Swiss Re erwartet Preissteigerungen

9.9.2020 – Naturkatastrophen, die Zunahme an Vermögenswerten, das Niedrigzinsniveau und die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie: Diese Faktoren machen nach Ansicht des Rückversicherer Preiserhöhungen „über alle Segmente“ erforderlich.

Rückversicherer Swiss Re erwartet Preissteigerungen in allen Segmenten, dies als Folge niedrigen Zinsniveaus, umfangreicher Schadenforderungen und wachsender Risiken.

Dies hielt das Unternehmen am Dienstag im Vorfeld anstehender Erneuerungen von Rückversicherungsverträgen fest.

Zugleich spricht Swiss Re von einem positiven Ausblick für die Branche: Man rechne mit einem Mehr an Chancen für Versicherer und Rückversicherer aufgrund einer Zunahme an Versicherungsbedarf, Gefahrenpotenzial und Risikobewusstsein.

Schäden durch Naturkatastrophen

Hurrikane bedrohen regelmäßig Gebiete, die – als Resultat eines Wachstums an Vermögenswerten – verstärkt Schadenrisiken ausgesetzt sind, so Swiss Re. „Dies führt zunehmend zu schweren Verlusten, wie die letzten Jahre gezeigt haben.“

2020 werde wohl „nicht besser“ sein. Die derzeitige Hurrikansaison im Atlantik sei die erste in den Aufzeichnungen, in der sich vor August neun und vor September 13 tropische Stürme gebildet hätten.

Erschwert werde die Lage durch eine höhere Frequenz und Stärke „sekundärer“ Gefahren (VersicherungsJournal 11.4.2019) wie Überflutungen und Waldbrände.

Verschärfung durch Corona

Moses Ojeisekhoba (Bild: Swiss Re)
Moses Ojeisekhoba,
CEO Reinsurance bei Swiss Re
(Bild: Swiss Re)

Das Niedrigzinsumfeld habe die Profitabilität schon seit der weltweiten Finanzkrise belastet.

Durch weitere Zinssenkungen zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie werde sich dieses Problem nur noch verschärfen.

„Um in der Lage zu sein, den wachsenden Bedarf an Versicherungsschutz auf nachhaltige Weise zu adressieren“, wie Moses Ojeisekhoba, Chief Executive Officer Reinsurance bei Swiss Re sagt, seien weitere Preissteigerungen nötig.

„Disziplin“ in der Risikozeichnung

Im Hinblick auf die „Sicherstellung adäquater Preise“ werde es auf Disziplin im Underwriting ankommen, heißt es von Swiss Re weiter. Maßgeblich seien hier künftig unter anderem Risikoauswahl, Portfoliosteuerung und „angemessene“ Bedingungswerke.

Ein Zug hin zu einer „wissenschaftlicheren, technologiegetriebenen“ Herangehensweise werde das Underwriting „weiter stärken“, meint man beim Schweizer Rückversicherer. Fortgeschrittene Datenanalytik zur Verbesserung der Risikoselektion gebe es bereits.

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Rückversicherung · Unwetter
 
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