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Finanzvorstände: Stimmungslage und Risikoeinschätzungen

28.4.2021 – Sechs von zehn CFOs österreichischer Unternehmen zeigen sich in einer Deloitte-Umfrage zuversichtlich, dass sich die wirtschaftliche Lage des Landes trotz Corona-Krise verbessern wird. Fast vier von zehn beurteilen die finanziellen Erfolgsaussichten für ihr Unternehmen optimistischer als drei Monate zuvor. Zu den größten Risikofaktoren werden Cybergefahren und zunehmende Regulierung gezählt, Gesundheit folgt erst danach. Zumindest eine leichte Entspannung zeichnet sich laut Deloitte bei den Prognosen für die Personalstände ab.

Als „überwiegend gedämpft“ beschreibt die Unternehmensberatung Deloitte Österreich in einer die Stimmung heimischer Finanzchefs in den vergangenen Monaten. Laut dem neuen „Deloitte CFO Survey“ scheine sich das Blatt jetzt aber langsam zu wenden.

„Im Vergleich zu letztem Herbst blicken die Finanzvorstände mittlerweile wieder optimistischer in die Zukunft ihrer Unternehmen“, stellte Deloitte am Dienstag anlässlich der Veröffentlichung der Ergebnisse aus der Frühlingsumfrage fest.

Deloitte befragt halbjährlich europäische Finanzvorstände aus verschiedenen Branchen; im Frühling 2021 waren es 1.560 Führungskräfte aus 19 Ländern, darunter 64 aus Österreich – von Letzteren gehört rund ein Viertel dem Versicherungs- und Finanzdienstleistungssektor an.

Mehrheit glaubt an Verbesserung der Wirtschaftslage Österreichs

60 Prozent der befragten CFOs – alle hier genannten Zahlen sind Österreich-Daten – rechnen damit, dass sich die wirtschaftliche Lage des Landes trotz anhaltender Corona-Krise verbessern wird, weitere drei Prozent meinen sogar, dass sie sich „stark“ verbessern wird.

Stark ins Positive gedreht hat sich die Einschätzung des Investitionsklimas in Österreich: 52 Prozent meinen, dass es sich in den nächsten verbessern wird, weitere drei Prozent, dass es sich stark verbessern wird. Zum Vergleich: Im Herbst tätigten nur 13 bzw. zwei Prozent diese Prognose.

Mehr als ein Drittel optimistischer für das eigene Unternehmen

Wie steht es um die finanziellen Erfolgsaussichten des eigenen Unternehmens im Vergleich zu den Aussichten vor drei Monaten? Sechs Prozent zeigen sich jetzt „deutlich optimistischer“, 31 Prozent „optimistischer“. Rund die Hälfte (47 Prozent) erwartet keine Veränderung, 16 Prozent sind pessimistischer.

Für die Umsatzentwicklung in den nächsten zwölf Monaten erwarten 60 Prozent einen wesentlichen Anstieg, weitere 11 Prozent immerhin einen Anstieg, 18 Prozent kalkulieren mit gleichbleibenden Umsätzen, die übrigen CFOs mit einem Rückgang.

Eine Rückkehr der Umsätze auf Vorkrisenniveau erwartet ein Drittel für 2022, jeder Zehnte für 2023, drei Prozent erst für 2024 oder später. 39 Prozent konnten melden, dass sie bereits jetzt auf oder über Vorkrisenniveau liegen; etwas mehr als ein Zehntel schätzt, dass die Rückkehr bis Ende 2021 gelingt.

Besonders Cybergefahren werden als Risikofaktor gesehen

Zu bestimmten Faktoren wollte Deloitte wissen, wie die CFOs jeweils das Risikopotenzial für die Unternehmen in den nächsten zwölf Monaten einschätzen.

Unter diesen zwölf Faktoren liegt das Cyberrisiko an der Spitze: Für 13 Prozent stellt es sich als ein sehr großes, für weitere 60 Prozent als großes Risiko dar.

Zunehmende Regulierung liegt an zweiter Stelle mit 10 bzw. 37 Prozent; erst an dritter folgen gesundheitliche Risiken mit 6 bzw. 40 Prozent.

Einschätzung des Risikopotenzials besimmter Faktoren für die nächsten zwölf Monate (Daten: Deloitte; Grafik: VJ/Lampert)

Zwei Drittel bereiten sich auf die Zeit nach der Pandemie vor

Und in welcher Phase der Covid-19-Krise sehen die Finanzvorstände ihre jeweiligen Unternehmen?

Zwölf Prozent gaben an, damit befasst zu sein, die Fortführung des Unternehmens sicherzustellen. 19 Prozent befinden sich in einer Erholungsphase und ziehen Lehren aus der Krise. Zwei Drittel (69 Prozent) treffen Vorbereitungen für die Zeit nach der Pandemie.

Deloitte sieht „Hoffnungsschimmer“ bei Mitarbeiterzahlen

„Zumindest eine leichte Entspannung“ ortet Deloitte beim Thema Personal. 26 Prozent rechnen in den nächsten zwölf Monaten mit einem Anstieg der Mitarbeiterzahl im Unternehmen, 44 Prozent mit einem unveränderten Personalstand. 31 Prozent gehen allerdings von einem Rückgang aus.

Im Herbst hatten noch 56 Prozent eine negative und nur acht Prozent eine positive Prognose für die Mitarbeiterzahl abgegeben.

„Wenn der Aufschwung Post-Corona gelingen soll, benötigen die Unternehmen auch wieder entsprechendes Fachpersonal“, kommentiert Gerhard Marterbauer, Partner bei Deloitte Österreich. „In vielen Betrieben beginnt man deshalb bereits jetzt, nach gut ausgebildeten Arbeitskräften zu suchen.“

Schlagwörter zu diesem Artikel
Gesundheitsreform · Marktforschung · Mitarbeiter
 
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