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Leerverkaufsverbot schützt auch Versicherungsaktien

20.3.2020 – Massive Kursverluste hat es in den letzten Wochen an den weltweiten Börsen gegeben. Auch Versicherungsaktien waren betroffen. Um eine weitere Talfahrt zumindest zu bremsen, hat die Finanzmarktaufsicht den Verkauf von Aktien ohne physische Deckung verboten. Spekulationen auf Kursverluste soll so ein Riegel vorgeschoben werden.

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Die Corona-Krise hat an den Aktienmärkten zu massiven Verlusten geführt. Bis zum 18. März hat der Wiener Leitindex ATX gegenüber dem Jahresanfang 49,5 Prozent eingebüßt. Nicht viel besser ging es Versicherungsaktien.

An der Wiener Börse notiert sind die Uniqa Insurance Group AG und die Vienna Insurance Group AG (VIG). Während die VIG mit -45,9 Prozent nur geringfügig besser abschnitt als der Leitindex, verlor die Aktie der Uniqa im selben Zeitraum „nur“ 34,3 Prozent.

Um die Talfahrt wenigstens etwas in den Griff zu bekommen, hat die Österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) am gestrigen Donnerstag Leerverkäufe von bestimmten Finanzinstrumenten beschränkt. Daraufhin erholte sich der ATX in einem freundlicheren Börsenumfeld deutlich.

Spekulation auf Kursverluste

Laut dem Börsenlexikon der Wiener Börse AG ist ein Leerverkauf der Verkauf eines Wertpapiers ohne physische Deckung. Der Leerverkäufer borgt sich dabei ein Wertpapier aus und verkauft es mit der Absicht, das gleiche Wertpapier später billiger zurückzukaufen, um es dem Verborger retournieren zu können.

Dem hat nun die FMA aufgrund der, wie es in der Pressemitteilung heißt, „andauernden und schwerwiegenden Marktverunsicherung“ einen Riegel vorgeschoben. Im aktuell außergewöhnlich volatilen Marktumfeld könnten spekulative Leerverkäufe zu erheblichen Risiken führen.

Die Stabilität der Finanzmärkte und der Erhalt des Vertrauens der Anleger in deren ordnungsgemäßes Funktionieren müssten absoluten Vorrang haben, so die Aufseher. Das Verbot gilt vorerst einen Monat lang, kann aber je nach Marktentwicklung vorzeitig aufgehoben oder verlängert werden.

Leerverkäufe waren an der Wiener Börse für Aktien bereits in früheren Krisen verboten worden: So bestand ab 2008 für mehrere Jahre ein Leerverkaufsverbot für Bank- und Versicherungsaktien.

Weitgehendes Verbot

Nun wurden, zeitlich befristet, Leerverkäufe aller Aktien, die zum Amtlichen Handel an der Wiener Börse zugelassen sind und die unter die Zuständigkeit der FMA als Aufsichtsbehörde fallen, verboten.

Dies sei davon unabhängig, ob der Handel an einem Handelsplatz (also beispielsweise der Wiener Börse) oder abseits eines Handelsplatzes (sogenannter Over-the-Counter- oder OTC-Handel: Geschäfte die zwischen Handelsteilnehmern direkt abgeschlossen werden) erfolgt.

Verboten ist nicht nur das Eingehen von neuen Leerverkäufen, sondern auch die Erhöhung bestehender Leerverkaufspositionen. Ebenso ist es nicht mehr erlaubt, andere Finanzinstrumente zu schaffen, die finanzielle Vorteile aus dem Wertverlust der genannten Aktien generieren.

Ausgenommen sind einzig sogenannte Market-Maker-Tätigkeiten. Market Maker sind Marktteilnehmer, die sich verpflichtet haben, während der gesamten Handelszeit verbindliche An- und Verkaufsangebote zu stellen und damit für eine ausreichende Liquidität des Wertpapiers zu sorgen.

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Verkauf · Versicherungsaufsicht
 
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