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Warum Versicherungskunden zur Verbraucherschlichtung gehen

19.3.2026 – Rund zweieinhalbtausend Anträge sind 2025 bei der „Verbraucherschlichtung Austria“ eingegangen. Etwas mehr als ein Zehntel bezog sich auf Versicherungen.

Handshake, Unterlagen (Bild: Mina Rad/Unsplash)
Bild: Mina Rad/Unsplash

Bei der Verbraucherschlichtung Austria sind 2025 insgesamt 2.514 Schlichtungsanträge eingebracht worden, um 26 Prozent mehr als 2024. Damit sei die Zahl der Verfahren bereits zum neunten Mal in Folge gestiegen, gab der Verein am Mittwoch bekannt.

Die Verbraucherschlichtung Austria ist seit 2016 als staatlich anerkannte Schlichtungsstelle tätig. Sie ist unter anderem für Konflikte rund um den Kauf von Waren, Handwerksleistungen, Reisen, Versicherungen und verschiedene Dienstleistungen zuständig.

Vordringliche Rechtsprobleme: Preis, Rechnung, Vertragsauflösung

Die Zunahme der Fälle zeigt nach Ansicht des Vereins sowohl eine zunehmende Bekanntheit des Angebots als auch „das weiterhin hohe Konfliktpotenzial“ zwischen Konsumenten und Unternehmen.

Preissteigerungen, insbesondere in den Bereichen Energie, Wohnen und Dienstleistungen, seien auch 2025 häufig zur Ursache von Streitfällen geworden.

Die rechtlichen Probleme, mit denen sich Verbraucher 2025 an die Stelle wandten, betrafen somit sehr oft Fragen rund um Preis und Rechnung, knapp gefolgt von Vertragsauflösungen.

Rechtliche Probleme, um die sich die Anträge 2025 drehten

#

Problemfeld

Fälle

+/– ggü. 2024

1.

Preis/Rechnung

668

+5 %

2.

Vertragsauflösung

636

+28 %

3.

Garantie/Gewährleistung

488

+51 %

4.

Vertragsfragen

343

+36 %

5.

Schadenersatz

205

+22 %

6.

Lieferprobleme/Leistungsverzug

142

+48 %

7.

Sonstiges

32

+19 %

Gesamt

2.514

+26 %

Knapp mehr als ein Zehntel der Anträge betraf Versicherungen

Die meisten Schlichtungsanträge betrafen auch 2025 die Bereiche Handel, „sonstige“ Dienstleistungen, Fernwärme/Heizkostenabrechnung sowie Versicherungen, ist dem Bericht zu entnehmen.

Versicherungen machten mit 279 Fällen 11,1 Prozent (2024: 11,2 Prozent) aller 2.514 eingebrachten Anträge aus bzw. 11,5 Prozent aller 2.432 Anträge, die tatsächlich in die Zuständigkeit der Verbraucherschlichtung fielen.

Gegenüber 2024 erhöhte sich die Anzahl der Anträge im Bereich Versicherung um 24 Prozent, knapp weniger also als die gesamte Steigerung über alle Branchen hinweg.

In der Sache ging es bei den „Versicherungsanträgen“ vorwiegend um Fragen zur Leistungspflicht des Versicherers und um Streitigkeiten wegen Vertragskündigungen. Die meisten Anträge betrafen Haushalts-, Rechtsschutz-, Kfz- und Lebensversicherungen.

Anzahl der Schlichtungsanträge 2025

#

Branche

Anträge

+/– ggü. 2024

1.

Handel

675

+47 %

2.

Sonstige Dienstleistungen

593

+75 %

3.

Heizkostenabrechnung

297

–26 %

4.

Versicherung

279

+24 %

5.

Spenden/Mitgliedschaften

148

+174 %

6.

Handwerk

148

+17 %

Wohnen

135

+10 %

8.

Reise

96

–20 %

9.

Fremdwährungskredit

13

+18 %

10.

Personenbetreuung

10

+100 %

11.

Sonstiges

38

–52 %

12.

Andere Schlichtungsstellen*

82

+44 %

Gesamt

2.514

+26 %

1.496 Schlichtungen abgeschlossen, 1.136 mit Einigung

Abgeschlossen hat die Verbraucherschlichtung im letzten Jahr 2.402 Verfahren. Diese Zahl schließt jene 540 Fälle ein, deren Behandlung – insbesondere wegen Unzuständigkeit – abgelehnt wurde.

Damit verblieben 1.862 Fälle, für die die Verbraucherschlichtung zuständig war. In diesen wurden die Unternehmen zur Teilnahme am Schlichtungsverfahren eingeladen. In 80,3 Prozent (1.496) der Fälle folgten sie dieser Einladung.

Eine Einigung konnte in 1.136 dieser 1.496 Verfahren erzielt werden. Das ergibt eine Einigungsquote von 76 Prozent. Wenn man auch jene Fälle berücksichtigt, in denen die Unternehmen nicht auf die Einladung eingingen, so betrug die Einigungsquote 61 Prozent.

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Schlagwörter zu diesem Artikel
Lebensversicherung · Rechtsschutz
 
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