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Coface zu Iran-Krieg: Risiken gehen über Ölpreis hinaus

5.3.2026 – Der militärische Konflikt im Nahen Osten bringt die Energiemärkte unter Druck, ein länger anhaltendes Ölpreis-Hoch könnte auf Dauer in eine Bedrohung für die Weltwirtschaft münden, warnt der Kreditversicherer. Die Straße von Hormus sei abgesehen vom Öltransport auch für den Transport von Flüssigerdgas, Düngemitteln, Industriemetallen und Petrochemikalien von entscheidender Bedeutung, betont Coface.

Naher Osten vom Weltraum aus (Bild: Hartono Creative Studio)
Naher Osten vom Weltraum aus
(Bild: Hartono Creative Studio)

Der Iran-Krieg setzt die Energiemärkte unter extremen Druck, stellt Kreditversicherer Coface fest. Bislang seien zwar noch keine größeren Versorgungsengpässe gemeldet worden. Die Risiken rund um die Straße von Hormus stellten aber eine Gefahr für die Weltwirtschaft dar.

Denn: Etwa ein Fünftel des weltweit verbrauchten Öls passiere die Schifffahrtsroute durch diese Meerenge zwischen dem Persischen Golf einerseits und dem Golf von Oman bzw. dem Indischen Ozean andererseits.

„Ein auf wenige Tage oder Wochen begrenzter Konflikt dürfte nur begrenzte Auswirkungen haben“, sagt Ruben Nizard, Head of Sector Research bei Coface. „Sollte der Konflikt jedoch andauern, könnten die makroökonomischen Auswirkungen erheblich sein und weit über die Frage der Energiepreise hinausgehen.“

„Geopolitische Risikoprämie“

Die Angriffe auf den Iran markieren einen Wendepunkt für die Energiemärkte, so Coface. „Bei Handelsbeginn am Montagmorgen stieg der Brent-Preis um mehr als 10 Prozent.“

Dies sei in erster Linie auf einen Anstieg der geopolitischen Risikoprämie zurückzuführen und weniger auf unmittelbare und konkrete Versorgungsunterbrechungen. „Vor dieser Eskalation herrschte auf den Ölmärkten weitgehend ein Überschuss.“

Hauptrisiko Straße von Hormus, Rekordpreise möglich

Der Konflikt verändere die Lage grundlegend und führe zu extremer Unsicherheit hinsichtlich der Versorgungssicherheit. Das Hauptrisiko konzentriert sich auf die Straße von Hormus. „Die aktuellen Störungen führen bereits zu steigenden Preisen.“

Die Möglichkeiten zur Umgehung dieser Meerenge seien begrenzt und reichten nicht aus, um einen größeren Schock abzufedern.

„Längere oder wiederholte Unterbrechungen könnten den Brent-Preis in den dreistelligen Bereich treiben, mit der Möglichkeit, den Höchststand vom Februar 2022 (122 USD/Barrel) oder sogar den Rekord von 2008 (147 USD/Barrel) zu übertreffen.“

Das Ausmaß der Auswirkungen

Ruben Nizard, Head of Sector Research bei Coface (Bild: Coface)
Ruben Nizard, Head of Sector Research
bei Coface (Bild: Coface)

Bei einer Produktion von mehr als drei Millionen Barrel pro Tag und einem Export von fast 1,5 Millionen Barrel würde eine Unterbrechung die Käufer zwingen, auf teurere Alternativen auszuweichen, führt Coface weiter aus. Dies würde den Aufwärtsdruck auf die Ölpreise verstärken.

„Über die iranischen Lieferungen oder eine mögliche Schließung der Straße von Hormus hinaus könnte der Iran auch die Ölinfrastruktur in anderen Golfstaaten ins Visier nehmen“, fügt der Versicherer hinzu.

Die Auswirkungen würden dann vom Ausmaß der Schäden und der Dauer der Unterbrechung abhängen, zumal die Reservekapazitäten anderer OPEC und der OPEC-Kooperationspartner („OPEC+“) „begrenzt und stark konzentriert“ seien.

Dies gelte insbesondere in Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten, wo die logistischen Handelsströme gestört werden könnten.

Folgen über den Ölmarkt hinaus

Die Auswirkungen gehen dabei „weit über den Ölmarkt hinaus“, hält Coface fest. Die Straße von Hormus sei auch für den Transport von Flüssigerdgas, Düngemitteln, Industriemetallen (Aluminium) und Petrochemikalien von entscheidender Bedeutung.

Darüber hinaus könnten auch andere strategische Engpässe wie Bab el-Mandeb – die Meerenge zwischen dem Roten Meer und dem Indischen Ozean – oder der Suezkanal betroffen sein.

„Dies könnte zu einem Anstieg der Frachtkosten und der Prämien für Transportversicherungen führen“, folgert Coface.

„Die zunehmende Störung der Lieferketten birgt ein wachsendes Risiko von Versorgungsengpässen und Inflationsdruck, insbesondere für Volkswirtschaften, die am stärksten von Energieimporten abhängig sind.“

Langfristiges Risiko eines globalen makroökonomischen Schocks

Ein Extremszenario, in dem die Ölpreise über der Marke von 100 US-Dollar pro Barrel bleiben, „würde einen neuen Anstieg der globalen Inflation auslösen und die Zentralbanken wahrscheinlich dazu zwingen, ihre Strategie umzukehren und von einer geldpolitischen Lockerung zu einer allgemeinen Straffung überzugehen“, so Coface weiter.

Ein anhaltender Anstieg des Brent-Rohölpreises um 15 US-Dollar könnte somit das globale Wachstum um rund 0,2 Prozentpunkte verringern und die Inflation um fast 0,5 Prozentpunkte erhöhen.

„In einem solchen Kontext würde das Risiko einer Stagflation – einer Kombination aus schwachem Wachstum und hoher Inflation – erneut zu einer ernst zu nehmenden Bedrohung für die Weltwirtschaft werden, mit schwerwiegenden Folgen für Unternehmen und den internationalen Handel.“

Schlagwörter zu diesem Artikel
Darlehen · Strategie · Transportversicherung
 
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