Banken und Versicherungen.
Das Maß der Dinge war freilich auch heuer wieder der „Net Promoter Score“ (NPS). Er misst die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kunde ein Institut weiterempfiehlt.
| Die Befragten geben ihre Weiterempfehlungsbereitschaft für ihr Institut auf einer Skala von 0 („sehr unwahrscheinlich“) bis 10 („sehr wahrscheinlich“) an. Wer 9 oder 10 antwortet, gilt als „Promotor“. Wer im Bereich 0 bis 6 antwortet, gilt als „Detraktor“. 7er und 8er gelten als „neutral“. Aus der Rechnung „Anteil der Promotoren minus Anteil der Detraktoren“ ergibt sich der NPS. „Neutrale“ werden in der Rechnung nicht berücksichtigt. |
Der durchschnittliche Branchen-NPS der „Haupt“-Banken beträgt 20 Prozent, er hat sich damit gegenüber 2025 um zwei Punkte gesteigert (2024: 18; 2023: 15 Prozent).
Jener der „Haupt“-Versicherungen stieg leicht von 18 auf 19 Prozent. Prozent – im historischen Vergleich ein Spitzenwert: 2016 lag er nur bei 6 Prozent, 2024 bei 14 Prozent. Höhepunkte hatte es auch 2020 und 2021 mit jeweils 17 Prozent gegeben.
Die im Folgenden dargestellten Ergebnisse beziehen sich ausschließlich auf das Segment der Versicherer. Vergeben wird der „Recommender Award“ in drei Kategorien:
Um sich für die Auszeichnung zu qualifizieren, muss ein Unternehmen von einer bestimmten Teilnehmeranzahl und gegebenenfalls, je nach Kategorie, auch in einer bestimmten Mindestanzahl von Bundesländern genannt worden sein.
Um dann auch tatsächlich ein Gütesiegel zu bekommen, muss ein Institut eine NPS-Hürde von 20 („sehr gute Kundenorientierung“) bzw. 25 („hervorragende Kundenorientierung“) oder 30 Prozent („exzellente Kundenorientierung“) nehmen.

In der Kategorie „Versicherungen bundesweit“ errang die Grawe zum 14. Mal in Folge die beste Bewertung und das Prädikat „exzellente Kundenorientierung“. Mit 32,6 Prozent landete sie auch fast punktgenau wieder beim Vorjahreswert (32,7 Prozent).
Nachdem sich in den letzten beiden Runden kein Award für sie ausgegangen war, holte sich die Merkur diesmal einen Award für hervorragende Kundenorientierung. „Sehr gut“ waren diesmal die – ebenfalls zuletzt nicht unter den Preisträgern gewesene – Ergo und die Generali.
Kundenorientierung wird von den Banken und Versicherungen immer ernster genommen.
Studienleiter Robert Sobotka
Bei den Landesversicherern konnten die Vorarlberger den Tirolern die „Goldene“ wieder abjagen: 30,2 NPS-Prozent machen die VLV „exzellent“. Nach ihr folgen die Kärntner (27,3 Prozent) und die Niederösterreichische, beide „hervorragend“. Tiroler und Oberösterreichische wurden mit einem „Sehr gut“ bewertet.
In der Kategorie „Direkt- und Spezialversicherungen“ hatte 2024 und 2025 kein Unternehmen die Hürde für einen Award geschafft. Diesmal ist es wieder anders. Die Arag schnitt mit 26,8 Prozent „hervorragend“ ab, gefolgt von drei „sehr guten“ Anbietern: der Städtische-Marke S-Versicherung, der VAV und der Uniqa-Marke Raiffeisen Versicherung.
| Gütesiegel | Versicherungen bundesweit | Regional- | Direkt- und Spezial-versicherungen |
|---|---|---|---|
| Hauptversicherung: Versicherer, mit dem der Befragte nach eigenen Angaben am meisten Kontakt hat. – NPS: Net Promoter Score. – n.a.: nicht ausgezeichnet (NPS daher nicht angegeben). – Quelle: FMVÖ/Telemark Marketing. | |||
| Exzellente Kunden- orientierung
| Grazer Wechsel-seitige: 32,6 % | Vorarlberger: 30,2 % | – |
| Hervorragende Kunden- orientierung
| Merkur: 27,2 % | Kärntner: 27,3 % Niederösterreichische: 26,0 % | Arag: 26,8 % |
| Sehr gute Kunden- orientierung
| Ergo: 21,9 % Generali: 20,9 % | Tiroler: 24,2 % Oberösterreichische: 23,1 % | S-Versicherung: 24,2 % VAV: 22,3 % Raiffeisen Versicherung: 21,2 % |
| Auch für die Auswertung qualifiziert, aber nicht mit Gütesiegel ausgezeichnet (Reihung alpha-betisch; NPS wird nicht ausgewiesen) | Allianz Donau Helvetia Uniqa Wiener Städtische Wüstenrot Zürich | – | Muki (2025: 16,8 % [kein Award, aber höchster Wert in der Kategorie]; 2023/24: n.a.; 2022: 18,9 %) Bawag P.S.K. Versicherung HDI Österreichische Beamtenversicherung (2025: n.a.; 2024: 13,7 % [kein Award, aber höchster Wert in der Kategorie]; 2023: 27,0 %; 2022: n.a.). Zürich Connect |
| Voraussetzung für die Qualifikation | Nennung als Hauptversi-cherung von mindestens 100 Befragten aus min-destens 7 Bundes-ländern; Bankversiche-rungen zählen zur Kategorie Direkt- und Spezialvers. | Nennung als Haupt- oder Zweitversicherung von mindestens 50 Befragten und nicht bereits unter „Versicherungen bundesweit“ gewertet. | Nennung als Haupt- oder Zweitversicherung von mindestens 50 Befragten; keine Qualifikation für die beiden anderen Kategorien. Einschließlich Bankversicherungen. |
Neben dem Recommender selbst wurden wieder Sonderpreise verliehen, darunter jener für die „beste Beratung“. Die Fragestellung: „Wie wahrscheinlich ist es, dass Sie Ihre/n Berater/in einem Freund oder Kollegen weiterempfehlen?“
Voraussetzung für die Aufnahme in die Wertung war, dass im letzten Jahr ein Beratungsgespräch stattgefunden hat und mindestens 100 Bewertungen abgegeben wurden.
In der Gruppe der Versicherer erreichte 2022 der Außendienst der Generali den höchsten NPS (70,2 Prozent). 2023 gelang dies dem Team der Allianz (71,7). 2024 holte der Generali-Außendienst den Pokal mit 67,4 Prozent zurück und verteidigte ihn 2025 mit 68,2 Prozent. Heuer haben die Berater der Wiener Städtischen zugeschlagen: Sie setzten sich mit 74,3 Prozent an die Spitze.
Warum dieser Sonderpreis? Ein Haupteinflussfaktor für einen guten NPS, stellte Robert Sobotka, Studienleiter und Geschäftsführer von Telemark Marketing, fest, sei nach wie vor die persönliche Beratung, das persönliche Gespräch. Zwischen den Kundengruppen mit und ohne Beratungsgespräch gebe es eine NPS-Differenz von 35 Prozentpunkten.

Ein zweiter Sonderpreis wurde auch in diesem Jahr wieder für den „besten Kundenservice“ vergeben.
Er stützt sich auf das Urteil von Kunden, die innerhalb des Jahres vor der Umfrage Kontakt zum Servicecenter hatten. Auch dieser Kontakt schlägt sich im NPS nieder: Sobotka bezifferte den Unterschied zwischen Gruppen mit und ohne Kontakt mit 25 Punkten.
Preisträger 2026 ist die Zürich: Mit 48 Prozent „Sehr gut“ und 34 Prozent „Gut“ kam sie auf insgesamt 82,4 Prozent an guten Bewertungen – und schaffte damit den Sprung zurück an die Spitze, denn 2024 wurde sie ebenfalls mit diesem Preis ausgezeichnet.
2025 hatte die Wiener Städtische mit 77,9 Prozent „Einsern“ (38,8 Prozent) und „Zweiern“ (39,1 Prozent) die Position als Nummer eins für sich reklamieren können.
Auch die „beste Schadenbearbeitung“ wurde wieder mit einem Sonderpreis gewürdigt. Schließlich sei der Schadenfall der „Moment of Truth“, wie Sobotka in Erinnerung rief.
Die Vorjahressiegerin – mit damals 91,8 Prozent positiven Bewertungen nach dem Schulnotensystem (80,3 Prozent „sehr gut“, 11,5 Prozent „gut“) – hat ihren Titel verteidigen können: 76,5 Prozent „Einser“ und 21,6 Prozent „Zweier“ brachten sie diesmal sogar auf 98,0 Prozent an positiven Bewertungen.
Praktisch gleichauf und deswegen ex aequo zur Siegerin gekürt wurde die Oberösterreichische: Bei ihr machten die beiden besten Noten in Summe 96,7 Prozent aus (72,1 Prozent „sehr gut“, 24,6 Prozent „gut“). Wie Sobotka hervorhob, gab es für die beiden Unternehmen keine negativen Rückmeldungen.
Voraussetzungen, um in die Wertung für den Sonderpreis Schadenmanagement zu kommen, waren die Nennung durch mindestens 100 Personen als Hauptversicherung und mindestens 50 Bewertungen zur Abwicklung eines Schadenfalls im vergangenen Jahr.
Im Rahmen jeder Recommender-Verleihung wird auch jenes Unternehmen vor den Vorhang gebeten, dem im vergangenen Jahr die größte NPS-Verbesserung gelungen ist. Hier wird nicht zwischen Banken und Versicherungen unterschieden, der Preis wird branchenübergreifend vergeben.
„Aufsteiger des Jahres“ war diesmal die Arag. Der Rechtsschutzversicherer konnte seinen NPS-Wert gegenüber dem Vorjahr um stolze 27 Prozentpunkte anheben – was, siehe oben, mit einem Recommender-Award belohnt wurde.
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