VIG testet rein digitale Kfz-Versicherung

8.9.2020 – Die Vienna Insurance Group startet in Polen ein durchgängig digitales Kfz-Versicherungsangebot. Der Probebetrieb läuft bis Jahresende. Bei zufriedenstellendem Verlauf ist eine Ausdehnung auf andere VIG-Märkte, grundsätzlich auch Österreich, denkbar. Eine Einführung würde im Einverständnis mit den jeweiligen operativen Gesellschaften erfolgen und wäre als Zusatz, nicht als Ersatz für die traditionellen Vertriebsschienen gedacht.

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Die Vienna Insurance Group AG (VIG) startet in Polen mit ihrer Gesellschaft Compensa ein Pilotprojekt für ein Kfz-Versicherungsangebot, bei dem Vertrieb und Schadenregulierung vollständig digital ablaufen.

„Herzstück“ sei eine IT-Plattform, die „rasch und flexibel“ Adaptierungen je nach Änderung von Kundenbedürfnissen und Marktverhältnissen zulasse, wie es in einer Konzernmitteilung vom Montag heißt.

Die VIG habe zu diesem Zweck mit der Compensa „das Start-up ‚Beesafe‘ lanciert, das sich auf die Erstellung vollständig digitaler Versicherungsprozesse und die Einbeziehung aller digitalen Kundenberührungspunkte konzentriert“.

Corona fördert Digitalisierung

Ein Katalysator der Entwicklung ist Corona: „Während der Pandemie konnten wir die meisten unserer Kfz-Versicherungspolizzen über digitale Vertriebsinstrumente abschließen“, berichtet VIG-Chefin Elisabeth Stadler.

„Das galt sowohl für von unseren Vermittlern genutzte Tools als auch für Direktkunden, wo wir mit Benefia24 bereits eine erfolgreiche Direktvertriebsmarke in Polen haben.“ Daher setze man nun „auf eine zusätzliche innovative Kundenlösung“.

Bei Erfolg Ausdehnung auf andere Länder geplant

Das Pilotprojekt läuft bis Jahresende. Bei „erfolgreichem Verlauf“ ist laut Konzern „eine Ausdehnung auf andere VIG-Länder geplant“.

Was heißt das für den österreichischen Markt? Primär habe man Länder in Osteuropa im Auge, sagt die VIG dem VersicherungsJournal.

Eine Erweiterung auf Österreich sei denkbar, „aber eher nicht in den ersten Erweiterungsschritten, zu denen es derzeit noch keine konkreten Zeitpläne gibt“. Fürs Erste gelte es, sich die Entwicklung des Piloten in Polen anzusehen.

Einführung auch in Österreich möglich

Würde eine Einführung in anderen Ländern – also etwa auch in Österreich – alle operativen Gesellschaften gleichermaßen betreffen, oder könnten unterschiedliche Gesellschaften unterschiedliche Strategien verfolgen?

Die Ausweitung auf andere Länder und damit Gesellschaften „würde immer in Abstimmung und Einverständnis der jeweiligen VIG-Versicherungsgesellschaft erfolgen“, so der Konzern zum VersicherungsJournal.

„Das heißt auch, dass dieses Angebot individuell von einer operativen Gesellschaft in einem VIG-Markt verfolgt werden kann und nicht für alle in diesem Markt tätigen VIG-Gesellschaften gilt.“

In Polen fungiere Compensa als Produktentwickler und Schadensabwickler für Beesafe. „Daneben haben wir mit der Interrisk und der Wiener zwei weitere Sachversicherungsgesellschaften ohne dieses digitale Angebot laufen.“

Zusatz, nicht Ersatz

Ersetzen soll die digitale Schiene die „klassische“ nicht, antwortet die VIG auf eine entsprechende Frage der Redaktion. Das digitale Angebot sei „ganz klar als zusätzliches Angebot“ zu verstehen.

Alle anderen Vertriebswege und Abschlussmöglichkeiten für den Kunden behalte man bei. „Eines unserer Managementprinzipien ist die Verfolgung der Mehrvertriebskanäle, sprich dem Kunden alle Wege für den Versicherungsabschluss zu ermöglichen“, so das Unternehmen.

Mit Beesafe reagiere die VIG darauf, dass die Gruppe derer, die ein stark onlineaffines Kaufverhalten aufweist, wachse und es immer mehr entsprechende Angebote und Anbieter gebe. „Das müssen auch keine Versicherungen mehr sein – Stichwort Amazon und Google.“

„Diese Kunden würden uns sonst eventuell verloren gehen, da sie einfache Versicherungen nicht über einen Versicherungsberater oder Makler abschließen wollen bzw. diese Kontaktpunkte nicht suchen.“

 
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