Wie Eltern über finanzielle Vorsorge für ihre Kinder denken

21.10.2019 – Zwei Drittel der Eltern geben an, frühzeitig mit finanzieller Vorsorge für ihre Kinder zu beginnen. Nahezu alle halten eine Absicherung für den Ablebensfall für besonders wichtig, auch gesundheitliche Aspekte spielen eine hervorgehobene Rolle. Im Schnitt gebe man 75 Euro für die Vorsorge für Kinder aus. Der „Familienbonus Plus“ wird nur von zwölf Prozent für eine private Unfall-, Kranken- oder Pensionsvorsorge genutzt. Das besagt eine Umfrage von Städtischer und Gallup.

Das Gallup-Institut hat für die Wiener Städtische Versicherung AG nachgeforscht, was Eltern zum Thema finanzielle Vorsorge für ihre Kinder denken. Im Juni wurden hierfür 500 Eltern ab dem Alter von 25 Jahren befragt, die mit zumindest einem Kinde im Alter von bis zu 14 Jahre im gemeinsamen Haushalt leben.

Zwei Drittel (65 Prozent) geben an, sich frühzeitig Gedanken über die finanzielle Zukunft ihrer Kinder zu machen und entsprechende Vorsorgemaßnahmen mit Anspar- und Versicherungsprodukten zu ergreifen.

Vorsorgemotive

Als ein zentrales Vorsorgemotiv kristallisierte sich in der Umfrage heraus, dass mittels Vorsorge ein „finanzieller Grundstein“ für die Kinder gelegt werden soll, auf dessen Basis diese später weitersparen und -vorsorgen können; 69 Prozent antworteten in diesem Sinn.

Für etwa gleich viele (65 Prozent) ist finanzielle Unterstützung bei Existenzgründung und Ausbildung ein Motiv, privat vorzusorgen: für 64 Prozent ist es die Kapitalbildung für größere Anschaffungen der Kinder, beispielsweise für Moped, Führerschein oder Wohnungseinrichtung. 30 Prozent nannten die Gesundheit ihrer Kinder als Beweggrund.

Und: „Laut unserer Umfrage meinen drei Viertel der Befragten (76 Prozent), sich nicht mehr alleine auf die staatliche Rente verlassen und jedenfalls zusätzlich für sich und ihre Kinder privat vorsorgen zu wollen“, berichtet Städtische-Generaldirektor Robert Lasshofer.

Vor allem eine Ablebensversicherung wird für wichtig gehalten

Welche Versicherungsleistungen halten die Eltern bei der Vorsorge für ihre Kinder für die wichtigsten? An führender Stelle liegt die Absicherung für den Fall des Ablebens der Eltern in Form einer Ablebensrisikoversicherung (88 Prozent).

Weit oben rangieren auch die Kostenübernahme für Heilbehelfe (85 Prozent), die finanzielle Absicherung nach Unfällen sowie ein angespartes Startkapital zum Beispiel bis zur Volljährigkeit (82 Prozent).

75 Euro werden in Kindervorsorge investiert

Gut die Hälfte (55 Prozent) der Eltern, die zumindest bereits ein Produkt abgeschlossen haben, geben nach eigenen Angaben monatlich 75 Euro pro Kind für Vorsorge aus.

„58 Prozent würden sogar gerne bis zu 100 Euro pro Kind und Monat für die finanzielle Absicherung ausgeben“, so die Städtische.

Von den Eltern, die nicht privat für ihre Kinder vorsorgen, begründen dies 44 Prozent mit einem Mangel an Finanzmitteln. 18 Prozent sagen, sie hätten noch keine Zeit gehabt, sich mit dem Thema zu befassen, 17 Prozent haben sich „noch keine Gedanken gemacht“. Zehn Prozent vermuten, dass ein Vorsorgeprodukt für sie zu teuer ist.

28 Prozent seine der Auffassung, „ihr Leben lieber im Hier und Jetzt zu genießen und auf Vorsorge zu verzichten“, fügt die Städtische hinzu.

Familienbonus Plus: Zwölf Prozent nutzen ihn für Versicherung

Den heuer eingeführten „Familienbonus Plus“ kennen laut der Umfrage 86 Prozent der Eltern. Beantragt habe ihn aber erst etwas mehr als die Hälfte (56 Prozent).

Wofür wird diese Steuerersparnis verwendet? 57 Prozent nutzen sie für „gewöhnliche Ausgaben des Alltags“, 38 Prozent sparen damit per Sparbuch bzw. Bausparvertrag, 14 Prozent verwenden sie für den Urlaub. Zwölf Prozent investieren damit in eine Unfall-, Kranken- oder private Pensionsversicherung für sich oder ihre Kinder.

„Dieses Extrageld vom Staat sollte nicht bloß als gewöhnliche Konsumreserve dienen, sondern ist als Investition in die eigene Sicherheit und die finanzielle Zukunft der Kinder deutlich sinnstiftender investiert“, kommentiert Lasshofer.

Nach Angaben des Finanzministeriums können vom Familienbonus Plus „950.000 Familien und 1,6 Millionen Kinder in einem Umfang von 1,5 Milliarden Euro im Jahr profitieren“.

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Ausbildung · Bausparen · Gesundheitsreform · Marktforschung · Rente
 
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