Uniqa baut Stellen ab

19.11.2020 – Der Konzern hat ein neues Strategieprogramm beschlossen. Das bedeutet einen Stellenabbau, bis 2022 sollen rund 600 Angestellte aus dem Unternehmen ausscheiden. Weiters ist in einer Mitteilung von Wertminderungen auf Firmenwerte in einzelnen Ländern die Rede. Insgesamt dürfte dies zu „Einmalaufwendungen von rund 210 Millionen Euro“ führen.

Am Mittwochabend hat die Uniqa Insurance Group AG in einer Ad-hoc-Aussendung darüber informiert, dass Vorstand und Aufsichtsrat am selben Tag „ein weitreichendes Strategieprogramm für die nächsten Jahre unter dem Namen Uniqa 3.0 beschlossen und genehmigt“ haben.

Neben einem Ausbau der Kundenorientierung ist davon die Rede, „interne Abläufe einfacher, effizienter und kostengünstiger“ zu gestalten. „Damit wird ein Abbau von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Uniqa Gruppe einhergehen“, heißt es in dem Text.

Bis Ende 2022 sollen laut der Planung insgesamt rund 600 angestellte Mitarbeiter der Uniqa-Gruppe ausscheiden. „In möglichst großem Umfang soll der Personalabbau durch den natürlichen Abgang und durch einvernehmliche Vertragsauflösungen erreicht werden. Ein Sozialplan ist vereinbart worden.“

Restrukturierungskosten und angestrebte Einsparungen

Aufgrund der geplanten Maßnahmen, „die hauptsächlich die Reduktion der Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Standort Österreich umfassen“, werde es im Konzernabschluss des Geschäftsjahres 2020 zu Aufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen von bis zu rund 110 Millionen Euro kommen.

Dem stünden „zukünftig angestrebte Einsparungen“ von jährlich bis zu rund 50 Millionen Euro gegenüber.

Der bisherige Mitarbeiterstand

Im Konzernbericht 2019 hatte die Uniqa-Gruppe ihren durchschnittlichen Mitarbeiterstand (Vollzeitäquivalente, FTE) 2019 mit 13.038 (2018: 12.818) angegeben.

Davon waren 4.202 (2018: 4.271) als angestellte Außendienstmitarbeiter im Vertrieb tätig, 8.836 (2018: 8.547) in der Verwaltung. „In Österreich waren 6.193 FTE angestellt (2018: 6.058).“

Einschließlich der Mitarbeiter der exklusiv für die Uniqa tätigen Generalagenturen waren den Angaben zufolge rund 19.200 Personen für die Gruppe aktiv.

„Aktuell keine Prognose für das Geschäftsjahr 2020“

Die Beschlussfassung über das neue Strategieprogramm bedeute auch eine „Überprüfung unserer mittelfristigen Planung“, teilt der Konzern in der Aussendung mit.

Es werde „vorbehaltlich wesentlicher Änderungen in den Kapitalkostenparametern“ für das Geschäftsjahr 2020 Wertminderungen auf Firmenwerte in Bezug auf Serbien, Bulgarien und Rumänien in der Höhe von ungefähr 100 Millionen Euro auslösen.

„Aufgrund der anhaltend hohen Unsicherheiten hinsichtlich der gesamtwirtschaftlichen und finanziellen Entwicklungen kann Uniqa aktuell keine Prognose für das Geschäftsjahr 2020 geben.“

Nähere Informationen sind in Kürze zu erwarten: Das Unternehmen stellt heute in einer Pressekonferenz die Geschäftszahlen zu den ersten drei Quartalen 2020 und das neue Strategieprogramm vor.

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Mitarbeiter · Stellenabbau · Strategie
 
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