ÖVM rät: Betriebsunterbrechungsversicherung prüfen

24.11.2022 – Der ÖVM empfiehlt, die Haftungszeit in der Betriebsunterbrechungsversicherung über zwölf Monate hinaus zu verlängern. Außerdem sollten Unternehmen idealerweise über einen Plan zur Betriebsfortführung verfügen.

Auf die Problematik von Lieferkettenunterbrechungen und -verzögerungen – und in der Folge möglichen Betriebsunterbrechungen – machte der Österreichische Versicherungsmaklerring (ÖVM) in einer Aussendung am Mittwoch aufmerksam.

Dies könne Unternehmen unterschiedlicher Größe treffen. „Immerhin zeigen Studien, dass rund 80 Prozent der Großbetriebe und rund 65 Prozent aller Kleinbetriebe über eingeschränkte Verfügbarkeit von Gütern, Maschinen und Anlagen klagen“, so der ÖVM.

ÖVM-Präsident Alexander Punzl (Bild: Klaus Ranger)
ÖVM-Präsident
Alexander Punzl
(Bild: Klaus Ranger)

„Dabei muss man bedenken, dass wir hier von normalen Betriebsabläufen sprechen“, sagt ÖVM-Präsident Alexander Punzl. „Wie ist das Szenario, wenn es zu nicht planbaren Schäden kommt?“

Nicht planbare Schäden

Wenn es zu nicht planbaren Schäden – wie etwa einem Brand – komme, leiste die Betriebsunterbrechungsversicherung üblicherweise zwölf Monate lang und ersetze den entgangenen Deckungsbeitrag, erläutert der ÖVM.

Sollte die Wiederherstellung des beschädigten Gebäudes oder etwa die Lieferzeit der verbrannten Maschinen und benötigten Güter länger als ein Jahr dauern, leiste die Versicherung ab diesem Zeitpunkt nicht mehr.

Punzl selbst arbeite derzeit an einem Fall, wo ein feuergeschädigtes Unternehmen mit einem Sach- und Betriebsunterbrechungsschaden von rund 15 Millionen Euro 24 Monate benötige, um das Unternehmen auf jenen Stand zu bringen, auf dem es wirtschaftlich vor dem Schaden war.

Über Verlängerung der Zwölf-Monate-Frist nachdenken

Der ÖVM empfiehlt in seiner Mitteilung daher, „die Polizzen der Betriebsunterbrechungsversicherung zu prüfen und über eine Verlängerung der üblichen 12 Monate nachzudenken“.

Sinnvoll sei, sich etwa bei Maschinen-Lieferanten über derzeit übliche Lieferzeiten zu erkundigen. „Auch die Wiedererrichtung der Firmengebäude könnte länger als ein Jahr dauern.“

Unternehmensinhabern rät Punzl, die „krisenbedingte Anpassung“ mit ihrem Makler zu besprechen. „Die Prämie erhöht sich nicht linear – sie wird bei einer Verdoppelung der Haftungszeit etwa um ein Drittel bis zur Hälfte steigen.“

Betriebsfortführungsplanung, zumindest Notfallplanung

Darüber hinaus legt der ÖVM Unternehmen nahe, auch eine Betriebsfortführungsplanung oder zumindest eine Notfallplanung mit einem Risikomanagementunternehmen ihrer Wahl auszuarbeiten.

Nach Angaben des deutschen Bundesverbandes technischer Brandschutz sei es nämlich so, dass 70 Prozent aller Unternehmen, die keinen Betriebsfortführungsplan haben, nach einem Großschaden Insolvenz anmelden müssen.

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