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Geldvermögen: „Rekordanstieg“ im Corona-Jahr

8.10.2021 – Das globale Brutto-Geldvermögen der privaten Haushalte ist 2020 um 9,7 Prozent, jenes in Österreich um 5,3 Prozent gewachsen, besagt der neue Allianz-Vermögensreport. Das Pro-Kopf-Geldvermögen belaufe sich in Österreich brutto auf 86.502 Euro, nach Abzug der Schulden auf netto 63.588 Euro.

Allianz Global Wealth Report 2021 (Cover; Quelle: Allianz)
Allianz Global Wealth Report 2021
(Cover; Quelle: Allianz)

Das globale Brutto-Geldvermögen ist 2020 um 9,7 Prozent gewachsen, es erreichte – erstmals – den Wert von 200 Billionen Euro.

Auch das Netto-Geldvermögen, also das Bruttovermögen nach Abzug der Schulden, legte zu, und zwar um elf Prozent auf 153,5 Billionen Euro.

Zu diesem Ergebnis gelangen Experten von Allianz Research in ihrem am Donnerstag veröffentlichten jüngsten „Allianz Global Wealth Report“.

Der Bericht analysiert jährlich Geldvermögen und Verschuldung der privaten Haushalte. In der aktuellen Auflage erfasst er 57 Länder, die laut Allianz 68 Prozent der Weltbevölkerung und 91 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts ausmachen.

Weniger Konsummöglichkeiten, viele staatliche Hilfen

„Lockdowns reduzierten weltweit die Konsumgelegenheiten drastisch, gleichzeitig mobilisierten Geld- und Fiskalpolitik ungeahnte Summen zur Unterstützung der Märkte und Menschen“, schreibt die Allianz.

„Das Ergebnis: Frisch angesparte Gelder schnellten um 78 Prozent in die Höhe, Bankeinlagen weltweit stiegen erstmals zweistellig (11,9 Prozent) und die Zuflüsse in Bankkonten verdreifachten sich nahezu.“

Getrieben von der Börsenentwicklung, habe auch die Vermögensklasse der Wertpapiere global um 10,9 Prozent zugelegt.

Zuwachs auch in Österreich

Österreich scheint in der Analyse mit einem Brutto-Geldvermögen von 779 Milliarden Euro (+5,3 Prozent gegenüber 2019) oder 86.502 Euro (+4,7 Prozent) pro Kopf auf.

Die Verbindlichkeiten stiegen 2020 um 3,4 Prozent auf 206 Milliarden Euro, „etwas stärker als in den letzten beiden Jahren, aber unter dem europäischen Durchschnitt“, so die Allianz.

Unter dem Strich ergibt sich nach Abzug der Schulden somit ein Netto-Geldvermögen von 573 Milliarden Euro (+6,1 Prozent) oder 63.588 Euro (+5,5 Prozent) pro Kopf.

Hinter den Zahlen stehe ein „Rekordzuwachs von angesparten Geldern im Wert von 30 Milliarden Euro, wovon allein 20 Milliarden Euro auf Bankkonten landeten“, erläutert die Allianz.

„Brauchen dringend eine neue Sparkultur“

Ludovic Subran, Chefökonom der Allianz, sieht ungenutzte Möglichkeiten hinsichtlich der globalen Entwicklungen: „So beeindruckend die Zahlen sind, viele Haushalte sparen nicht wirklich, sondern legen ihr Geld einfach beiseite.“ Das sei eine verpasste Chance für Vorsorge und Nachhaltigkeit.

Subran: „Meine Befürchtung ist, dass die Haushalte, wenn sie anfangen, ihre gehorteten Gelder aufzulösen, diese zum Nachholen des Konsums nutzen und damit nur die Inflation weiter anfachen. Wir brauchen dringend eine neue Sparkultur.“

Rémi Vrignaud, CEO der Allianz-Gruppe Österreich, appelliert denn auch an die Politik, „steuerliche Anreize für ökologische und sozial verträgliche Investitionen“ zu schaffen, „zum Beispiel Steuerfreiheit für nachhaltig veranlagte Lebensversicherungen“.

Prognose für 2021: kräftiges Wachstum

Für 2021 geben sich die Allianz-Experten optimistisch: Sie rechnen damit, dass das globale BIP heuer „kräftig wachsen“ wird, dies „dank der Impfkampagne, die die Wiedereröffnung der Wirtschaft und zumindest eine partielle Rückkehr zur Normalität“ ermögliche; hinzu komme eine lockere Geldpolitik ebenso wie eine „großzügige Fiskalpolitik“.

Sofern es nicht in den letzten Monaten des Jahres noch zu einer „heftigen Börsenkorrektur“ komme, dürfte das globale Brutto-Geldvermögen um rund sieben Prozent wachsen, lautet die Prognose. „Ein dynamisches Wachstum, das auch in Österreich spürbar sein sollte“ – so sei schon im ersten Halbjahr 2021 ein Plus von „deutlich mehr als drei Prozent“ in den Haushalten zu verzeichnen.

Allianz-Vermögensstudie 2021: Geldvermögen pro Kopf im Jahr 2020

brutto

netto

Rang

Land

Euro

+/– ggü. 2019

Rang

Land

Euro

+/– ggü. 2019

1.

Schweiz

313.259

3,1 %

1.

USA

218.469

12,9 %

2.

USA

260.582

11,2 %

2.

Schweiz

212.052

3,7 %

3.

Dänemark

212.568

10,4 %

3.

Dänemark

149.241

14,6 %

4.

Niederlande

180.193

9,3 %

4.

Niederlande

128.557

12,5 %

5.

Schweden

173.133

7,8 %

5

Schweden

124.763

8,8 %

6.

Singapur

152.590

7,6 %

6

Singapur

118.934

10,9 %

7.

Australien

151.689

3,9 %

7

Taiwan

117.659

11,2 %

8.

Neuseeland

144.656

3,4 %

8

Neuseeland

114.171

3,0 %

9.

Taiwan

139.831

10,5 %

9

Japan

100.471

2,8 %

10.

Kanada

139.413

6,1 %

10.

Belgien

98.929

3,7 %

18.

Österreich

86.502

4,7 %

16.

Österreich

63.588

5,5 %

19.

Deutschland

85.367

6,3 %

18.

Deutschland

61.760

7,2 %

Zum Herunterladen

Der „Allianz Global Wealth Report 2021“ (55 Seiten, englisch) kann von einer gesonderten Webseite des Allianz-Konzerns heruntergeladen werden.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Lebensversicherung · Nachhaltigkeit · Ranking
 
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