SRI: Neuer Höchststand bei Natkat-Deckungslücke

19.7.2021 – Der globale Grad der Versicherungsdeckung für erwartete Naturkatastrophen-Schäden ist 2020 weiter niedrig geblieben, berichtet Swiss Re: Der Deckungsgrad wird mit 24 Prozent, die Deckungslücke mit 231 Milliarden US-Dollar beziffert. In Österreich beträgt der Deckungsgrad laut Swiss Re Institute 41 Prozent.

WERBUNG

Die globale Deckungslücke für Naturkatastrophen lag 2020 nach Berechnungen des Swiss Re Institute (SRI) bei 76 Prozent. Mit 231 Milliarden US-Dollar – umgerechnet aktuell 195,7 Milliarden Euro – sei damit ein neuer Höchststand erreicht worden, teilte das SRI kürzlich mit.

Umgekehrt heißt das, dass die „Widerstandsfähigkeit“ gegen Naturkatastrophen 24,0 Prozent betrug. Sprich: Die jährlichen potenziellen Schäden aus Sturm, Überschwemmungen und Erdbeben, für die Versicherungsschutz erforderlich wäre, waren nur zu 24 Prozent durch Versicherungsschutz gedeckt.

Der „SRI Natural Catastrophe Resilience Index“ („NatCat I-RI“) blieb damit gegenüber dem Vorjahr mehr oder weniger unverändert niedrig: 2019 betrug er 24,1 Prozent, 2018 waren es 24,2 Prozent (VersicherungsJournal 28.8.2020).

Österreich: Deckungsgrad bei 41 Prozent

Für Österreich gibt das SRI, bezogen auf 2020, einen Indexwert von 41 Prozent an und beziffert die somit 59-prozentige Deckungslücke mit 0,4 Milliarden Dollar. Der Indexwert für Deutschland wird mit 36 Prozent angegeben, jener für die Schweiz mit 59 Prozent.

Besonders hoch ist der Deckungsgrad laut der Analyse vor allem in Dänemark (Indexwert: 83 Prozent), Frankreich (79 Prozent) und Neuseeland (73 Prozent). Dies zeuge von der Existenz „robuster“ Privatversicherungs- und Katastrophenschutz-Sektoren, kommentiert das SRI.

Länder mit niedrigen Indexwerten sind etwa Griechenland (3 Prozent), China und Indien (jeweils 5 Prozent) oder Italien (12 Prozent). Die hohe Deckungslücke Italiens sei insbesondere darauf zurückzuführen, dass das Land einem hohen Erdbebenrisiko ausgesetzt ist, aber auch auf eine niedrige Versicherungsdurchdringung.

Vier Milliarden Menschen stark unterversichert

Die globale Widerstandsfähigkeit gegen Naturkatastrophen, verstanden als Grad des vorhandenen Versicherungsschutzes, habe sich im Verlauf der letzten zehn Jahre nicht verbessert, heißt es aus dem SRI.

Weltweit sind nach Einschätzung des SRI vier Milliarden Menschen in Bezug auf das Naturkatastrophenrisiko in hohem Ausmaß unterversichert.

Weiterführende Information

Nähere Informationen zum Thema enthalten die SRI-Publikationen „Economic Insights 14/2021“ und „Sigma: Resilience Index 2021“.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Elementarschaden · Unwetter
 
WERBUNG
Ihr Wissen und Ihre Meinung sind gefragt

Ihre Leserbriefe können für andere Leser eine wesentliche Ergänzung zu unserer Berichterstattung sein. Bitte schreiben Sie Ihre Kommentare unter den Artikel in das dafür vorgesehene Eingabefeld.

Die Redaktion freut sich auch über Hintergrund- und Insiderinformationen, wenn sie nicht zur Veröffentlichung unter dem Namen des Informanten bestimmt ist. Wir sichern unseren Lesern absolute Vertraulichkeit zu! Schreiben Sie bitte an redaktion@versicherungsjournal.at.

Allgemeine Pressemitteilungen erbitten wir an meldungen@versicherungsjournal.at.

Täglich bestens informiert!

Der VersicherungsJournal Newsletter informiert Sie von montags - freitags über alle wichtigen Themen der Branche.

Ihre Vorteile

  • Alle Artikel stammen aus unserer unabhängigen Redaktion
  • Die neuesten Stellenangebote
  • Interessante Leserbriefe

Jetzt kostenlos anmelden!

VersicherungsJournal in Social Media

Besuchen Sie das VersicherungsJournal auch in den sozialen Medien:

  • Facebook – Ausgewähltes für den Vertrieb
  • Twitter – alle Nachrichten von VersicherungsJournal.at
  • Xing News – Ausgewähltes zu Karriere und Unternehmen
Diese Artikel könnten Sie noch interessieren
22.7.2021 – Nach den Überschwemmungen der letzten Woche kommt aus Tirol ein neuer Ruf nach einer politischen Initiative für eine Versicherungslösung. mehr ...
 
20.7.2021 – Wiener Städtische und Hagelversicherung haben erste Einschätzungen zum Schadenausmaß bekanntgegeben. mehr ...