Basiswissen fehlt

16.10.2018 – Guten Morgen liebe Gemeinschaft!

Dass sich der Markt massiv verändert hat und sich weiterhin drehen wird, hat wohl schon jeder erkannt. Immer mehr Regelungen, mehr Aufwand und sinkende Prämien drücken auf den Deckungsbeitrag, sodass jeder Makler (auch weibliche, natürlich), der auch Kaufmann sein sollte, sich Gedanken über die Zukunft zu machen hat.

Es wäre sehr wünschenswert, wenn man sich mit den Kunden auf Augenhöhe unterhalten könnte und nicht jedes Mal beim Unterschied zwischen Haftpflicht und Kasko anfangen muss, weil einfach das Basiswissen fehlt.

Das kostet unnötige Zeit und im Übrigen wären uns sehr viele Probleme der Vergangenheit (insbesondere im kapitalaufbauenden Bereich) erspart geblieben, siehe Lebensversicherungen!

Da aber die meisten Verbraucher kaum Kenntnisse haben und es seit Generationen üblich ist „blind zu vertrauen”, ist es für Berater natürlich ein leichtes Spiel, Dinge zu verkaufen, die nicht passen oder nicht gebraucht werden (Provisions- und Verkaufsdruck).

Stattdessen haben wir jetzt Regelungen, die den Bedarf ermitteln. Aus meiner Sicht eine wichtige Maßnahme, aber die Problematik an der Wurzel zu bekämpfen wäre sinnvoller.

Aber nein, unser Bildungssystem zielt ja darauf ab, möglichst lenkbare Halbwissende zu produzieren, von denen jeder glaubt „etwas Besseres” sein zu müssen – auch in beruflichen Fragen.

Und gleichzeitig ist man in Fragen rund ums Geld, Versicherungen und Finanzierungen in Wirklichkeit ahnungslos, was wiederum eine Menge unproduktiver Arbeit für uns Makler verursacht.

Was habe ich gemacht - zum Beispiel auf Honorarberatung umgestellt und mich auf Troubleshooting im Privatbereich spezialisiert - der Weg in die finanzielle „Zwei-Klassen-Medizin”.

Weil von Provisionen kann und will ich nicht mehr leben. Lukrativer wäre einen Job als Hilfsarbeiter. Nebenbei gebe ich (ab März 2019) ehrenamtlich an Schulen im Rahmen eines Vereines Unterricht.

Daher wäre es sinnvoll, Fachkräfte an Schulen einzusetzen, die – mit der Auflage des Werbe- und Verkaufsverbotes – die Schüler aufs Leben vorbereiten .... und nicht wie jetzt das Leben (die Branche) auf die unerfahrenen Schüler und „verängstigte” Konsumenten.

Das Bisschen, was im Lehrplan dafür vorgesehen ist, kann mangels Ausbildung und Erfahrung der Lehrer kaum vermittelt werden. Hier wären erfahrene Fachkräfte gefragt, damit sich die Menschen in Zukunft des „eigenen Risikos” bewusst sind.

Schönen Tag an alle

Bernd Zimmel

office@zimmel.eu

zum Artikel: „Machen neue Informationsregeln Versicherungen transparenter?”.

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