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Pepp – ein neuer Rucksack für den Reiter des lahmenden Pferdes

15.10.2018 – Gleich vorweg – ich „oute” mich als Verfechter einer stärkeren EU. Anders wird Europa in den Auseinandersetzungen mit den USA, Rußland, China und anderen aufstrebenden Mächten untergehen.

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Aber in einer Zeit, in der der Brexit vor der Tür steht – mit erheblichen Auswirkungen auf die Finanzbranche –, in der wir uns mit den Salvinis, Orbans und Kaczynskys herumschlagen müssen, in der Staaten wie Irland und Luxemburg (und andere auch) massives Steuerdumpung zulasten der anderen Staaten betreiben, in der der Glaube an die Gestaltungskraft der EU sowieso einen Tiefpunkt erreicht hat, in so einer Zeit soll die Altersvorsorge in der EU "europäisiert werden?

Wem fällt das ein, und wer braucht das? Zirka fünf Prozent der Eu-Bürger sind „unterwegs” innerhalb der EU. Ich bezweifle, dass mehr als die Hälfte von ihnen das Bedürfnis verspürt, die jeweilige Altersvorsorge von Land zu Land wie einen Rucksack mitzunehmen.

Solange die staatlichen Alterssicherungssysteme derartig unterschiedlich sind, macht die Ergänzung der Privaten Vorsorge per PEPP überhaupt keinen Sinn. Und auch die Betrieblichen Vorsorgen differieren eklatant.

Es wir hier also ohne jede Not (Beschäftigungstherapie?) und Ausschicht auf Erfolg eine neue Front eröffnet. Europaweit lahmen die privaten und betrieblichen Vorsorgen durch die Nullzinspolitik der EZB.

Nutznießer sind in erster Linie die jeweiligen Staatshaushalte, die sich mit Nullzinsen finanzieren können und durch die Inflation noch verdünntes Geld zurückzahlen. Das ist offenbar bequemer als jede Steuererhöhung.

Zum Drüberstreuen hat man in Österreich noch die Sonderausgaben abgeschafft und die Förderungen für die PZV und das Bausparen halbiert. Eine Doppelmühle.

Und jetzt wird ein Nulldefizit bejubelt, das in erster Linie auf der gezielten Entreicherung der Bevölkerung fußt. Man braucht sich nur ausrechnen, was ein Prozent Zinsen von rund 300 Milliarden Staatsschulden ausmacht!

Ich will keine Pensionsvorsorge, in welcher Staaten mitmischen, die schon jetzt jedwede Verantwortung und Solidarität in der EU vermissen lassen und sogar stolz darauf sind.

Der österreichische Nationnalrat braucht nur eine Förderung für die Altersvorsorge zu beschließen und einen Teil des Nullzinsengewinnes herzugeben. Und das am besten alternativ: Entweder als Absetzposten in den wiedererweckten Sonderausgaben, oder wahlweise in Form einer fixen Prämie.

So einfach ginge das – ohne Pepp und ohne Nepp!

Ruolf Mittendorfer

r.mittendorfer@verag.at

zum Artikel: „Zukunftsvorsorge auf dem Weg zum Pepp”.

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