Oberösterreichische zieht Halbjahresbilanz

9.7.2020 – Um ein Viertel weniger Neugeschäft, andererseits weniger Schadenleistungen in Kfz und Unfall – so habe sich Corona im ersten Halbjahr ausgewirkt, meldet der Versicherer. 2020 soll dennoch ein „insgesamt stabiles“ Jahr für das Unternehmen werden, erwartet der Vorstand und rechnet damit, dass sich viele Corona-Folgen bei den Versicherern erst 2021 zeigen werden.

Die Oberösterreichische Versicherung AG hat am Mittwoch eine Zwischenbilanz zum Geschäftsverlauf im Corona-Jahr 2020 gezogen.

„Abstandhalten erschwerte die Beratung, in den Kundenbüros beschränkte sich der Kundenkontakt bis nach Ostern auf einen Notbetrieb für systemrelevante Kfz-Zulassungen“, blickt das Unternehmen auf das erste Halbjahr zurück. Das Neugeschäft sei um 25 Prozent eingebrochen.

In der Schaden/Unfall-Versicherung habe man dank Vertragsverlängerungen und überwiegend elektronisch eingereichten Neugeschäfts dennoch einen Prämienzuwachs von 2,8 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2019 erzielt.

Weniger Kfz-Schäden, Zuwachs bei Bränden

Schadenseitig habe die Corona-Krise aber auch eine Entlastung gebracht, vor allem im Kfz-Bereich.

So habe ein niedrigeres Verkehrsaufkommen die Kfz-Schadenzahlungen um 27 Prozent sinken lassen. Weil große Unfälle ausgeblieben seien, seien auch die Leistungen in der Unfallversicherung zurückgegangen, und zwar um 20 Prozent.

Das Leistungsvolumen für Feuerschäden in der Landwirtschaft und bei privaten Gebäuden habe sich im Vergleich zum Vorjahr hingegen verdoppelt. „Dazu kommen insgesamt rund acht Millionen Euro an Schadensleistungen für die Folgen der drei Stürme im heurigen Frühjahr.“

Weitere Zahlen werden zum Halbjahr nicht bekanntgegeben, teilte die Oberösterreichische dem VersicherungsJournal auf Anfrage mit. Genaueres folge bei der Bilanzvorschau gegen Jahresende.

Ausblick für 2020 und 2021

Trotz des coronabedingten Minus im Neugeschäft erwarten Generaldirektor Josef Stockinger und sein Stellvertreter Othmar Nagl ein „insgesamt stabiles“ Jahr 2020 für die Oberösterreichische, wie es in der Aussendung des Unternehmens heißt.

Allerdings fügen sie hinzu: „Viele wirtschaftliche Corona-Folgen werden sich auch bei den Versicherern erst im nächsten Jahr in den Büchern wiederfinden, wenn stark gebremstes Wachstum und Insolvenzen das Prämienaufkommen beeinträchtigen.“

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