Pensionskassen erwarten volatiles Jahr

10.4.2019 – Das erste Quartal ist für die Pensionskassen sehr gut verlaufen, mit einem Performance-Plus von 5,12 Prozent konnte ein großer Teil der Vorjahresverluste wieder wettgemacht werden. Für den weiteren Jahresverlauf zeigt man sich aber nicht sehr optimistisch.

Fachverbands-Obmann Andreas Zakostelsky (Bild: Franz Helmreich)
Fachverbandsobmann
Andreas Zakostelsky
(Bild: Franz Helmreich)

Nachdem die Pensionskassen im Vorjahr eine negative Jahresperformance (–5,18 Prozent) hinnehmen hatten müssen, verlief das erste Quartal 2019 wieder positiv, wie dem jüngsten Pensionskassenbrief des Fachverbandes zu entnehmen ist.

Mit einem Performance-Ergebnis von plus 5,12 Prozent sei in den ersten drei Monaten die negative Entwicklung des letzten Jahres „im Wesentlichen wieder wettgemacht“ worden.

Vor allem die steigenden Kurse amerikanischer und europäischer Aktien sowie die Notenbankpolitik der amerikanischen und europäischen Zentralbanken, die keine rasche Zinsanhebung anstreben, seien für das positive Ergebnis des ersten Quartals verantwortlich gewesen, so der Fachverband.

Langfristige Entwicklung entscheidend

Insgesamt haben derzeit mehr als 947.000 Österreicher, das sind 23 Prozent der heimischen Arbeitnehmer, einen Anspruch auf eine Firmenpension. Die neun Pensionskassen veranlagen ein Vermögen von knapp 22 Milliarden Euro, heißt es im Pensionskassenbrief.

Der Obmann des Fachverbandes, Andreas Zakostelsky, betont im Bericht erneut, dass für die Höhe der Pension der langfristige Veranlagungserfolg entscheidend sei.

Es zeige sich, dass eine diversifizierte Veranlagung auf den Kapitalmärkten die beste Möglichkeit sei, langfristig gute Erträge für einen Kapitalaufbau zu erwirtschaften. Die durchschnittliche Performance der Pensionskassen seit den 1990er-Jahren liege bei plus 5,17 Prozent pro Jahr.

Obwohl eine Betrachtung der Performance in kurzen Zeiträumen oder zu einem Stichtag kein aussagekräftiges Bild ergebe, würden die Pensionskassen Quartalsergebnisse veröffentlichen, um „transparent zu kommunizieren“.

Volatiles Jahr erwartet

Die Pensionskassen erwarten, dass das heurige Jahr volatil verlaufen werde. Die Kapitalmärkte würden „zwischen Konjunktursorgen einerseits und Zinshoffnungen andererseits“ gefangen bleiben, schreibt der Vorstand der Sozialversicherungspensionskasse Sascha König im Pensionskassenbrief.

Trotz scheinbar starker Marktdynamik stehe die jüngste Erholung mittelfristig auf eher schwachen Beinen. Insbesondere die Aktienmärkte würden es aufgrund der anhaltenden Verschlechterung fundamentaler Daten heuer schwer haben, weitere Kursgewinne zu erzielen.

Positive Entwicklungen seien noch bei Aktien von Unternehmen mit stabilen Cashflows und geringer Konjunktursensitivität sowie bei einzelnen Aktien in innovativen Bereichen von Internat-Ökonomie und Hochtechnologie möglich.

Das globale Szenario folge heuer einer größeren Zykluswende, so König. Wichtige Frühindikatoren und zahlreiche Fundamentaldaten würden eine „klar abnehmende Dynamik“ zeigen. Es sei mit einem wechselhaften Gesamtbild und erneuten Abwärtsrisiken zu rechnen.

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