Versicherungen erwirtschafteten mehr Prämien

5.12.2018 – Höhere Prämieneinnahmen und niedrigere Versicherungsaufwendungen haben den Versicherungsunternehmen in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres ein gegenüber dem Vorjahr besseres versicherungstechnisches Ergebnis beschert. Gegenüber dem Vergleichszeitraum gesunken sind aber das EGT und die Kapitalanlagen.

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Wie in den beiden vorangegangenen Jahren war das dritte Quartal in Bezug auf die Prämieneinnahmen auch heuer das bisher schwächste im Jahresverlauf. Ein Trend setzte sich weiter fort: Bisher konnten in jedem Quartal Steigerungen gegenüber 2017 verzeichnet werden.

Wie dem „Quartalsbericht Q3 2018“ der Finanzmarktaufsicht (FMA) über die österreichische Versicherungswirtschaft zu entnehmen ist, beliefen sich die verrechneten Prämien im Berichtszeitraum (Juli bis September) auf 3,89 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 1,34 Prozent gegenüber dem dritten Quartal 2017.

In den ersten neun Monaten summierten sich die Prämien insgesamt auf 13,27 Milliarden Euro. Die stärkste Steigerung verzeichnete die Krankenversicherung mit +4,21 Prozent auf 1,67 Milliarden Euro.

Um 3,46 Prozent auf 7,49 Milliarden Euro stiegen die Prämien in der Schaden- und Unfallversicherung. Rückläufig entwickelte sich die Lebensversicherung: Das Prämienvolumen nahm um 2,74 Prozent auf 4,11 Milliarden Euro ab.

Prämienvolumen im dritten Quartal und in den ersten neun Monaten

Sparte

Q3/2018

Q3/2017

1–9/2018

1–9/2017

Schaden/Unfall

2.109

2.033

7.492

7.241

Leben

1.231

1.277

4.111

4.227

Kranken

551

529

1.667

1.600

Gesamt

3.891

3.840

13.270

13.068

Fondsgebundene Lebensversicherung legt zu

Sowohl bei den laufenden Prämien (–96 Millionen Euro) als auch bei den Einmalprämien (–19 Millionen Euro) kam es in der Lebensversicherung in den ersten drei Quartalen zu Rückgängen. Der Anteil der Einmalprämien an den gesamten Lebensversicherungsprämien sank von 14,01 auf 13,93 Prozent.

Wie schon im ersten Halbjahr kam es auch in den ersten neun Monaten in der Lebensversicherung zu Verschiebungen. Prämien aus der fonds- und indexgebundenen Lebensversicherung stiegen um 1,29 Prozent auf 1.017 Millionen Euro.

Gleichzeitig reduzierten sich die Prämien in der konventionellen Lebensversicherung um 3,99 Prozent auf 3.094 Millionen Euro, wodurch sich ihr Anteil an den gesamten Prämien der Bilanzabteilung Leben von 76,25 auf 75,27 Prozent verringerte.

Aufwendungen für Versicherungsfälle weiter gesunken

Erneut gesunken sind die Aufwendungen für Versicherungsfälle, die neben den Zahlungen für Versicherungsfälle auch Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle umfassen. Sowohl gegenüber dem Vorquartal als auch gegenüber dem dritten Quartal 2017 kam es zu Rückgängen.

In Summe betrugen diese Aufwendungen im dritten Quartal 3.226 Millionen Euro. Davon entfielen 1.523 Millionen oder 47,2 Prozent auf den Bereich Schaden/Unfall, 1.336 Millionen Euro (41,4 Prozent) auf die Sparte Leben und 367 Millionen Euro (11,4 Prozent) auf die Krankenversicherung.

Im Vergleich mit dem dritten Quartal 2017 bedeutet dies Rückgänge um 15,04 Prozent in der Sparte Schaden/Unfall sowie um 12,11 Prozent in der Lebensversicherung. Um 9,07 Prozent angestiegen sind dagegen die Aufwendungen in der Krankenversicherung.

Auf den niedrigsten Stand seit dem vierten Quartal 2012 gesunken sind im heurigen dritten Quartal die Rückkäufe in der Lebensversicherung. Mit 371 Millionen Euro lag es deutlich unter den Werten des zweiten Quartals (394 Millionen Euro) und des dritten Quartals 2017 (449 Millionen Euro).

Versicherungstechnisches Ergebnis verbessert

Im ersten Quartal und im ersten Halbjahr war das versicherungstechnische Ergebnis aller Bilanzabteilungen noch hinter dem Wert des Jahres 2017 zurückgeblieben. Nachdem das dritte Quartal im Vorjahr sehr schwach war, konnte der Rückstand nun aufgeholt werden.

Insgesamt verbesserte sich das Versicherungstechnische Ergebnis in den ersten neun Monaten gegenüber dem Vergleichszeitraum 2017 damit um 18,40 Prozent auf 430,4 Millionen Euro.

Zuwächsen in den Sparten Schaden/Unfall (+56,01 Prozent auf 322,5 Millionen Euro) und Leben (+81,92 Prozent auf 68,6 Millionen Euro) stand ein massiver Rückgang in der Krankenversicherung (-66,97 Prozent auf 39,3 Millionen Euro) gegenüber.

Finanzergebnis und EGT weiterhin im Minus

Wie schon in den bisherigen Berichtszeiträumen des laufenden Jahres war auch in den ersten neun Monaten das Finanzergebnis gegenüber dem Vorjahreszeitraum rückläufig. Es sank um 13,17 Prozent auf 1.884,5 Millionen Euro.

Während die Kapitalaufwendungen nur minimal um 4,40 Prozent auf 721,1 Millionen Euro stiegen, reduzierten sich die Kapitalerträge deutlich um 8,93 Prozent oder 255,5 Millionen Euro auf 2.605,7 Millionen.

Damit blieb das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) auch nach neun Monaten um 10,21 Prozent hinter den Vorjahreswerten zurück und erreichte nur noch 892,7 Millionen Euro. Weiterhin den größten Anteil daran hat die Sparte Schaden/Unfall mit 785 Millionen Euro; im Vorjahr waren es noch 836 Millionen gewesen.

Die Umsatz-Rendite (Verhältnis des EGT zu den Prämien) sank in den ersten neun Monaten auf 6,9 Prozent. 2017 war sie im selben Zeitraum noch bei 7,8 Prozent und 2016 bei 9,8 Prozent gelegen.

Kapitalanlagen und Solvabilität

Die Summe aller Assets zu Marktwerten ohne die Kapitalanlagen der fonds- und indexgebundenen Lebensversicherung reduzierte sich auf 107,60 Milliarden Euro, nachdem sie zum Halbjahr noch 108,3 Milliarden und zu Jahresbeginn 109 Milliarden Euro betragen hatte.

21,04 Prozent aller Assets waren (zu Marktwerten) Staatsanleihen, 26,01 Prozent sonstige Anleihen. Beteiligungen an verbunden Unternehmen lagen mit 19,51 Prozent an dritter Stelle. Die stillen Nettoreserven der Kapitalanlagen reduzierten sich im Quartalsvergleich um 6,01 Prozent auf 19,84 Milliarden Euro.

Mehr als die Hälfte der Versicherungsunternehmen wies einen SCR-Solvabilitätsgrad von über 230 Prozent aus und besaß damit doppelt so viele Eigenmittel wie notwendig, so die FMA im Quartalsbericht.

Zum Herunterladen

Der Quartalsbericht Q3 2018 kann als PDF-Dokument (428 KB) von der Website der FMA heruntergeladen werden.

 
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