20.7.2026 – Nach Reformen in der ersten und zweiten Säule will Finanz-Staatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl nun auch eine Stärkung der dritten anstoßen. (Bild: BJA/Wenzel)
Im April hatte die Bundesregierung nach Reformen in der ersten Säule ein Maßnahmenpaket zur Förderung der betrieblichen Altersvorsorge vorgestellt (VJ 23.4.2026). Seit 10. Juli liegt dazu auch die Regierungsvorlage vor (VJ 13.7.2026).

Nun gibt es aus dem Finanzministerium auch Signale zur Stärkung der privaten Altersvorsorge.
Entsprechend äußerte sich Finanz-Staatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl (ÖVP) in einem Gespräch mit der Austria Presse Agentur, das letzte Woche mediale Resonanz gefunden hat.
Steuerbegünstigungen bei der privaten Vorsorge wären „der nächste logische Schritt“, wird sie etwa von Standard, Presse und ORF zitiert.
Innerhalb der Regierung gebe es in Bezug auf die private Vorsorge zwar unterschiedliche Zugänge der Regierungsparteien, stellte Eibinger-Miedl fest.
Sie werde sich aber für eine Attraktivierung in dieser Legislaturperiode einsetzen. Dies könne eben in Form von Steuerbegünstigungen geschehen sowie in Form einer Behaltefrist oder ähnlichem.
Die Industriellenvereinigung (IV) begrüßte in einer Reaktion die Ankündigung der Staatssekretärin.
Eine Attraktivierung der dritten Säule durch eine Behaltefrist und steuerliche Anreize „wäre ein wichtiger Schritt, um langfristiges Sparen und Investieren zu fördern sowie die Eigenvorsorge der Menschen nachhaltig zu stärken“, heißt es in der Aussendung.
„Eine attraktive private Altersvorsorge ergänzt die gesetzliche Pension sinnvoll und stärkt zugleich den heimischen Kapitalmarkt“, sagt IV-Generalsekretär Christoph Neumayer.
„Angesichts der demografischen Entwicklung braucht Österreich den Ausbau der dritten Säule in der Altersvorsorge. Entscheidend wird sein, attraktive und international wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen für die private Vorsorge zu schaffen.“
ÖVP-Finanzsprecher Andreas Ottenschläger sagte am Freitag, eine Behaltefrist für Wertpapiere wäre „ein wichtiger Impuls“ für den Kapitalmarkt und für die private Vorsorge.
„Eine Wiedereinführung der Behaltefrist stellt ein einfaches und wirksames Instrument dar, um langfristigen Vermögensaufbau zu fördern und den Menschen mehr finanzielle Eigenverantwortung und Sicherheit im Alter zu ermöglichen“, so Ottenschläger.
Wer über viele Jahre spart und investiert, solle steuerlich bessergestellt werden als jemand, der kurzfristig spekuliert.
Eine Behaltefrist würde „langfristiges Veranlagen belohnen, die dritte Säule der Altersvorsorge stärken und gleichzeitig Investitionen in österreichische sowie europäische Unternehmen fördern“. Rund 2,4 Millionen Menschen in Österreich seien bereits im Besitz von Wertpapieren.
Im Zuge der Regierungsbildung nach der Nationalratswahl 2024 hatte der Versicherungsverband seine Forderungen für die neue Legislaturperiode formuliert (VJ 4.10.2024, 13.11.2024, 25.2.2025).
Unter anderem plädierte der VVO für eine Senkung der Versicherungssteuer für die Lebensversicherung bzw. deren kompletten Wegfall für nachhaltige Investments.
Auch ein neues gefördertes Pensionsprodukt müsse diskutiert werden, welches eine – allerdings begrenzte – Garantie beinhalten und steuerliche Anreize bieten sollte.
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