Generali zieht Bilanz über 2018

10.4.2019 – Die Generali Österreich steigerte ihr Prämienvolumen 2018 um 2,1 Prozent auf 2,64 Milliarden Euro, Zuwächse gab es in allen Sparten. Die Combined Ratio verbesserte sich abermals: Sie sank geringfügig auf 90,7 Prozent. Da die Generali von einem Anhalten des Niedrigzinsniveaus ausgeht, will sie besonders auf die Kosten weiter ein Auge haben.

Stellten am Dienstag die 2018er-Zahlen der Generali Österreich vor: CEO Alfred Leu und CFO Klaus Wallner (Bild: Generali/APA-Fotoservice/Tanzer)
Stellten am Dienstag die 2018er-Zahlen der Generali Österreich vor: CEO Alfred Leu und CFO Klaus Wallner (Bild: Generali/APA-Fotoservice/Tanzer)

Vorstandschef Alfred Leu und Finanzvorstand Klaus Wallner haben am Dienstag in der Wiener Unternehmenszentrale Bilanz über das Geschäftsjahr 2018 gezogen – und sich mit dem Ergebnis, das die Generali Österreich erzielt hat, zufrieden gezeigt.

In Summe erhöhten sich die direkten Prämieneinnahmen um 2,1 Prozent auf 2.638 Millionen Euro. Davon entfielen 2.359 Millionen Euro auf die Generali Versicherung AG, 211 Millionen Euro auf die Bawag P.S.K. Versicherung AG und 67 Millionen auf die Europäische Reiseversicherung AG.

Wallner führt das Plus – „eine der höchsten Wachstumsraten in den letzten Jahren“ – vor allem auf Kundentreue zurück. Die „Customer Retention“ der Generali, also der Anteil der Kunden, die binnen Jahresfrist nach wie vor Kunden sind, beträgt Leu zufolge 93,5 Prozent. Damit liege man nahe am theoretischen Maximum von knapp 95 Prozent.

Plus auch im Leben

Zuwächse verzeichnete die Generali Österreich in allen Sparten. Auch in der Lebensversicherung konnte das Unternehmen ein kleines Plus verzeichnen; der Gesamtmarkt war 2018 deutlich rückläufig gewesen (VersicherungsJournal 1.3.2019).

„Ausschlaggebend“ für das Leben-Plus seien die fondsgebundene und die Risikoversicherung gewesen. In der klassischen Lebensversicherung sei das Neugeschäftsvolumen etwa auf dem Niveau von 2017 gelegen, sagte Wallner.

In der Bawag P.S.K. Versicherung war hingegen ein Prämienrückgang um 2,6 Prozent zu verzeichnen. Hier habe sich die Trennung der Bawag P.S.K. Bank von der Post bemerkbar gemacht. Dennoch sei das Minus geringer ausgefallen als im Gesamtmarkt, fügte Wallner hinzu.

Generali Österreich: Prämieneinnahmen 2018

Sparte

2018

+/– ggü. 2017

Schaden/Unfall-Versicherung

1.509

+2,5 %

Lebensversicherung

827

+0,4 %

Krankenversicherung

302

+5,2 %

Summe

2.638

+2,1 %

Combined Ratio weiter reduziert

Den Einnahmen stehen Versicherungsleistungen in Höhe von 2,2 Milliarden Euro gegenüber, wovon jeweils eine Milliarde auf Leben und Schaden/Unfall entfielen und 200 Millionen Euro auf die Krankenversicherung.

Die Combined Ratio (netto) sank abermals und verbesserte sich von 90,8 auf 90,7 Prozent. Sie war bereits in den Vorjahren kontinuierlich gesunken. Zu Beginn des Jahrzehnts hatte sie sich bei über 95 Prozent bewegt.

Wallner will dennoch weiter an den Kosten arbeiten. Die „eine große Maßnahme“ gebe es da zwar nicht, wohl seien aber verschiedene kleinere möglich.

Als Beispiel nannte Wallner unter anderem den Abbau von Finanzdienstleistungsgeschäft, Stichwort Generali Bank, und das Heben von Potenzial im Sachkostenbereich – ohne an der Quantität oder Qualität im Bereich der Mitarbeiter etwas ändern zu müssen, wie Wallner ergänzte.

236 Millionen Euro Operating Result

Ein Motivator dafür, die Kosten im Blickfeld zu behalten, ist das Niedrigzinsumfeld. Denn: Dieses „wird uns weiter begleiten“, prognostiziert Wallner.

Das Finanzergebnis steuerte 52 Prozent, das technische Ergebnis 48 Prozent zum „Operating Result“ nach IFRS, definiert als Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ohne außerordentliche Faktoren, bei.

Das Operating Result belief sich 2018 auf 236 Millionen Euro. Im Jahr 2017 betrug es 264 Millionen Euro – darin sind allerdings Erträge aus dem Börsegang der Bawag P.S.K. 2017 enthalten –, 2016 waren es 224 Millionen Euro.

Den Jahresüberschuss bezifferte Wallner mit rund 167 Millionen Euro (2017: 187 Millionen Euro einschließlich Ertrag aus genanntem Einmaleffekt).

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Geschäftsbericht  · Lebensversicherung · Mitarbeiter · Reiseversicherung
 
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