Langfristiger Erfolg auch ohne Pepps

13.2.2019 – Die Erfahrung von über 2.500 Jahren Geldgeschichte lehrt uns: Absolute Sicherheit gibt es nicht. Relative Sicherheit kann nur durch zwei Faktoren erzeugt werden: Lange Laufzeit und Streuung, Streuung, Streuung.

Ich denke, die Datenschutz-Grundverordnung (um nur ein Beispiel zu nennen) hat uns deutlich vor Augen geführt, was herauskommt, wenn europäische Experten von Brüssel aus etwas für Schutz und Sicherheit der EU-Bürger tun wollen.

Folgendes sollte uns überdies zu denken geben: Setzt man als Maß der Verschuldensfähigkeit für einen Staat nicht das Brutto-Inlandsprodukt (also seinen Umsatz), sondern den Haushalts-Überschuß (also seinen Gewinn, mit dem er Schulden zurückzahlen kann), kommt heraus, daß fast alle Staaten der Europäischen Union hoffnungslos überschuldet sind.

Schließlich spottet auch die Politik der EZB in puncto Sicherheit jeder Beschreibung. Was können dann Garantien (etwa bei Anleihen) einer solchen Staatengemeinschaft wert sein, wenn am anderen Ende nicht Finanz-Weltkonzerne, sondern zwar viele, aber doch einzelne Menschen stehen?

Und welche Chancen haben dann Anbieter von Pepps, in einem solchen Umfeld langfristig sichere Erträge zu erwirtschaften? Was bleibt uns pensionsheischenden Individuen zu tun?

Trennen wir uns von der althergebrachten Konzeption von Sicherheit und beschränken wir uns auf die obengenannten zwei Faktoren.

Trennen wir uns von der Idee, Anleihen, besonders die von Staaten, seien sicher. Denn es sind nur Schuldenpapiere, die den Wert einer meist nicht mehr vorhandenen Bonität repräsentieren.

Trennen wir uns von der Vorstellung, dass schlauen Köpfen ein Blick in die Zukunft möglich ist, denn es ist immer noch anders gekommen.

Lernen wir lieber etwas über das Geldwesen, interessieren wir uns für das Bankenwesen, beteiligen wir uns an Wirtschaftsunternehmen im Wege von Eigentumserwerb, betrachten wir Mediennachrichten und Börsenkurse emotionslos und im Sinne unserer eigenen Ziele, dann werden wir auch langfristig ohne Pepps Erfolg haben.

Christoph Ledel

christoph.ledel@gmx.com

zum Artikel: „Das „Pepp“ biegt in seine (lange) Zielgerade ein”.

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