22.1.2026 – Mehr als 1.000 Personen werden österreichweit jährlich bei Verkehrsunfällen auf Schutzwegen verletzt, elf getötet. Viele Kfz-Lenker zeigen nach Angaben des KFV keine Anhaltebereitschaft vor ungeregelten Schutzwegen: Laut einer aktuellen Erhebung fahren acht Prozent weiter, obwohl Fußgänger eindeutig signalisieren, dass sie einen Schutzweg überqueren wollen.

2022 bis 2024 sind in Österreich jährlich im Schnitt rund 3.500 Fußgänger im Straßenverkehr verletzt worden. Darauf macht das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) aufmerksam.
30 Prozent dieser Unfälle, mit 1.059 Betroffenen, ereigneten sich den Angaben zufolge auf Schutzwegen. Von diesen wiederum sei die Mehrheit (598 Personen) an ungeregelten Schutzwegen verletzt worden.
Auf Schutzwegen getötet werden durchschnittlich elf Personen pro Jahr, davon sechs auf ungeregelten Schutzwegen.
Die Zahl der verletzten Kinder auf Schutzwegen liege bei durchschnittlich 185 pro Jahr, überwiegend handelte es sich um Unfälle auf ungeregelten Schutzwegen (114 Kinder).
In einer aktuellen Erhebung des KFV wurden österreichweit 6.400 Überquerungssituationen beobachtet. Dabei habe sich gezeigt, dass sich die Anhaltebereitschaft vor ungeregelten Schutzwegen in den vergangenen Jahren „kaum verbessert“ hat.
In acht Prozent der Fälle hielten die Kraftfahrzeuge nicht an, obwohl Fußgänger deutlich ihre Absicht signalisierten, einen „Zebrastreifen“ zu überqueren, berichtet das KFV. 2019 waren es sieben Prozent.
Bedenklich sei auch, dass es in zwei Prozent der Fälle sogenannte Konfliktsituationen gegeben habe.
„Dabei handelt es sich um Situationen, die beinahe zu einem Unfall geführt hätten – etwa, wenn ein Zusammenstoß nur durch abruptes Abbremsen oder ein Ausweichmanöver verhindert werden kann“, erklärt Klaus Robatsch, Leiter des Bereichs Verkehrssicherheit im KFV.
Besonders gefährlich können solche Konfliktsituationen bei winterlichen Fahrverhältnissen werden, weil sich der Bremsweg deutlich verlängert, betont das Kuratorium.
Nichtsdestoweniger hält das KFV freilich fest, Schutzwege böten nach wie vor ein deutlich höheres Sicherheitsniveau als die Überquerung einer Fahrbahn an anderen Stellen.
Neben der Nutzung von Schutzwegen rät Robatsch zu heller und reflektierender Bekleidung. Denn: Laut KFV passieren 41 Prozent aller Verkehrsunfälle mit verletzten Fußgängern generell bei Dunkelheit oder schlechter Sicht.
Zu beachten sei außerdem, dass es bei Verkehrsunfällen mit Fußgängern „eine relativ hohe Dunkelziffer“ an Unfällen gebe.
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