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Der fast unmögliche Vergleich von Haushaltsversicherungen

9.5.2018 – Die AK hat erstmals seit 2012 wieder Haushaltsversicherungen verglichen. Unter den 15 Anbietern wurden große Leistungs- und Preisunterschiede festgestellt, eine Vergleichbarkeit sei aber kaum gegeben, so die Studienautoren. Deutlich sind die Änderungen seit der letzten Erhebung: Die Prämien sind größtenteils gesunken, der Leistungsumfang gestiegen. Kunden rät die AK, sich ausreichend zu informieren und von einem qualifizierten Vermittler beraten zu lassen.

In einer Studie hat die Arbeiterkammer Wien Haushaltsversicherungen unter die Lupe genommen. Dabei sollten einerseits deren wesentlichen Bausteine, Grundbegriffe und Leistungsbestandteile erläutert werden, andererseits sei „anhand eines konkreten Modells“ eine Analyse des österreichischen Marktes durchgeführt worden.

Darüber hinaus seien Neuerungen und Verbesserungen der letzten Jahre erfasst worden. Abschließend hat die AK Verbrauchertipps „für einen optimalen und kosteneffizienten Schutz“ in die Studie aufgenommen.

Die in der Studie verglichenen Versicherungsangebote wurden im Jänner und Februar 2018 erhoben. Es seien 20 Versicherungsgesellschaften angefragt worden, so die AK. Fünf von ihnen hätten eine Teilnahme abgelehnt. Untersucht wurden Maklertarife, die entweder per E-Mail angefragt wurden oder aus Online-Publikationen gestammt hätten.

Was verglichen wurde

Grundlage des Vergleichs war eine Wohnung mit einer Wohnfläche von 90 Quadratmetern in Wien, mit einer „durchschnittlichen oder wohnlichen Ausstattung“, ohne Balkon oder Terrasse. Die größte Glasfläche wurde mit zwei Quadratmetern festgelegt.

Weiters wurde angenommen, dass keine besonderen Wertgegenstände und keine besonderen Sicherheitsvorkehrungen vorhanden sind. Schließlich sollte die Versicherungssumme pauschal auf Basis der Quadratmetergröße ermittelt werden.

Zum Vergleich herangezogen wurden Produkte, die neben den üblichen Leistungsbestandteilen (Feuer, indirekter Blitzschlag, Sturm, Leitungswasser, Einbruch und Vandalismus) auch einen Unterversicherungsverzicht, Neuwertersatz und Privathaftpflicht umfassen, so die AK.

Bei mehreren Tarifen sei die Variante gewählt worden, die auch eine Leistung bei grober Fahrlässigkeit beinhalte.

AK ortet enorme Unterschiede

Neuer AK-Vergleich zu Haushaltsversicherungen (Cover; Quelle: AK)
Neue AK-Studie zu
Haushaltsversicherungen
(Cover; Quelle: AK)

Große Unterschiede gebe es bei Prämien, Leistungen und Versicherungssummen sowie bei Zusatzservices und Kommunikationskanälen.

Den günstigsten Tarif inklusive Glasbruch und ohne Selbstbehalt biete die Zürich Versicherungs-AG an (124,11 Euro Jahresprämie), den teuersten die HDI Versicherung AG (230 Euro). Als durchschnittliche Prämie hat die AK einen Wert von 175,54 Euro pro Jahr ermittelt.

Dazu vermerkt die AK aber, dass die angegebenen Prämien und Versicherungssummen nur zur Orientierung dienten. Zu beachten ist auch, dass unterschiedliche Laufzeiten (zwischen einem und zehn Jahren), teilweise Dauerrabatte sowie unterschiedliche Versicherungssummen in den Vergleich eingeflossen sind.

Darüber hinaus wurden Direktversicherer, Tarife des Online-Maklers Versnova.at sowie von den Versicherern mitgeteilte Tarife, die einen durchschnittlichen Maklerrabatt beinhalten, miteinander verglichen. In diesem Zusammenhang erwähnt die AK auch, dass Preise und Leistungsdeckungen je nach Vermittlergruppen unterschiedlich sein können.

Änderungen seit letzter Studie

Die AK hat zuletzt 2012 eine vergleichbare Erhebung durchgeführt. Bis auf zwei Ausnahmen seien die Tarife seit damals deutlich gesunken. Bei gleicher oder sogar höherer Deckung hat die AK um bis zu 50 Prozent niedrigere Prämien festgestellt.

Erhöht habe sich auch der Umfang der Leistungen. So gebe es nun bei der Privathaftpflicht bei allen Tarifen eine weltweite Deckung, während bei der letzten Erhebung nur eine europaweite Deckung „üblich“ gewesen sei. Darüber hinaus hätten einige Versicherungen auch die Deckungssummen erhöht.

Schließlich sei auch der Leistungsumfang in Bezug auf die Deckung bei grober Fahrlässigkeit gestiegen, stellte die AK fest.

AK-Tipps für Konsumenten

Ein Online-Abschluss spare den Versicherungsgesellschaften zwar Zeit, Verwaltungs- und Vertriebskosten, sei „im Regelfall“ für den Konsumenten aber nicht mit den gleichen Vorteilen verbunden, so die AK. Damit könne beispielsweise ein Abschluss bei einem Versicherungsmakler günstiger ausfallen.

Wegen des großen Umfangs an Leistungsbestandteilen sei eine Vergleichbarkeit „kaum gegeben“. Die AK weist in diesem Zusammenhang neben den Produktinhalten auf weitere Faktoren wie Kundenbetreuung, Polizzierung, Schadenbearbeitung, Kulanzbereitschaft oder Kündigungsbereitschaft hin, die „kaum bis gar nicht“ eingerechnet werden könnten.

Abschließender Tipp der Arbeiterkammer: Kunden sollten sich ausreichend informieren oder von einem qualifizierten Vermittler ihres Vertrauens beraten und sich ein auf die jeweiligen Bedürfnisse zugeschnittenes Angebot erstellen lassen.

Zum Herunterladen

Die komplette Studie kann von der Website der AK Wien unter diesem Link heruntergeladen werden.

Leserbriefe zum Artikel:

Rudolf Mittendorfer - Bemerkenswerte Untersuchung und Schlußfolgerung. mehr ...

Schlagwörter zu diesem Artikel
Dauerrabatt · Direktvertrieb · Haushaltversicherung · Versicherungsmakler
 
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