30.1.2026 – Die Semesterferien stehen bevor, aus diesem Anlass machen Versicherungsverband und KFV auf Unfallrisiken im Wintersport aufmerksam. Laut einer KFV-Umfrage ist gar nicht so selten Alkohol mit von der Partie auf der Piste. (Bild: Erich Westendarp/Pixabay)

Rund ein Fünftel der österreichischen Bevölkerung treibt Wintersport, stellt der Versicherungsverband (VVO) in einer aktuellen Aussendung anlässlich der kommenden Semesterferien fest.
Sport ist allerdings „auch immer mit Risiken und Unfallgefahren verbunden“, sagt VVO-Generalsekretär Christian Eltner.
Nicht jedem sei bewusst, dass bei Freizeitverletzungen Kosten für Folgebehandlungen, notwendige Umbauarbeiten oder finanzielle Einbußen aufgrund von Invalidität nicht von der gesetzlichen Unfallversicherung gedeckt sind, merkt der VVO an.
Er erinnert auch daran, dass – gerade bei Alpinunfällen – die Bergekosten ins Geld gehen können.
2024 ereigneten sich österreichweit rund 21.300 Skiunfälle, wie der VVO unter Berufung auf Zahlen des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) hinzufügt.
Wintersportaktivitäten wie Skifahren, Snowboarden und Rodeln zählen laut KFV zu den unfallträchtigsten Sportarten in Österreich.
| Bundesland | Unfälle | Bundesland | Unfälle |
|---|---|---|---|
| Quelle: VVO, unter Bezugnahme auf das KFV | |||
| Salzburg | 5.000 | Vorarlberg | 1.900 |
| Tirol | 4.400 | Niederösterreich | 1.700 |
| Steiermark | 3.400 | Wien | 200 |
| Oberösterreich | 2.800 | Burgenland | – |
| Kärnten | 1.900 | Österreich | 21.300 |
Ein „großes Problem“ auf der Piste stelle Alkohol dar, sagt Johanna Trauner-Karner, Leiterin des Fachbereichs Sport und Freizeitsicherheit im KFV.
Das KFV hat am Donnerstag Ergebnisse aus einer eigenen Umfrage unter 3.000 Wintersportlern im Alter von 16 bis 69 Jahren veröffentlicht, die vom 12. November bis 11. Dezember 2025 durchgeführt wurde.
34 Prozent gaben an, in den vergangenen zwölf Monaten trotz Alkoholkonsums Wintersport betrieben zu haben. Rund 29 Prozent dieser Gruppe haben einmal unter Alkoholeinfluss die Pisten benutzt, 58 Prozent zwei- bis dreimal, 9 Prozent vier- bis fünfmal, 4 Prozent noch öfter.
So mancher neigt laut KFV dazu, den eigenen Alkoholkonsum zu bagatellisieren:
Bereits geringe Mengen führen aber zu verlängerten Reaktionszeiten, Tunnelblick, Koordinationsstörungen und erhöhter Risikobereitschaft, unterstreicht das KFV.
„Alkohol erhöht allerdings nicht nur die Unfallgefahr, sondern auch das Risiko für schwere Unfallverläufe und Komplikationen“, hält Trauner-Karner fest. „Alkohol erweitert beispielsweise die Gefäße und kann zu gestörter Blutgerinnung führen. Dadurch können Gehirnblutungen nicht nur häufiger auftreten, sondern auch massiver ausfallen.“
Zudem könne sich bei Verunfallten die Diagnose verzögern, weil Alkohol gewisse Symptome maskiere und lebensbedrohliche Verletzungen dadurch später erkannt würden, führt das KFV weiter aus. Nicht unwesentlich sei auch das Unterkühlungsrisiko, weil Alkohol den Wärmeverlust fördere.
Und: „Wer alkoholisiert einen Unfall verursacht, dem drohen strafrechtliche Konsequenzen (zum Beispiel hohe Schadenersatz- und Schmerzensgeldforderungen, Verlust oder Einschränkung des Versicherungsschutzes).“
Abseits dessen warnte das KFV vor wenigen Tagen vor Lawinengefahren. Im Durchschnitt starben in Österreich 2015 bis 2024 jährlich 19 Menschen durch Lawinen, weitere 198 erlitten Verletzungen, zitierte das KFV Zahlen des Österreichischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit.
Lawinen seien nicht nur für Skitourengeher gefährlich, auch bei Schneeschuhwanderungen, Variantenfahrten (Tiefschneeabfahrten im Skigebiet), beim Splitboarden (Tourenvariante für Snowboarder) oder beim Winterbergsteigen sei besondere Vorsicht geboten.
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