Die Performance der Vorsorgekassen im Vergleich

13.5.2022 – Die betrieblichen Vorsorgekassen haben das Jahr 2021 positiv abgeschlossen. Das ursprüngliche Ziel einer langfristigen Performance von sechs Prozent wurde allerdings nicht erreicht; langfristig bleiben alle Anbieter unter der Drei-Prozent-Marke. Und das Jahr 2022 dürfte schwierig werden, wie eine Analyse des Versicherungsmaklers Greco zeigt.

Wolfgang Kotlan, Competence Center Manager Health & Benefits (Bild: Greco)
Wolfgang Kotlan,
Competence Center
Manager Health & Benefits
(Bild: Greco).

Seit 15 Jahren vergleicht der Versicherungsmakler Greco International AG die Performance der heimischen Vorsorgekassen. Ziel sei es, Unternehmen dabei zu helfen, sich für die „passende Vorsorgekasse“ zu entscheiden; ein Wechsel könne jährlich bis zum 30. Juni beantragt werden.

Unbeeindruckt von Corona-Pandemie und innenpolitischen Krisen hätten die acht Vorsorgekassen das vergangene Jahr mit einer durchschnittlichen Performance von rund vier Prozent positiv abgeschlossen.

Das verwaltete Vermögen stieg von 14,5 Milliarden Euro im Jahr 2020 auf 16,3 Milliarden; zurückzuführen sei dies einerseits auf die steigenden Beitragsleistungen der Arbeitgeber und Selbständigen, andererseits auf die Veranlagungserfolge der einzelnen Anbieter.

Die Aussichten für das laufende Jahr seien allerdings „nicht sehr aufmunternd“, so Greco. Der Krieg in der Ukraine und die hohe Inflation führen zu einer volatilen Situation, in der Vorsorgekassen gute und verlässliche Absicherungsstrategien benötigen, um an die Performance von 2021 anzuschließen.

2021: Jahr der Aktien

Überdurchschnittlich gut hätten im Vorjahr jene Anbieter abgeschnitten, die auf eine höhere Aktienquote gesetzt haben, so Greco. Belohnt worden seien damit jene Anbieter, die bereit waren, ein gewisses Veranlagungsrisiko in Kauf zu nehmen.

Der Fokus auf Aktien habe sich aufgrund der guten Kursentwicklung und der Dividendenzahlungen bei vielen europäischen Aktiengesellschaften gelohnt. Langfristig sei mehr als ein Drittel der Aktienerträge auf Dividendenzahlungen zurückzuführen.

Es bleibe allerdings abzuwarten, ob diese Strategie auch im laufenden Jahr erfolgversprechend sein kann oder ob Absicherung wichtiger sein werde.

Insbesondere stelle sich die Frage, ob im aktuellen Umfeld Social Responsible Investments weiterhin eine gute Rendite bringen werden oder ob mit Investments in anderen Branchen höhere Renditen erzielt werden können.

Österreichische Vorsorgekassen – ausgewählte Daten


Anbieter

Veranlagtes Vermögen
(Mio. Euro)

Nettoperformance

2021

2020

2021

2020

Allianz Vorsorgekasse AG

2.103,78

1.881,00

3,93 %

1,10 %

APK Vorsorgekasse AG

1.251,90

1.096,30

4,41 %

1,84 %

Bonus Vorsorgekasse AG

1.524,97

1.326,70

3,64 %

1,63 %

BUAK Betriebliche Vorsorgekasse AG

629,93

553,22

3,63 %

0,82 %

Fair-Finance Vorsorgekasse AG

898,16

770,27

3,68 %

0,54 %

Niederösterreichische Vorsorgekasse AG

667,54

585,46

4,33 %

0,65 %

Valida Plus AG

3.880,00

3.498,30

5,10 %

-0,32 %

VBV Vorsorgekasse AG

5.395,20

4.759,70

3,28 %

2,89 %

Kein Anbieter erreicht das Ziel

Bei Einführung der Abfertigung Neu sei ein langfristiger Erfolg von jährlich sechs Prozent angestrebt worden; kein einziger Anbieter könne diesen Wert bisher auf Dauer erreichen, so Greco in der Analyse.

Die höchste Nettoperformance für den Zeitraum von 2012 bis 2021 weist die VBV mit 2,80 Prozent auf, gefolgt von Fair Finance (2,77 Prozent) und Niederösterreichischer Vorsorgekasse (2,65 Prozent).

Weiterführende Informationen

Die Marktstudie „Betriebliche Vorsorgekassen“ kann per E-Mail bei Greco angefordert werden.

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Strategie · Versicherungsmakler
 
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