4.11.2026 – Knapp die Hälfte von 237 Finanzverantwortlichen schätzen die „allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit“ für ihr Unternehmen aktuell als hoch oder sehr hoch ein. Das berichtet Deloitte aufgrund einer aktuellen Umfrage. Als besondere Risikofaktoren werden vor allem Kostenentwicklung, geopolitische Risiken, KI-gestützte Cyberangriffe und die Konjunkturaussichten gesehen.

„Wie hoch schätzen Sie die allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit ein, mit der Ihr Unternehmen aktuell konfrontiert ist?“
Diese Frage hat die Unternehmensberatung Deloitte im Oktober 237 CEOs, Finanzvorständen und anderen Finanzverantwortlichen aus Unternehmen unterschiedlicher Größe gestellt.
Den Antworten zufolge scheint die wirtschaftliche Unsicherheit zuletzt etwas zurückgegangen zu sein: Im Frühjahr bewerteten sie noch knapp zwei Drittel (62 Prozent) als hoch oder sehr hoch. Aktuell stufen sie 5 Prozent als sehr hoch, 42 Prozent als hoch ein, insgesamt also knapp die Hälfte.
Für ähnliche viele (45 Prozent) stellt sich die Situation „gleichbleibend“ dar, 8 bzw. 2 Prozent sehen sich einem eher oder sehr niedrigen Risiko ausgesetzt.
Und wie gut können die Unternehmen der Befragten die Auswirkungen globaler Unsicherheiten – zum Beispiel volatile Energiepreise, geopolitische Entwicklungen oder Lieferkettenprobleme – bewältigen?
„Wir können die Auswirkungen sehr gut bewältigen“ sagen lediglich 9 Prozent, „eher gut“ können 29 Prozent damit umgehen, 39 Prozent „teils, teils“.
„Eher schlecht“ sehen sich 13 Prozent gerüstet, und 4 Prozent sagen: „Wir sind den Entwicklungen weitgehend ausgeliefert.“ Die restlichen 6 Prozent konnten keine Beurteilung abgeben.
Die Befragten wurden auch danach gefragt, inwieweit sie in bestimmten Faktoren – 13 lagen zur Bewertung vor – Risiken für ihr Unternehmen sehen.
Besonders häufig mit einem „sehr hohen“ oder „eher hohen“ Risiko assoziiert wurden ein erneuter Anstieg der Inflation (18 bzw. 54 Prozent) und eine Erhöhung der Strom- und Gaspreise (23 bzw. 45 Prozent).
Danach folgen geopolitische Risiken (15 bzw. 44 Prozent), KI-unterstützte Cyberangriffe (19 bzw. 39 Prozent) und die Konjunkturaussichten (15 bzw. 43 Prozent).

Die Risikolage präge auch die strategischen Prioritäten der Unternehmen, folgert Deloitte aus den Umfragedaten.
Gefragt wurde nämlich auch, in welchem Ausmaß bestimmte Geschäftsstrategien für deren Unternehmen in den nächsten 12 Monaten von Bedeutung sein werden.
87 Prozent der Finanzverantwortlichen nannten „Kostensenkung“ als „sehr“ oder „eher“ wichtige Strategie. Ebenfalls sehr oft genannt: Wachstum in bestehenden Märkten (83 Prozent).
„Die wirtschaftliche Unsicherheit geht etwas zurück, doch die Unternehmen bleiben vorsichtig“, fasst Gerhard Marterbauer, Partner bei Deloitte Österreich, zusammen.
Wenn Inflation und Energiepreise schwer vorhersehbar bleiben, erschwere das die Kostenplanung und setze die Margen unter Druck. „Unternehmen müssen mögliche Belastungen frühzeitig erkennen und ihre Strategien flexibel an veränderte Rahmenbedingungen anpassen.“
Entscheidend sei, „Kosten konsequent im Blick zu behalten, ohne die eigene Zukunftsfähigkeit aus den Augen zu verlieren“, so Marterbauer weiter.
„Wer Effizienzpotenziale hebt und gleichzeitig gezielt in bestehende Geschäftsfelder investiert, kann die Wettbewerbsfähigkeit auch in einem unsicheren Umfeld stärken.“
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