Wohin es die Österreicher beim Sparen und Anlegen zieht

10.8.2018 – Erste Bank und Integral haben 1.000 Personen nach deren Investitionsplänen zu neun Spar- und Anlageformen gefragt. Bis auf Immobilien stoßen im Jahresvergleich alle auf ein leicht gesteigertes Interesse, auch Lebensversicherung und Pensionsvorsorge. Auch nach der Einstellung zur Niedrigzinspolitik wurde gefragt. Ergebnis: Jeder Zweite findet sie schlecht.

83 Prozent der Österreicher planen, „in den nächsten zwölf Monaten“ in eine Spar- oder Anlageform zu investieren, sei es eine bereits bestehende oder eine neue.

Dies besagt eine Studie, die die Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG am Mittwoch veröffentlicht hat. Die Integral Markt- und Meinungsforschungs-GmbH hat hierfür im Juni 1.000 Personen im Alter ab 14 Jahren befragt.

Im Vergleich mit der Umfrage zum ersten Quartal 2018 ist der Anteil konstant geblieben, im Vergleich zum zweiten Quartal 2017 um drei Punkte gestiegen.

83 Prozent planen Geldanlage (Grafik: Erste Bank)
83 Prozent planen Geldanlage (Grafik: Erste Bank). Zum Vergrößern Grafik anklicken.

Durchschnittlich 4.800 Euro einkalkuliert

Im Schnitt geben die Befragten an, in den kommenden zwölf Monaten eine Veranlagung von rund 4.800 Euro einzuplanen (zweites Quartal 2017: zirka 4.600 Euro).

Geplantes Volumen (Grafik: Erste Bank)
Geplantes Volumen (Grafik: Erste Bank). Zum Vergrößern Grafik anklicken.

Fast alle können leicht zulegen

Die meistvertretenen Spar- und Anlageformen in der Finanzplanung der Österreicher sind das Sparbuch und der Bausparvertrag. Beide können im Jahresvergleich außerdem marginal zulegen.

Einen leichten Zugewinn gegenüber dem Vergleichsquartal 2017 gibt es auch bei sechs der sieben übrigen Spar- und Anlagevarianten: Lebensversicherung (+2 Punkte) und Pensionsvorsorge (+3 Punkte) kommen auf jeweils 34 Prozent.

Allein für Immobilien weist das Umfrageergebnis keinen Zuwachs aus, der Wert ist mit 18 Prozent (–1) aber dennoch stabil.

Planung im Hinblick auf einzelne Spar- und Anlageformen (Grafik: Erste Bank)
Planung im Hinblick auf einzelne Spar- und Anlageformen (Grafik: Erste Bank). Zum Vergrößern Grafik anklicken.

Trend bei Lebensversicherung und Pensionsvorsorge

Betrachtet man die „Langzeit“-Entwicklung seit dem ersten Quartal 2017, so zeigt sich, dass sich die Lebensversicherung innerhalb dieses Zeitraums aktuell eher am unteren Ende der Bandbreite befindet. Die Pensionsvorsorge schwankt um die derzeitige 34-Prozent-Marke.

Geplante Anlageformen (Auswahl, nach Quartalen)

Anlageform

1/17

2/17

3/17

4/17

1/18

2/18

Lebensversicherung

40

32

35

39

34

34

Pensionsvorsorge

34

31

32

36

32

34

Fonds

17

17

18

20

18

20

Mehr Interesse an Wertpapieren

Fonds werden zurzeit von 20 Prozent genannt. Wertpapiere insgesamt, also Fonds, Aktien und Anleihen, erreichen 29 Prozent der Nennungen – um fünf Prozentpunkte mehr als im zweiten Quartal 2017 und um zwei Punkte mehr als im ersten Quartal 2018.

Erste-Privatkundenvorstand Thomas Schaufler (Bild: Erste Bank)
Erste-Privatkundenvorstand
Thomas Schaufler (Bild: Erste Bank)

Angesichts des Zinsniveaus sei das „eine gute Entwicklung“, sagt Thomas Schaufler, Privatkundenvorstand der Erste Bank Oesterreich.

„Ohne Wertpapiere im Portfolio lässt sich heute kein Ertrag erwirtschaften“, fügt Schaufler hinzu.

Hälfte findet Niedrigzinspolitik schlecht

Der Niedrigzins war diesmal auch explizit Umfragethema. 52 Prozent beurteilen die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank als schlecht, „weil dadurch auch die Sparzinsen so niedrig sind“.

19 Prozent finden sie hingegen gut, „weil die Europäische Zentralbank dadurch die Wirtschaft ankurbelt“. 26 Prozent ist die Zinsthematik „eigentlich egal“. „Sorgen“ bereitet die Niedrigzinspolitik 16 Prozent.

Ende Juli hatte die Zentralbank bekanntgegeben, der EZB-Rat gehe davon aus, dass die EZB-Leitzinsen „mindestens über den Sommer 2019 und in jedem Fall so lange wie erforderlich auf ihrem aktuellen Niveau bleiben werden, um eine fortgesetzte nachhaltige Annäherung der Inflation an ein Niveau von unter, aber nahe zwei Prozent auf mittlere Sicht sicherzustellen“.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Bausparen · Immobilie · Lebensversicherung · Marktforschung
 
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