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A.C.I.C: Viele KMUs unterschätzen Zahlungsausfallrisiko

22.10.2019 – In der klassischen Schadenversicherung wurden letztes Jahr 4,9 Milliarden Euro an Prämien ein- und 2,9 Milliarden Euro an Leistungen ausgezahlt. Bei knapp 5.000 Unternehmensinsolvenzen seien Gesamtpassiva von 2,07 Milliarden Euro angefallen, das Prämienvolumen aber gerade einmal bei 150 Millionen Euro gelegen, sagt Kreditversicherungsmakler A.C.I.C. Besonders im KMU-Bereich werde das Risiko eines Forderungsausfalls unterschätzt.

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Erst vor kurzem hat die Creditreform Wirtschaftsauskunftei Kubicki KG prognostiziert, dass die Ausfallrate bei Unternehmen – nach fünf Jahren des Rückgangs – heuer wieder leicht ansteigen dürfte (VersicherungsJournal 3.10.2019).

„Die Hochkonjunkturphase dürfte ihren Zenit überschritten haben. Die Unsicherheiten bezüglich des Brexits und der Handelsstreit zwischen den USA und China sowie der Krisenherd im Nahen Osten wirken sich negativ auf die heimischen Unternehmen aus“, so Creditreform.

Mit Gegenwind hat beispielsweise die Kfz-Branche zu kämpfen. Der Kreditversicherer Coface Österreich sprach im Juli 2019 davon, dass „Automobilindustrie und schwache deutsche Wirtschaft“ das heimische Wirtschaftswachstum verlangsamen.

Die Acredia Versicherung AG ließ im September verlauten: „Generell wird erwartet, dass die gesamte Automobilindustrie in den kommenden Jahren stagniert. Diese Prognose spüren die Zulieferer schon jetzt.“

Vor allem KMUs ohne Kreditversicherung

Peter Androsch (Bild: A.C.I.C./Nadja Nemetz)
Peter Androsch (Bild: A.C.I.C./Nadja Nemetz)

Die Gefahren eines Zahlungsausfalls würden allerdings von vielen Unternehmen teils unterschätzt, heißt es aus der A.C.I.C. Kreditversicherungsmakler GmbH.

„Im Gegensatz zu Großunternehmen ist die Kreditversicherung bei österreichischen Klein- und Mittelunternehmen noch nicht ausreichend etabliert“, sagt Geschäftsführer Peter Androsch.

Große Lieferanten seien sich ihrer Funktion als „Kreditgeber vom Zeitpunkt der Lieferung bis zur Bezahlung der Ware“ bereits bewusst und die Kreditversicherung ein „wirksamer Bilanzschutz“ für sie. KMUs hingegen verstünden sich in erster Linie als Leistungserbringer und nicht als Kreditgeber.

Das Maklerbüro sieht darin einen Grund dafür, dass „sich erst rund 6.000 österreichische Unternehmen einer Kreditversicherung bedienen“. Insgesamt gibt es der KMU Forschung Austria zufolge rund 337.800 KMUs (2017).

Sachanlagen besser versichert als Forderungen

Diese Sichtweise der nicht-kreditversicherten Unternehmen halte einer näheren Betrachtung jedoch nicht stand. Androsch erklärt: „In einer durchschnittlichen österreichischen GmbH-Bilanz befindet sich als größte Einzelbilanzposition auf der Aktiv-Seite ‚Forderungen aus Lieferungen und Leistungen‘.“

Diese Position mache laut KMU Forschung Austria im Schnitt mehr als 30 Prozent der Bilanzsumme aus. „Hingegen entspricht das oft bestens versicherte Sachanlagevermögen nur rund 25 Prozent der Bilanzsumme.“

Aus Sicht von A.C.I.C. lässt dies den Schluss zu, dass das Risiko eines Forderungsausfalls von vielen Unternehmen als geringer erachtet werde als etwa eine Betriebsunterbrechung oder ein Brandschaden.

Fehleinschätzung des Risikopotenzials

Diese Einschätzung widerspreche allerdings „massiv“ den statistisch erfassten Risikopotenzialen.

So seien 2018 in Österreich 4.980 Insolvenzen mit Gesamtpassiva von 2,07 Milliarden Euro verzeichnet worden. In der klassischen Schadenversicherung (ohne Kfz) seien bei 1,78 Millionen Schadensfällen Versicherungsleistungen von 2,85 Milliarden Euro geflossen.

„Trotzdem wurden in der Schadensparte überproportional hohe Vorsorgen getroffen. Dort lagen die Gesamtprämien bei 4,93 Milliarden Euro, während im Kreditversicherungsbereich gerade einmal 150 Millionen Euro investiert wurden“, so A.C.I.C.

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Darlehen · Geschäftsbericht  · Kreditversicherung
 
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