Pensionskassen: Eine gute und eine weniger gute Nachricht

22.10.2018 – Die gute Nachricht: Die Veranlagungsperformance des Pensionskassen-Sektors hat sich zum dritten Quartal gegenüber dem zweiten verbessert. Die weniger gute: Sie ist mit insgesamt –0,91 nach wie vor im negativen Bereich. Insbesondere Spannungen in den internationalen Handelsbeziehungen wirken sich ungünstig aus, aber etwa auch die Unsicherheit rund um den Brexit.

Die österreichischen Pensionskassen verwalten nach Angaben des Fachverbandes insgesamt ein Vermögen von über 22,6 Milliarden Euro.

Die Veranlagungsperformance lag zum Ende des dritten Quartals in Summe bei –0,91 Prozent. Das geht aus dem aktuellen, am Freitag veröffentlichten „Pensionskassenbrief“ des Fachverbandes hervor.

Performance weiter im Minus – mit leichter Aufwärtsentwicklung

Im Fachverband gibt man sich trotz des Minus zuversichtlich: Die Performance zum dritten Quartal zeige „eine positive Entwicklung seit dem zweiten Quartal (minus 1,2 Prozent) trotz ungünstiger Rahmenbedingungen“.

Der Pensionskassen-Sektor habe „weiter umgeschichtet“ und beispielsweise in nordamerikanische Aktien investiert, wodurch man Negativeffekte auf den Kapitalmärkten teilweise habe kompensieren können.

So liege das Zwischenergebnis denn „auch deutlich besser als beispielsweise die Kapitalmarktentwicklung bei europäischen Staatsanleihen mit minus 1,4 Prozent“.

Viertes Quartal „nochmals sehr herausfordernd“

Fachverbandsobmann Andreas Zakostelsky (Bild: FV Pensionskassen)
Fachverbandsobmann
Andreas Zakostelsky
(Bild: FV d. Pensionsk.)

Mit Blick auf das vierte Quartal räumt der Fachverband aber ein, die „ersten Vorzeichen“ seien „nochmals sehr herausfordernd“.

Vor allem die Handelskonflikte zwischen den USA und China und die gegenseitige Einführung hoher Zölle eine Belastung seien für die Kapitalmärkte belastend. „Zudem steigen in den USA die Zinsen und der Dollar-Kurs, was die Anleihen stark unter Druck gebracht hat.“

In weiterer Folge, so der Fachverband, geraten „Emerging Markets wie beispielsweise Türkei und Argentinien unter Druck, weil diese oft stark in Dollar verschuldet sind und damit deren Schulden steigen und die Zinszahlungen ansteigen“.

Zudem trage der Verlauf der Brexit-Verhandlungen zur Unsicherheit bei.

Langfristig im Plus

Wie der Fachverband jedoch abermals hervorhebt, komme es für den Aufbau der Betriebspension auf die langfristige Performance an.

Das durchschnittliche Jahresergebnis der Pensionskassen über 27 Jahre liege bei plus 5,55 Prozent pro Jahr, sagt Fachverbandsobmann Andreas Zakostelsky.

„Auch der durchschnittliche Erfolg der letzten fünf Jahre – erwirtschaftet in der Niedrigzinsphase – beträgt plus 5,13 Prozent pro Jahr.“

Zum Herunterladen

Der „Pensionskassenbrief 4/2018“ kann als PDF-Dokument (704 KB) von der Website des Fachverbandes heruntergeladen werden.

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Betriebliche Altersversorgung · Pensionskasse
 
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