28.1.2026 – Beim „Mid-term Meeting 2026“ des europäischen Versicherungsvermittler-Verbandes Bipar trafen in Wien rund 120 Branchenvertreter zusammen. Sie diskutierten über Themen wie die Absicherung gegen Naturkatastrophen, die Bekämpfung von Geldwäsche und die „derzeit größte regulatorische Herausforderung“, die EU-Kleinanlegerstrategie.

In Wien hat letzte Woche das zweitägige „Mid-term Meeting 2026“ der European Federation of Insurance Intermediaries (Bipar) stattgefunden. Nach Angaben des Fachverbandes der Versicherungsmakler und Berater in Versicherungsangelegenheiten nahmen rund 120 Branchenvertreter teil.
Das Mid-term-Meeting dient als Raum für strategische Diskussionen und fachlichen Austausch mit Experten. Formale Beschlüsse oder offizielle politische Statements waren nicht Teil des Programms.
Fachverbandsobmann Christoph Berghammer wertet die Wahl Wiens als Austragungsort auch als „Zeichen der Anerkennung“ für die „europäische Arbeit“ des Fachverbands.
Bipar gehören 47 nationale Verbände von Versicherungsagenten, Versicherungsmaklern und Finanzvermittlern aus 31 Ländern an.
„Der intensive Dialog mit unseren europäischen Partnerverbänden zeigt, dass viele Herausforderungen national unterschiedlich erscheinen, in Wahrheit aber europäische Lösungen brauchen“, stellte Berghammer fest.
Das Treffen mit dem gemeinsamen Auftreten in Wien habe dafür „ein starkes Signal gesetzt“, indem es gezeigt habe, dass es für viele drängende Herausforderungen einen breiten europäischen Schulterschluss gebe.
Welche Herausforderungen sind damit gemeint? Ein „zentrales Beispiel“, so der Fachverband, sei die zunehmende Bedeutung von Naturkatastrophenrisiken: Der Klimawandel führe zu einem häufigeren und intensiveren Auftreten extremer Wetterereignisse in vielen europäischen Staaten.
Die Diskussionen in Wien hätten gezeigt, dass eine tragfähige Versicherungsarchitektur für Naturkatastrophen nicht isoliert in einzelnen Ländern entwickelt werden könne.
„Eine nachhaltige Lösung wird nur im europäischen Kontext gelingen, weil Risikoteilung, Datenbasis und regulatorische Rahmenbedingungen gemeinsam gestaltet werden müssen“, meint man im Fachverband.

Auch das Thema Geldwäsche wurde erörtert. Die 2025 eingerichtete EU-Behörde zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung Amla (Anti-Money Laundering Authority) war durch ihre Vorsitzende Bruna Szega vertreten.
„Geldwäschebekämpfung kennt – gerade mit Blick auf Digitalisierung und technologische Entwicklungen – keine klassischen Landesgrenzen“, so der Fachverband.
„Harmonisierung und europäische Aufsicht sind daher entscheidend, um wirksame Standards sicherzustellen.“
Als „derzeit größte regulatorische Herausforderung“ habe man zudem den Stand des Trilogs zur EU-Kleinanlegerstrategie (Retail Investment Strategy; RIS) herausgearbeitet.
„Hier geht es darum, die Interessen von Konsumenten, Vermittlern und der Finanzwirtschaft europaweit in Einklang zu bringen.“
Kommission, Parlament und Rat hatten sich im Dezember 2025 nach mehrjähriger Diskussion politisch auf die RIS verständigt (VJ 19.12.2025).
Abseits dieser Themen hat der Fachverband im Rahmen des Treffens am Donnerstag einen „Österreich Vormittag“ organisiert. Dabei sprach Nadine Wiedermann Ondrej, Vertreterin der Staatssekretärin im Finanzministerium, über Pensionsvorsorge und Finanzbildung.
Finanzbildung sei eine zentrale Voraussetzung für fundierte und eigenverantwortliche Vorsorgeentscheidungen, die dritte Säule könne einen wesentlichen Beitrag zur Schließung individueller Vorsorgelücken leisten, zitiert der Fachverband Wiedermann Ondrej.
Ministerialrat Stefan Trojer vom Wirtschaftsministerium sprach über regulatorische Rahmenbedingungen für Versicherungsvermittler in Österreich. Fachverbandsgeschäftsführer Erwin Gisch skizzierte die Strukturen des österreichischen Versicherungsmarkts.
Die burgenländische Fachgruppenobfrau Katharina Freingruber stellte den Fachverbandsarbeitskreis „Women Wanted“ vor, den sie auch selbst leitet. Ziel der Ende 2023 begonnenen Initiative (VJ 5.12.2023) sei es, Sichtbarkeit, Vernetzung und Karrierechancen von Frauen in der Versicherungsvermittlung systematisch auszubauen.
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