Mehr Prämien, weniger Versicherer

5.2.2020 – Die europäische Versicherungsbranche mit rund 3.300 Versicherern hat ihr Prämienvolumen 2018 um 6,2 Prozent auf 1,31 Billionen Euro heben können. Die Leistungen wuchsen halb so stark auf 1,07 Billionen.

Neuer Bericht: Strukturdaten zur europäischen Versicherungswirtschaft (Cover; Quelle: Insurance Europe)
Neuer Bericht: Strukturdaten zur europäischen
Versicherungswirtschaft (Cover; Quelle: Insurance Europe)

3.300 Versicherungsunternehmen zählte der Branchenverband Insurance Europe laut seinem jüngst veröffentlichten Bericht zu den Geschäfts- und Strukturdaten des europäischen Versicherungsmarktes im Jahr 2018.

Berücksichtigt sind dabei 32 in dem Verband repräsentierte Märkte, nämlich die EU- und EFTA-Länder sowie das Vereinigte Königreich.

Wieder weniger Versicherer als 2017

Gegenüber 2017 ist die Anzahl der Versicherer um 3,1 Prozent und damit abermals gesunken, wie dem Bericht zu entnehmen ist. Den größten Rückgang gab es in Großbritannien (–34 Unternehmen), Schweden (–31), den Niederlanden (–8) sowie Frankreich und Spanien (jeweils –7).

Deutschland weist die höchste Zahl an Unternehmen auf, nämlich 528 und damit unverändert viele wie 2017. Am zweitgrößten war sie in Großbritannien (402), nachdem sie dort das fünfte Jahr in Folge gesunken war. Nummer drei in dieser Tabelle ist Schweden (280 Unternehmen).

Rund 928.000 Personen waren 2018 in den Versicherungsunternehmen direkt beschäftigt. Verglichen mit 2017, ist das eine Verringerung um 1,2 Prozent.

Prämienvolumen auf 1.311 Milliarden Euro gewachsen

Kräftig zugelegt haben dagegen die Prämieneinnahmen. Sie kletterten um 6,2 Prozent auf 1.311 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Das globale Prämienvolumen belief sich 2018 auf 5.193 Milliarden US-Dollar (+4,8 Prozent). Das waren zum Wechselkurs vom 31. Dezember 2018 umgerechnet 4.529 Milliarden Euro.

Das „robuste Wachstum“ in Europa beruhe auf „positiven Ergebnissen in den meisten europäischen Märkten“, erläutert Insurance Europe. Ein Minus gab es nur in Polen (–0,8 Prozent) und Liechtenstein (–14,5 Prozent).

Die drei größten Märkte – Großbritannien, Frankreich und Deutschland – stellten zusammen deutlich mehr als die Hälfte (58,2 Prozent) des Volumens. „Alle drei Märkte verzeichneten solide Zuwächse bei den Prämien: 15,9 Prozent in UK, 3,7 Prozent in Frankreich und 2,2 Prozent in Deutschland.“

Österreich registrierte 2018 in Summe ein Plus von 1,3 Prozent. Die Lebensversicherung entwickelte sich allerdings mit –3,5 Prozent gegen den gesamteuropäischen Trend. Das sei auch in manchen anderen Märkten so gewesen, sagt Insurance Europe und führt dies insbesondere auf die Niedrigzinspolitik zurückführt, die die Attraktivität von Lebensversicherungen verringert habe.

1.069 Milliarden Euro Versicherungsleistungen

Den Prämieneinnahmen standen Versicherungsleistungen in Höhe von 1.069 Milliarden Euro gegenüber. Auch hier kam es in allen Sparten zu Zuwächsen. Insgesamt steigerte sich die Summe der Leistungen mit +3,1 Prozent aber nicht so stark wie jene der Prämien.

Auf die fünf größten Märkte – Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien und Niederlande – entfielen drei Viertel (75,4 Prozent) aller Versicherungsleistungen.

Europäische Versicherungswirtschaft 2018:
Prämien und Versicherungsleistungen

Sparte

Prämieneinnahmen

Leistungen

2018

+/–

2018

+/–

Leben

764

+6,7 %

706

+2,6 %

Kranken

140

+4,8 %

112

+4,0 %

Schaden/Unfall

– davon Kfz

– davon Sach

– davon allg. Haftpflicht

– davon Unfall

407

144

105

43

37

+5,7 %

+3,8 %

+4,8 %

+6,9 %

+2,5 %

253

100

65

26

21

+5,7 %

+3,3 %

+9,6 %

+17,8 %

+6,4 %

Summe

1.311

+6,2 %

1.069

+3,1 %

Zum Herunterladen

Der Bericht „European Insurance in Figures, data 2018“ kann als PDF-Dokument (4,3 MB, 60 Seiten, englisch) von der Website von Insurance Europe heruntergeladen werden.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Lebensversicherung · Versicherungsmarkt
 
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