Echte und gefühlte Temperatur

10.10.2019 – Diese Umfrage erinnert mich an die mitunter doch erheblichen Unterschiede bei der Einschätzung der Außentemperatur.

Beispielsweise ist die „gefühlte Temperatur” immer geringer, wenn sie mit Wind verbunden ist. So werden 35 Grad plus zu einem lauen Lüfterl, 15 Grad minus aber zu klirrender sibirischer Kälte.

Wieso die ÖsterreicherInnen, denen seit 30 Jahren mit jeder Pensions„reform” (=Kürzung) arktische Altersversorgungskälte ins Gesicht bläst, noch immer so optimistisch sind, kann nur die Psychologie erklären. Gesundbeten durch die Politik zum einen und Verdrängen unangenehmer Realitäten zum anderen.

Die Staatsschulden sind praktisch unvermindert hoch, die Geburtenrate unverändert bei 1,40, das Pensionsantrittsalter steigt nicht, die Lebenserwartung hingegen unvermindert, die Wirtschaft trübt sich ein und die EZB sammelt Monat für Monat 20 Milliarden Euro Anleihenkäufe, die wohl irgendwann „vergemeinschaftet” werden müssen.

Dennoch sagen die AKOÖ und andere, dass der Staat schon alles richtet und private Altersvorsorge ein Werk des Teufels ist. So gesehen ist diese Umfrage ein erschreckendes Beispiel dafür, wie erfolgreich Desinformation sein kann.

Rudolf Mittendorfer

r.mittendorfer@verag.at

zum Artikel: „Altersvorsorge: Mehrheit hat „gutes Gefühl“”.

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