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Gesundheitsausgaben stiegen 2024 überdurchschnittlich stark

30.1.2026 – Die Statistik Austria hat für das Jahr 2024 endgültige Zahlen zu den Gesundheitsausgaben veröffentlicht. Der private Sektor hat erneut einen höheren Anteil daran tragen müssen. (Bild: sasint auf Pixabay)

Symbolfoto (Bild: sasint auf Pixabay)
Symbolfoto (Bild: sasint auf Pixabay)

Die Statistik Austria hat endgültige Daten über die laufenden Gesundheitsausgaben in Österreich im Jahr 2024 veröffentlicht. Öffentliche und private Ausgaben beliefen sich auf insgesamt 57,8 Milliarden Euro, was gegenüber dem Jahr davor ein Plus von 8,3 Prozent bedeutet.

Der Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg weiter auf 11,7 Prozent, nachdem er in den beiden Jahren davor bei 11,2 Prozent lag. Nur im „Corona-Jahr“ 2021 war dieser Anteil mit 12,2 Prozent höher gewesen.

Damit befindet sich Österreich im Vergleich der 38 OECD-Länder im Spitzenfeld. Nur die USA (17,2 Prozent), Deutschland (12,3 Prozent) und die Schweiz (11,8 Prozent) wenden für Gesundheitsausgaben einen höheren Anteil am BIP auf.

Die Gesundheitsausgaben werden von der Statistik Austria nach dem von der OECD entwickelten Konzept „System of Health Accounts“ erstellt. Datenquellen sind unter anderem die Rechnungsabschlüsse der Gebietskörperschaften und die volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen.

Was die Ausgaben in die Höhe treibt

Höhere Aufwendungen für Personal, Sach- und Betriebskosten sowie Honoraranpassungen seien für den Anstieg der Gesundheitsausgaben verantwortlich gewesen, so die Statistik Austria in einer Pressemitteilung.

Leicht gesunken ist der Anteil der öffentlichen Hand an den gesamten Gesundheitsausgaben: Er lag 2024 bei 75,7 Prozent nach 76,2 Prozent ein Jahr davor. Noch höhere Anteile gab es in den „Corona-Jahren“ 2020 (76,4 Prozent), 2021 (77,7 Prozent) und 2022 (77,2 Prozent).

Einen deutlichen Anstieg verzeichneten 2024 auch die laufenden Gesundheitsausgaben für Langzeitpflege (pflegerische Tätigkeiten und Unterstützung bei Aktivitäten des täglichen Lebens): Sie erhöhten sich um 12,7 Prozent auf 8,3 Milliarden Euro; 75,9 Prozent davon entfielen auf die öffentliche Hand.

Weiter steigende öffentliche Ausgaben

Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungsträger wandten im Jahr 2024 rund 43,8 Milliarden Euro für laufende Gesundheitsausgaben auf. Zuwachsraten gab es in nahezu allen Ausgabenkategorien, insgesamt betrug der Anstieg gegenüber dem Jahr davor 7,7 Prozent.

Größte Position war die stationäre Gesundheitsversorgung, für die mit 19,1 Milliarden Euro um 9,0 Prozent mehr ausgegeben wurde als 2023. An zweiter Stelle rangieren Ausgaben für die ambulante Gesundheitsversorgung (13,1 Milliarden Euro, +12,8 Prozent gegenüber 2023).

Höhere Aufwendungen wurden auch bei pharmazeutischen Erzeugnissen sowie medizinischen Ge- und Verbrauchsgütern (5,5 Milliarden Euro, +2,7 Prozent) und bei den Ausgaben für häusliche Pflege (3,2 Milliarden Euro, +11,8 Prozent) registriert.

Zu weiteren Rückgängen kam es bei den Aufwendungen für Prävention. Mit 1,0 Milliarden Euro lagen diese wieder leicht unter dem Niveau von 2020. Zurückzuführen sei dies auf weiter gesunkene Covid-19-Gesundheitsausgaben. Vor allem Covid-Tests hatten 2021 und 2022 hohe Präventions-Kosten verursacht.

Deutlich gestiegene Ausgaben des privaten Sektors

Private, laufende Gesundheitsausgaben, die Aufwendungen von privaten Haushalten, freiwilligen Krankenversicherungen, privaten Organisationen ohne Erwerbszweck sowie Unternehmen umfassen, summierten sich 2024 auf 14,0 Milliarden Euro.

Gegenüber dem Jahr davor bedeutet das eine Steigerung um 10,3 Prozent, was deutlich über dem Durchschnitt von 3,9 Prozent der Jahre von 2005 bis 2023 liegt. Auf Fünf-Jahres-Sicht betrug der Zuwachs 37,1 Prozent.

Die höchsten Ausgaben fielen wie in den Jahren davor für ambulante Gesundheitsversorgung an: 4,1 Milliarden Euro bedeuten einen genau durchschnittlichen Zuwachs um 10,3 Prozent. Stationäre Gesundheitsversorgung schlug mit 3,6 Milliarden zu Buche (+11,8 Prozent gegenüber 2023).

Ausgaben für pharmazeutische Erzeugnisse sowie medizinische Ge- und Verbrauchsgüter beliefen sich auf knapp 3,3 Milliarden (+2,9 Prozent). Die stärksten Steigerungen gab es im Bereich der Verwaltung (+27,3 Prozent auf 1,3 Milliarden). Nur 207 Millionen Euro wurden für Prävention aufgewendet.

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Gesundheitsreform · Sozialversicherung
 
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