23.3.2026 – Die Sicherung der Freiheit und damit auch des Wohlstands, um in einem sicheren Land Geschäfte abwickeln zu können – das sei am Ende des Tages die Aufgabe des Bundesheeres in einer Welt, die gerade einen fundamentalen Wandel durchlebt, betonte Generalleutnant Harald Vodosek bei einem Vortrag am Vorabend des 14. Insurance Forum Austria.

Ein aktuelleres Thema hätte die Business Circle Management FortbildungsGmbH für das Vorabend-Programm ihres 14. Insurance Forums Austria wohl nicht wählen können: „Die neue sicherheitspolitische Realität: Risiken neu denken, Resilienz neu gestalten“.
Als Vortragender wurde dafür Österreichs nationaler Rüstungsdirektor, Generalleutnant Harald Vodosek, gewonnen, der sich mit der veränderten Bedrohungslage und dem, „was wir täglich erleben“, beschäftigte.
Verteidigungsfähigkeit, wirtschaftliche Stärke und industrielle Souveränität seien die Schlüsselfaktoren für Stabilität und Versicherbarkeit, so Vodosek. Es gehe um Autarkie und die Stärkung der Sicherheit, nicht nur durch das Bundesheer.
So wie jeder hofft, dass sein Haus nicht abbrennt und trotzdem eine Versicherung abschließt, sei das Bundesheer die „Haushaltsversicherung der Republik“. Ihm gehe es nicht um mehr Geld, sondern um die Frage, „wie sind wir in der Lage, die Republik Österreich zu sichern“.
Das Parlament habe allerdings entschieden, mehr Geld für das Bundesheer auszugeben, „weil die Sicherheitslage eine andere ist“. Und damit stelle sich die Frage, was die Bürger für ihr Geld bekommen.
„Unser Produkt ist die Landesverteidigung“, betont Vodosek. Sie schütze vor allem die liberale Demokratie: Grundrechte, Presse- und Meinungsfreiheit, Rechtssicherheit, die Freiheit der Kunst sowie die EU-Wertgemeinschaft und die EU-Freiheiten.
Im Sinne der Maslowschen Bedürfnispyramide sorge die Landesverteidigung für das Staatsziel „Sicherheit“ – damit „das oben“, also soziale Bedürfnisse, Anerkennung oder Selbstverwirklichung, „nicht weniger wird“. Wohlstand sei vor allem Freiheit, es gelte, einen Wohlstandsverlust zu verhindern.
Es gebe keine Zeit ohne Konflikte, Konflikte seien „uns innewohnend“, sagt Vodosek. Es sei Aufgabe des Bundesheeres, diese „Konflikte zu managen“.
Lange Zeit hätten die Europäer nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr kämpfen wollen und das „in unserem Raum im Wesentlichen auch durchgehalten“. Jetzt gebe es aber einen fundamentalen Wechsel und es stelle sich die Frage: „Ist uns Europa etwas wert?“
Was das für Österreich bedeutet, sei daran zu erkennen, dass heute schon pro Jahr mehr als 4.000 Militärtransporte durch unser Land erfolgen. Österreich sei eingebettet in den sicherheitspolitischen Kontext der EU. Vodosek: „Wir sind schon mittendrinnen.“
30 Jahre lang habe Österreich behauptet, Krieg sei im Ausland; das habe sich verändert, weshalb jetzt das Bundesheer wieder hochgefahren werde. Dazu zwei Beispiele: Iranische Shahed-Drohnen könnten auch Wien erreichen und eine ballistische Rakete wäre innerhalb von zwei Minuten von Kaliningrad in Wien.
Um ein Risikobild für 2030 zu erstellen, müsse einerseits zwischen globalen Risiken, jenen im Umfeld der EU, innerhalb der EU und in Österreich unterschieden werden, andererseits nach der Wahrscheinlichkeit ihres Eintretens – von bisher nur erkannten und möglichen bis zu aktuell andauernden Risiken.
Mögliche Risiken für Österreich seien Herausforderungen für die strategische Handlungsfähigkeit, gewalttätiger Extremismus und souveränitätsgefährdende Angriffe, „sehr wahrscheinlich“ seien „islamistische Subversion“, massive Migrationsströme nach Österreich, Großschadenereignisse und Blackout.
Aktuelle und andauernde Risiken hierzulande seien unter anderem hybride Bedrohungen oder Terroranschläge. Daneben haben aber auch hybride Bedrohungen gegen die EU oder Konflikte im östlichen Mittelmeer schon heute Auswirkungen auf Österreich.
Auf militärstrategischer Ebene seien beispielsweise Angriffe mit Drohnen oder Flugzeugen, souveränitätsgefährdende Cyberangriffe, gewalttätige Angriffe auf kritische Infrastruktur und die neutralitätswidrige Nutzung des Staatsgebietes „wahrscheinlich“, aktuell gebe es Auswirkungen militärischer Konflikte auf Österreich.
Im Bereich der militärischen Landesverteidigung gebe es Herausforderungen durch mögliche Angriffe mit Massenvernichtungswaffen, Raketen, Drohnen und Flugzeugen, aber auch Angriffe auf kritische Infrastruktur, Informationsoperationen oder Cyberangriffe, ebenso wie durch mögliche innere Unruhen.
Daneben stehe das Bundesheer auch für Assistenzeinsätze zur Verfügung: bei Großschadenereignissen, Terroranschlägen und im Fall eines Blackout, bei Cyberangriffen und hybriden Bedrohungen oder bei einer Massenmigration nach Österreich.
Ziel sei vor allem Sicherheit in einem vereinten Europa. Vodosek: „Wir stellen Autarkie und Resilienz her“. Und am Ende des Tages gehe es um Wohlstand, darum, in einem sicheren Land Geschäfte abwickeln zu können – womit sich auch der Kreis zu Versicherungen schließt.
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