In welcher Höhe vorsorgen?

4.10.2022 – Die entscheidende Frage lautet: Vorsorge in welcher Höhe? Wer 45 Jahre lang Monat für Monat den Höchstbeitrag an die Sozialversicherung abliefert, hat Anspruch auf eine Pension nach heutigem Gegenwert von etwas über zweitausend Euro, sofern nicht Inflation, künftige Pensionsreformen oder der Staatsbankrott (ja, liebe EZB, Staatsbankrott!) das nicht nochmals kräftig beschneiden.

Hinzu kommt, dass ein guter Teil der „Vorsorgeprodukte” nach wie vor in Schuldenpapieren investiert ist, die sich gerade selbst für Lieschen Müller und Hans Bumsti als gar nicht so sicher darstellen, wie sie geglaubt haben.

Vor diesem Hintergrund war es wohl auch keine gute Idee, die Aktienquote in den Pensionszusatzversicherungen von 40 auf 30 Prozent herabzusetzen. Ob wohl eine prominente Persönlichkeit den Mut hat, öffentlich bei den Versicherern mal nachzufragen ...? Autsch!

„Die Zeiten” waren immer unsicher, nur wollte das keiner sehen. Pandemie und Ukraine-Krieg sind nur Schlaglichter. Der immer größer werdende Scherbenhaufen, den die Globalisierung hinterläßt, kann selbst mir als Regionalitätsbefürworter nicht gefallen.

Und in so einer Situation, in der die trügerische Sicherheit ins offenbare Wanken gerät, soll ein Familienvater Geld, das zunehmend für das einfache Leben benötigt wird, in die Zukunft investieren?

Ach ja: Und in welcher Höhe? "Wer Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, hat weder Freiheit noch Sicherheit verdient."

Wer diesen Benjamin Franklin zugeschriebenen Satz verinnerlicht und auch auf die Vorsorge anwendet, wer auch In Vorsorgeangelegenheiten den Mut aufbringt, gegen den Strom, gegen die journalistische und andere öffentliche Meinung zu schwimmen, wer den Unterschied zwischen Schulden- und Substanzpapieren verstanden und nach der Vorsorge für die nächsten sechs Monate noch Mittel zur Verfügung hat, sollte unbedingt noch Pensionsvorsorge betreiben.

Die Zeiten waren noch nie so schlecht und so gut dafür!

Christoph Ledel

cml@gmx.com

zum Artikel: „Einkommenshöhe als Vorsorgebremse”.

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