Für die Branche nutzlose Untersuchung

16.2.2018 – Bei allem Respekt ... Diese Studie kann man getrost entsorgen, denn sie hat überhaupt keine Aussagekraft. Zwar ist es leider richtig, und erst recht bedauerlich, daß die Versicherungsbranche insgesamt nicht sehr beliebt ist. Anstalten wie Vermittler stehen seit eh und je ziemlich am unteren Ende des sog. Vertrauensindex, ebenso wie Politiker und Journalisten. Ganz oben ist immer die Feuerwehr, Rettung, während Priester und Ärzte in den letzten Jahrzehnten deutlich „nachgelassen“ haben.

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Anstelle eines primitiven Scores hätte ich mir Gründe und Begründungen erwartet. Die liegen sogar ziemlich auf der Hand. Die Feuerwehr ruft man in der Not, und sie kommt auch rasch und hilft. Detto Rettung und andere Hilfsorganisationen. Versicherungen werden aktiv nur selten nachgefragt – wenn, dann bei speziellen „Motiven“. Das ist auch der Grund, warum Reiseversicherungen bei dieser „Untersuchung“ so gut aussteigen.

Und Schutzbriefe von Autoklubs kaufen auch Menschen, die sonst von Versicherungen nichts halten. Und wer kauft bei Amazon ein? Diejenigen, die von zuhause bestellen wollen, anstatt verschiedene Geschäfte abzuklappern. Logisch, daß die zufrieden sind.

Außerdem ist es wohl ein Unterschied, ob es um einmalige Entscheidungen wie einen Zoobesuch geht oder um komplizierte Verträge, bei denen man jahrzehntelang Prämien zu zahlen hat.

Ich wiederhole mich – eine für die Branche vollkommen nutzlose „Untersuchung“. Nichtsdestotrotz sollten wir am Image arbeiten. Versicherungsverträge soll kein notwendiges Übel sein, welche mitunter noch immer mit mehr Verkaufsdruck denn Fachwissen „vermittelt“ werden, sondern das Ergebnis einer profunden Risikoanalyse, an deren Ende die Auswahl des geeigneten Risikoträgers steht.

Rudolf Mittendorfer

r.mittendorfer@verag.at

zum Artikel: „Kundenzufriedenheit: Durchblicker schlägt Versicherer”.

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