Vienna Insurance Group übertrifft Vorkrisenniveau

19.11.2021 – In allen Sparten mit Ausnahme der Einmalerläge in der Lebensversicherung und in nahezu allen Märkten konnte die Vienna Insurance Group in den ersten neun Monaten die Prämien steigern. Zusammen mit einer niedrigeren Schadenquote und einem besseren Finanzergebnis führte dies zum Anstieg des Vorsteuergewinnes um 41 Prozent. Damit übertrafen die Ergebnisse auch die Werte aus der Zeit vor der Pandemie.

Generaldirektorin Elisabeth Stadler ist für das Gesamtjahr optimistisch (Bild: Ian Ehm)
Generaldirektorin Elisabeth
Stadler ist für das Gesamtjahr
optimistisch (Bild: Ian Ehm).

Die Vienna Insurance Group AG hat in den ersten neun Monaten 2021 die wichtigsten Kennzahlen nicht nur gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres deutlich verbessert, sondern auch die Zahlen von 2019 und damit von vor der Pandemie übertroffen, heißt es in der Pressemitteilung zum dritten Quartal.

Die diversifizierte Aufstellung und rasches lokales Handeln hätten es ermöglicht, die Entwicklung des Versicherungsgeschäfts trotz der nach wie vor herrschenden Pandemie gut zu managen, so Generaldirektorin Elisabeth Stadler.

Das Prämienvolumen konnte gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres insgesamt um 5,1 Prozent auf 8.390,8 Millionen Euro gesteigert werden. Sehr gut habe sich insbesondere das Firmengeschäft mit einem Zuwachs von 13 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro entwickelt.

Prämien: größtenteils Steigerungen

Deutliche Steigerungen gab es in der Schaden-/Unfallversicherung mit +7,2 Prozent auf 5.295,5 Millionen Euro. Dabei verzeichnete die KFZ-Kaskoversicherung einen Prämienzuwachs von 8,6 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro, die KFZ-Haftpflichtversicherung ein Plus von 4,9 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro.

In der Lebensversicherung stiegen die verrechneten Prämien insgesamt um 1,2 Prozent auf 2.658,2 Millionen Euro. Einmalerläge gingen „plangemäß“ um 2,9 Prozent auf 667,7 Millionen Euro zurück, Zuwächse um 2,8 Prozent gab es dagegen in der Lebensversicherung mit laufender Prämienzahlung.

Die Krankenversicherung habe vom erhöhten Gesundheitsbewusstsein und der gestiegenen Vorsorgebereitschaft im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie profitiert, so die VIG. Das Prämienvolumen ist in dieser Sparte um 4,5 Prozent auf 437,1 Millionen Euro gestiegen.

Unter den Regionen weisen Ungarn und Rumänien zweistellige Steigerungsraten auf, betragsmäßig waren die Zuwächse in Tschechien, Polen und Rumänien am höchsten. Leicht rückläufig entwickelte sich das Prämienvolumen in der Slowakei, in Österreich gab es einen minimalen Zuwachs.

Deutlich höheres Vorsteuerergebnis

Aufwendungen für Versicherungsfälle erhöhten sich in den ersten drei Quartalen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,2 Prozent auf 2.667,3 Millionen Euro, Aufwendungen für Versicherungsabschuss und -verwaltung erhöhten sich um 7,4 Prozent auf 1.286,2 Millionen.

Die Combined Ratio verbesserte sich von 96,1 auf 95,2 Prozent, was auf eine niedrigere Schadenquote zurückzuführen ist. Auswirkungen von Unwetterschäden seien durch das „umfassende Rückversicherungsprogramm“ und die strategischen Maßnahmen der Agenda 2020 kompensiert worden.

Das Finanzergebnis inklusive at equity bewerteter Unternehmen erhöhte sich um 3,5 Prozent auf 530,7 Millionen Euro; verantwortlich dafür sei vor allem das dank der Marktstabilisierung bessere Ergebnis aus at equity konsolidierten Unternehmen gewesen.

Das Vorsteuerergebnis stieg im Vergleich zu den ersten neun Monaten 2020 um 41,2 Prozent; dafür ausschlaggebend sei die positive Entwicklung der Schaden-/Unfall- sowie der Krankenversicherung gewesen.

Leichte Zuwächse in Österreich

In Österreich sind die verrechneten Prämien leicht um 0,4 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro gestiegen; Zuwächsen in der Sonstigen Sachversicherung standen Rückgänge bei Einmalerlägen in der Lebensversicherung gegenüber.

Die Combined Ratio blieb stabil bei 95,0 Prozent. Leicht verbessert hat sich die Schadenquote (von 67,7 auf 66,8 Prozent), im gleichen Ausmaß verschlechtert hat sich die Kostenquote (von 27,3 auf 28,1 Prozent).

Bessere versicherungstechnische Ergebnisse in der Lebens- und Krankenversicherung hätten zum höheren Vorsteuerergebnis von 143,6 Millionen Euro (+17,1 Prozent) geführt.

Optimistischer Ausblick

Die VIG sei zuversichtlich, die angestrebten Zielwerte für 2021 zu erreichen, so Stadler. Vor allem in CEE verlaufe die ökonomische Entwicklung besser als erwartet, beim Wirtschaftswachstum sei in dieser Region das Vorkrisenniveau wieder erreicht worden.

Aufgrund der starken Prämienentwicklung in den ersten neun Monaten wird nun damit gerechnet, das Prämienvolumen des Vorjahres von 10,4 Milliarden Euro leicht zu übertreffen; bisher war von Prämien auf Vorjahresniveau ausgegangen worden (VersicherungsJournal 19.8.2021).

Weiterhin wird ein Gewinn vor Steuern zwischen 450 und 500 Millionen Euro erwartet (2020: 346 Millionen); die Combined Ratio soll nachhaltig bei rund 95 Prozent liegen.

Ausgewählte Kennzahlen

Kennzahl

Q1-3/2021

Q1-3/2020

Verrechnete Prämien

- davon Österreich

- davon Tschechien

- davon Slowakei

- davon Polen

8.390,8

3.207,0

1,405,5

548,6

951,3

7.986,4

3.193,8

1.297,0

557,6

889,1

Combined Ratio

95,2 %

96,1 %

Finanzergebnis
(exkl. at equity bewertete Unternehmen)

522,8

518,0

Ergebnis vor Steuern

376,1

266,3

Periodenergebnis
nach Steuern und Minderheiten

274,6

175,0

Kennzahl

30.9.2021

31.12.2020

Kapitalanlagen
(ohne fonds- und indexgebundene LV)

34.647

34.901

Eigenkapital

5.607

5.286

Bilanzsumme

52.151

50.428

Zum Herunterladen

Aufgrund einer Regeländerung für das Marktsegment Prime Market der Wiener Börse veröffentlicht die Vienna Insurance Group AG keinen Zwischenbericht mehr für das erste und dritte Quartal.

Es werden nur ausgewählte Finanzdaten zur Verfügung gestellt, dazu gibt es eine Presseaussendung und eine Präsentation in englischer Sprache. Diese können von einer gesonderten Website des Konzerns heruntergeladen werden.

 
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