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Sommer lässt rund 70.000 Freizeitunfälle erwarten

3.6.2026 – Rund 44 Prozent dieser Unfälle ereignen sich bei sportlichen Aktivitäten wie Wandern oder Mountainbiken, teilen VVO und KFV mit. Privat unfallversichert sei nur jede zweite Person in Österreich, hebt der VVO hervor und stellt fest: 2025 habe die Summe der Versicherungsleistungen erstmals die Milliarden-Euro-Marke überschritten.

VVO/KFV-Pressekonferenz am Dienstag in Wien (v.l.n.r.: KFV-Direktor Christian Schimanofsky, VVO-Vizepräsident Ralph Müller, VVO-Generalsekretär Christian Eltner und Univ.-Prof. Wolfgang Schobersberger (Bild: KFV/APA-Fotoservice/Richard Tanzer)
VVO/KFV-Pressekonferenz am Dienstag in Wien (v.l.n.r.: KFV-Direktor Christian Schimanofsky, VVO-Vizepräsident Ralph Müller, VVO-Generalsekretär Christian Eltner und Univ.-Prof. Wolfgang Schobersberger (Bild: KFV/APA-Fotoservice/Richard Tanzer)

Der Sommer naht und damit auch die mit Sommeraktivitäten verbundenen Unfallrisiken. Darauf machten am Dienstag der Versicherungsverband (VVO) und das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) in einer gemeinsamen Pressekonferenz in Wien aufmerksam.

KFV-Direktor Christian Schimanofsky skizzierte die Dimension: 2025 wurden allein in den Monaten Juni, Juli und August rund 69.200 Menschen bei Freizeitunfällen so schwer verletzt, dass sie im Spital behandelt werden mussten. „Bagatellfälle“ seien in dieser Zahl also nicht inkludiert.

Rund 30.000 Unfälle bei sportlicher Betätigung

Von diesen Fällen betrafen zirka 30.000 oder rund 44 Prozent Sportaktivitäten wie Fußball, Wanden und Mountainbiken.

Mit rund 8.700 Verletzten sei Fußball der unfallträchtigste Sport; die Wander- oder Kletterunfälle bezifferte Schimanofsky mit rund 5.300. Beim Tennis- und Tischtennis-Spiel sind es etwa 2.200 Verletzte, beim Mountainbiken 2.000.

Oft liege die Ursache in der Fehleinschätzung der eigenen Fähigkeiten und in Ablenkung, beispielsweise durch soziale Medien. Besonders gefährlich sei beim Wandern auch der Rückweg ins Tal, etwa, weil die Konzentration nachlässt oder wegen Hitze.

Große Hitze stresst den Körper

Wolfgang Schobersberger, Leiter des Instituts für Sport-, Alpinmedizin & Gesundheitstourismus der Tirol Kliniken und Professor an der Privatuniversität Umit Tirol, gibt zu bedenken, dass es selbst in den Bergen trotz kühlerer Luft und ausreichenden Trinkens zu Überhitzung kommen kann.

Ab 30 Grad Umgebungstemperatur müsse man damit rechnen, dass die Körperkerntemperatur derart steigt, dass der Körper in Hitzestress gerät. Gesundheitskritisch werde es ab 40 Grad Körperkerntemperatur.

Schobersberger plädiert für Hitzepräventionskonzepte, „sowohl für die individuelle Sicherheit als auch für Veranstaltungen in unseren Breiten“. VVO-Generalsekretär Christian Eltner merkte in dem Zusammenhang an, dass es durch den Klimawandel mehr Tage mit über 30 Grad gebe.

Erstmals mehr als eine Milliarde Euro Versicherungsleistungen

VVO-Vizepräsident Ralph Müller hielt fest, dass Österreichs Unfallversicherer 2025 erstmals mehr als eine Milliarde Euro (1,09 Milliarden; +18,4 Prozent gegenüber 2024) an Versicherungsleistungen ausgezahlt haben.

Insgesamt wurden 274.627 Leistungsfälle (+0,8 Prozent) registriert. „Eine ganze Reihe“ davon seien auch schwere Fälle gewesen, in denen „weit über eine Million Euro“ gezahlt wurde.

Die private Unfallversicherung leiste damit einen wichtigen Beitrag bei der Absicherung von Freizeitrisiken, die nicht zuletzt durch geändertes Mobilitätsverhalten – Stichworte E-Scooter, E-Bikes – im Zunehmen begriffen seien.

Derweil sei allerdings nur jeder Zweite in Österreich privat unfallversichert. Laut VVO waren letztes Jahr 4,50 Millionen Risken (–1,2 Prozent; 2024: 4,55 Millionen) in der privaten Unfallversicherung erfasst.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Gesundheitsreform · Private Unfallversicherung
 
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