Keine Zeit, kein Geld, kein Interesse

31.10.2018 – „Jetzt“ kommt also zum kaufmännischen Risiko und zu den Risiken der unternehmerischen Tätigkeit (Herstellungsstörungen, Haftungen, Dienstleistungsfehler, technisches und menschliches Versagen ...) auch noch das Cyber-Risiko „dazu“. Aha.

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Der vorwiegend kleine und sehr kleine österreichische Unternehmer hat alle Hände voll zu tun, seine ureigene Geschäftstätigkeit auszufüllen: Der Fliesenleger möchte Fliesen legen, der Steuerberater möchte seine Kunden gut beraten, der Gastwirt möchte zufriedene Gäste haben und sich nicht mit neuen Rechtsvorschriften und Risiken beschäftigen.

Für den Rest bleibt: 1) keine Zeit, 2) kein Geld, 3) kein Interesse und damit Bewusstsein. Die immer noch weithin übliche „Buchhaltung per Schuhkarton” ist ein beredtes Beispiel für diese Einstellung.

EDV wird meist nur danach beurteilt, ob nach dem Einschalten des Rechners das Gewohnte erscheint und benutzbar ist. Bei Störungen wird (wie immer) der Freund der Familie angerufen, der schon seit vielen Jahren diesen (oft schon recht betagten) Teil hobbymäßig erfolgreich betreut.

Das ist eine völlig natürliche Reaktion: Je komplexer die Umwelt ist, desto intensiver werden einfache Wege und Auswege gesucht und gefunden. Und die „Vogel-Strauß-Einstellung“, Risiken einfach zu ignorieren, ist ein sehr einfacher Ausweg und daher überaus beliebt.

Im übrigen ist ja auch alles gutgegangen in der Vergangenheit (sonst wäre der Unternehmer ja schon längst im Konkurs). Deswegen brauchen wir auch keine Absicherungen, und für die eingesparten Ausgaben für Versicherungsprämien haben wir eine besonders verlockende Verwendung: Wir gehen zum Heurigen!

P.S.: Auch bei mir in Wien gibt es viele Unternehmer, die unsere Aufmerksamkeit und Unterstützung verdienen, und auf die sollten wir uns konzentrieren!

Christoph Ledel

bureau@ledel.biz

zum Artikel: „Cyber-Vorsorge: Viele würden erst Schaden abwarten”.

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