Uniqa unterschreibt milliardenschweren Deal

10.2.2020 – Die Axa-Gruppe verkauft ihr Versicherungsgeschäft in Polen, Tschechien und der Slowakei, vorbehaltlich grünen Lichts der Behörden, an die Uniqa-Gruppe. Dabei geht es laut Uniqa um fünf Millionen Kunden und rund 800 Millionen Euro Mehrprämie. Die Transaktion ist 1,002 Milliarden Euro schwer und soll bis zum vierten Quartal 2020 abgeschlossen sein.

Gegen Jahresende hatte Uniqa-Konzernchef Andreas Brandstetter im VersicherungsJournal-Interview gesagt, man wäre daran interessiert, Versicherer in Österreich und den bestehenden Märkten in Osteuropa zu kaufen, gleichwohl „nicht um jeden Preis und nicht jede Gesellschaft“ (VersicherungsJournal 6.12.2019).

Nun hat der Preis offenbar gestimmt und die Gesellschaft(en) auch: Am späten Freitagabend verkündeten die Uniqa Insurance Group und die in Paris ansässige Axa-Gruppe die Einigung auf einen Kaufvertrag.

Die Uniqa kauft der Axa deren Gesellschaften in Polen, Tschechien und der Slowakei – Axa XL und Axa Partners sind davon nicht erfasst – zu 100 Prozent ab.

Kaufpreis 1,002 Milliarden Euro

Kaufgegenstand sind laut Uniqa „Versicherungsunternehmen in den Bereichen Leben und Nicht-Leben sowie Wertpapierfirmen, Pensionskassen und Servicegesellschaften der Axa Group in diesen drei Ländern“.

Die Eckdaten der Gesellschaften beschreibt die Uniqa so: rund fünf Millionen Kunden, 2.100 Mitarbeiter und rund 800 Millionen Euro Prämie, der „Produktmix“ bestehe aus 35 Prozent Lebensgeschäft und 65 Prozent Sachgeschäft.

Mit dieser Akquisition investieren wir also in nachhaltiges und anhaltendes Wachstum.

Andreas Brandstetter, CEO Uniqa-Gruppe

Der Preis beträgt nach Axa-Angaben 1,002 Milliarden Euro. Der Kauf steht derweil noch unter dem Vorbehalt, dass alle behördlichen Genehmigungen erlangt werden. Die Axa geht davon aus, dass die Transaktion bis zum vierten Quartal 2020 abgeschlossen werden kann.

„Ergänzen unser bestehendes Geschäft“

Uniqa-Konzernchef Andreas Brandstetter (Bild: Uniqa)
Uniqa-Konzernchef
Andreas Brandstetter
(Bild: Uniqa)

„Wir kennen die Gesellschaften von Axa schon lange, sie passen hervorragend zu unserer langfristigen Strategie“, kommentiert Brandstetter den Deal.

„Mit ihrem Schwerpunkt auf profitables Retailgeschäft und einem ausgewogenen Produktmix ergänzen sie unser bestehendes Geschäft und machen uns zur Nummer fünf in der Wachstumsregion Zentral- und Osteuropa“, so Brandstetter weiter.

Derzeit belegt die Uniqa nach eigenen Angaben Rang sieben im CEE-Raum. Der Konzern ist in der Region in 15 Märkten tätig und hat dort 6,8 Millionen Privat- und Firmenkunden.

Signifikante Vergrößerung der Kundenzahl

Die Uniqa-Gruppe ist in allen drei Ländern bereits seit einigen Jahren präsent.

Den polnischen Markt hat sie 2001 betreten. Mit zwei Gesellschaften und 1,5 Millionen Kunden sei man dort aktuell die Nummer zehn im Markt. Der Erwerb der Axa-Gesellschaften bringe in Polen 3,2 Millionen Kunden und ein Vorrücken auf Platz fünf.

In Tschechien und der Slowakei, wo jeweils eine Uniqa-Gesellschaft besteht, reichen die Wurzeln noch länger zurück, bis 1993 beziehungsweise 1991.

Derzeit sieht sich die Uniqa in Tschechien mit 800.000 Kunden auf Platz sechs, in der Slowakei mit 500.000 Kunden auf Platz vier. Hier bedeute der Axa-Deal einen Zuwachs um 800.000 beziehungsweise 750.000 Kunden. In Tschechien werde die Uniqa damit zur Nummer fünf, in der Slowakei werde Platz vier „gefestigt“.

Drei Wachstumsmärkte

Brandstetter sieht die drei Länder als Märkte, deren Wirtschaft den Uniqa-Analysen zufolge langfristig wachsen wird – und dies signifikant stärker als das Bruttoinlandsprodukt Österreichs. „Mit dieser Akquisition investieren wir also in nachhaltiges und anhaltendes Wachstum“, sagt der Konzernchef.

Der Versicherungsmarkt in Österreich sollte laut Uniqa im kommenden Jahr um 1,5 Prozent wachsen. Deutlich höhere Erwartungen, heißt es aus der Uniqa, zeigten die Prognosen „für Polen (6,2 Prozent), Tschechien (6,8 Prozent) und Slowakei (2,7 Prozent).

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Mitarbeiter · Pensionskasse · Strategie · Verkauf · Versicherungsmarkt
 
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