WERBUNG

Knackpunkt Garantien, Knackpunkt Einmalauszahlung

20.4.2021 – In einem Interview mit der „Versicherungsrundschau“ nimmt FMA-Bereichsleiter Peter Braumüller zur Garantie in der klassischen Lebensversicherung Stellung. Am „Paneuropäischen Pensionsprodukt“ findet er kritisch, dass es nicht zwingend mit der Auszahlung als Rente verbunden ist und daher nicht notwendigerweise ein Produkt zur Altersvorsorge sei.

In der jüngsten Ausgabe der „Versicherungsrundschau“ nimmt Peter Braumüller, seines Zeichens Leiter des Bereichs Versicherungs- und Pensionskassenaufsicht in der Finanzmarktaufsicht (FMA), zu einer Reihe aktueller Branchenthemen Stellung, unter anderem zur Lebensversicherung.

Zur Frage nach der Perspektive der klassischen Lebensversicherung hält er zunächst fest, dass die Höhe der Absicherungskosten gerade in einem Niedrig- und Minuszinsumfeld wesentlich an Bedeutung gewinne.

Das gelte „insbesondere in einem System, das Garantien nicht nur am Ende, sondern auch während der Laufzeit bietet und in dem erworbene Gewinne relativ rasch als garantiert gelten“.

Derartige Produkte, so Braumüller, können im beschriebenen Zinsumfeld „nur dann einigermaßen attraktiv bleiben, wenn die Garantien nach den genauen Bedürfnissen der Kundinnen und Kunden maßgeschneidert sind“.

Frage, was dem Kunden tatsächlich wichtig ist

Das Nachfragepotenzial sei „offensichtlich nach wie vor relativ groß“, allerdings müsse man sich unter den aktuellen Bedingungen die Frage stellen, was dem Kunden tatsächlich wichtig ist.

Wenn es vor allem die Höhe der garantierten Leistung etwa beim Pensionsantritt ist, „dann würde wohl eine endfällige Garantie ausreichen, die veranlagungstechnisch kostengünstiger darzustellen wäre als in dem Fall, in dem sich das Interesse auch auf Gewinnansammlung während der Laufzeit oder relativ hohe garantierte Rückkaufswerte erstreckt“.

Für die Aufsicht sei jedenfalls wichtig, dass die Produkte den Wünschen und Bedürfnissen der Kunden entsprechen und diese „vor Vertragsabschluss sowie laufend alle für eine fundierte Entscheidung notwendigen Informationen erhalten.

Kritik: Pepp nicht zwingend ein Rentenprodukt

Ein Thema in dem Interview ist auch das Paneuropäische Pensionsprodukt „Pepp“. Braumüller beurteilt die Idee, „durch die Schaffung eines neuen europäischen Regulierungsrahmens das Interesse für private Vorsorge zu stärken“, als positiv.

Problematisch sei jedoch, dass es nicht nur von Versicherern verkauft werden soll und daher nicht zwingend mit einer Rente verbunden sei, „diese kann man nur am Ende der Laufzeit mit dem angesparten Kapital bei einem Versicherungsunternehmen in Anspruch nehmen“.

Letzten Endes sei das Pepp daher nicht notwendigerweise ein Produkt der Altersvorsorge im eigentlichen Sinn.

Ein wesentlicher Faktor für den Erfolg des Pepp werde die steuerliche Behandlung in den einzelnen Mitgliedsstaaten sein. Diese sei allerdings noch weitgehend offen, „es bleiben also noch einige Unsicherheiten“.

Weiterführende Information

Das vollständige Interview ist in der Versicherungsrundschau 3/2021 zu lesen.

Leserbriefe zum Artikel:

Rudolf Mittendorfer - Ein Experte – unter vielen Dilettanten?! . mehr ...

Schlagwörter zu diesem Artikel
Altersvorsorge · Lebensversicherung · Pensionskasse · Rente  · Verkauf · Versicherungsaufsicht
 
WERBUNG
WERBUNG
Ihr Wissen und Ihre Meinung sind gefragt

Ihre Leserbriefe können für andere Leser eine wesentliche Ergänzung zu unserer Berichterstattung sein. Bitte schreiben Sie Ihre Kommentare unter den Artikel in das dafür vorgesehene Eingabefeld.

Die Redaktion freut sich auch über Hintergrund- und Insiderinformationen, wenn sie nicht zur Veröffentlichung unter dem Namen des Informanten bestimmt ist. Wir sichern unseren Lesern absolute Vertraulichkeit zu! Schreiben Sie bitte an redaktion@versicherungsjournal.at.

Allgemeine Pressemitteilungen erbitten wir an meldungen@versicherungsjournal.at.

Täglich bestens informiert!

Der VersicherungsJournal Newsletter informiert Sie von montags - freitags über alle wichtigen Themen der Branche.

Ihre Vorteile

  • Alle Artikel stammen aus unserer unabhängigen Redaktion
  • Die neuesten Stellenangebote
  • Interessante Leserbriefe

Jetzt kostenlos anmelden!

VersicherungsJournal in Social Media

Besuchen Sie das VersicherungsJournal auch in den sozialen Medien:

  • Facebook – Ausgewähltes für den Vertrieb
  • Twitter – alle Nachrichten von VersicherungsJournal.at
  • Xing News – Ausgewähltes zu Karriere und Unternehmen
Diese Artikel könnten Sie noch interessieren
27.4.2016 – Bei der Fachtagung Lebensversicherung diskutierte ein prominent besetztes Podium unter anderem über das „Um und Auf“ der Beratungsqualität, Rücktrittsrechte, Rückkaufswerte und Kostenoffenlegung. mehr ...
 
26.4.2016 – Am ersten Tag der diesjährigen „Fachtagung Lebensversicherung“ trafen die Meinungen einer hochkarätig besetzten Runde aus Versicherungs- und Pensionskassen-Vorständen, Konsumentenschutz und Aufsicht aufeinander. mehr ...