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Versicherung von Luxusgütern – eine Chance für Berater?

18.11.2020 – Kunstwerke, Schmuck und teure Uhren oder Oldtimer: Die Preise steigen und Anleger nützen Luxusgüter zunehmend für die Diversifikation ihrer Portfolios. Für deren Versicherung gibt es aber eine ganze Reihe an Herausforderungen, auf die der Experte Philip Machat beim Bildungstag der Versicherungsmakler einging.

Die Corona-Krise hat den „Versicherungsmakler Bildungstag 2020“ am gestrigen Dienstag ins Internet verlegt. In knapp neun Stunden wurden in Webinaren von Experten aktuelle Themen behandelt, die Inhalte sind laut Wirtschaftskammer für die Weiterbildungsverpflichtung anrechenbar.

Das VersicherungsJournal hat den Online-Bildungstag mitverfolgt und bringt in der Folge eine Zusammenfassung einiger Highlights.

Hohe Wertsteigerungen

In seinem Vortrag „Versicherung hochwertiger Einzelstücke – Bedarfserkennung und passende Konzepte“ gab Philip Machat von Douglas-Machat & Cie GmbH Einblick in seinen Alltag als Versicherungsmakler, der sich seit 2005 auf Kunstversicherungen spezialisiert hat.

Kunst, Schmuck und Wertgegenstände seien für Kunden ein sehr emotionales Thema, betonte Machat einleitend. Seit zehn bis 15 Jahren seien sie für vermögende Privatkunden und institutionelle Investoren aber auch Teil der Diversifizierung ihres Portfolios.

Rund 350 bis 400 Milliarden US-Dollar werden im Luxusmarkt pro Jahr umgesetzt. Und nicht nur im höchsten Segment, sondern überall gebe es große Wertsteigerungen. Dies sei auch eine Herausforderung für die Versicherungsdeckung.

Herausforderungen für die Versicherung

Grundsätzlich sei ein Kunstwerk nur so viel wert, wie jemand anderer zu einem bestimmten Zeitpunkt dafür zu zahlen bereits ist. Daraus ergebe sich aber eine Intransparenz der Preise, die für Versicherungen ein Problem darstelle.

Eine weitere Herausforderung könne auch die Authentizität eines Kunstwerks sein; auch dafür gebe es eigene Versicherungen. Die Probleme würden allerdings nach dem Kauf erst anfangen.

So gehe es beispielsweise um die Frage, wie die Volatilität der Werte abgesichert werden kann, wie also die Versicherung mit steigenden Werten mitwachsen kann. Und natürlich stelle sich die Frage, wie die Gegenstände aufbewahrt und gesichert werden.

Wichtigstes Versicherungsprodukt seien All-Risiko-Sachdeckungen zu vereinbarten Werten. Damit würden im Schadenfall die Werte außer Streit stehen, so Machat. Je höher die Versicherungssumme, desto weniger passe eine klassische Inhaltsversicherung.

Meistens Teilschäden

Jeder denke bei Luxusgütern zuerst an Diebstahl – tatsächlich würden aber die wenigsten Schadenfälle Diebstahl betreffen. Am häufigsten würden klassische Beschädigungen auftreten, sie machen rund 34 Prozent der Schadenfälle aus.

Erst danach folgen mit 27 Prozent Diebstähle, 14 Prozent der Schadenfälle betreffen Brandschäden, 13 Prozent Sturm- oder Wasserschäden, so Machat. Nur selten komme es zu Totalschäden, deshalb sei es wichtig, dass Teilschäden abgedeckt sind.

Dabei seien Fingerspitzengefühl und Expertise nötig. Machat erzählt, dass Kunden bei Corona und Betriebsunterbrechung oft entspannter sind als im Bereich Schmuck, Kunst oder Oldtimer: „Da kümmert sich immer der Eigentümer selbst darum.“

Besondere Versicherungsbedingungen

Zu den Besonderheiten von Kunst- oder Schmuckpolizzen zähle, dass es keine Wertfeststellung im Nachhinein gebe. Neben den vereinbarten Werten gebe es Vorsorgesummen, womit Werterhöhungen und Neubeschaffungen automatisch mitversichert sind.

Wichtig sei auch, dass es in den meisten Verträgen für Schmuckversicherungen keine Wiedereinsetzungsklausel gibt, der Versicherungsnehmer also nicht zu einer Wiederbeschaffung verpflichtet ist. Versichert sei auch das Verlieren oder Liegenlassen von Schmuckgegenständen.

Darüber hinaus werden Gegenstände bereits ab dem Kauf versichert, was beispielsweise bei der Ersteigerung eines Kunstwerks im Ausland von Bedeutung sei. Und es können mehrere Risikoorte vereinbart werden, es gebe eine weltweite Deckung inklusive Tragerisiko oder für Kunsttransporte.

Eine Spezialität seien auch „Pair-or-Set-Klauseln“. Häufig sei ein Set wertvoller als die Summe seiner Einzelteile, deshalb könne bei Beschädigung oder Verlust eines Teils – beispielsweise eines Ohrringes – die gesamte Versicherungssumme bezahlt werden. Ebenso seien Wertminderungen nach Reparaturen versichert.

Tipps für Berater

Typisch sei, dass die Deckung im Gespräch mit Experten maßgeschneidert wird und das Underwriting in Form einer Einzelfallbeurteilung durch Spezialisten erfolge. Ebenso erfolge die Schadenabwicklung durch spezialisierte Schadenteams.

Diskretion sei in der Versicherung von Luxusgütern das oberste Gebot, der Versicherungsnehmer sollte dasselbe Gefühl haben, wie wenn er mit seinem Privatbankier oder Family Office spricht.

Berater könnten die Kunst- und Schmuckversicherung zur Absicherung ihrer Kundenverbindung nützen und sie als Nischenversicherung in ihre Beratung einbauen, empfiehlt Machat. Weil aber eine eventuelle Schadenabwicklung meist komplex und sehr emotional sei, empfiehlt er eine Zusammenarbeit mit Spezialisten.

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Ausbildung · Versicherungsmakler
 
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