Bergrettung rückte 2025 abermals zu mehr Einsätzen aus

12.2.2026 – Der Bergrettungsdienst ist letztes Jahr 10.912-mal im Einsatz gewesen, eine Zunahme um 8,1 Prozent gegenüber 2024. Insgesamt wurden 11.104 Personen geborgen. Die Bergrettung spricht von immer komplexer werdenden Einsätzen. Viele Notfälle wären aber vermeidbar, weil Risiken oft falsch eingeschätzt oder gar nicht erkannt würden.

Der Österreichische Bergrettungsdienst hat 2025 abermals eine Steigerung der Einsatzzahlen verzeichnet. Mit 10.912 Einsätzen zählte er um 8,1 Prozent mehr Einsätze als 2024 (10.097) und um 13,0 Prozent mehr als 2023 (9.658). Damit setze sich ein seit Jahren anhaltender Trend fort.

Insgesamt wurden 11.104 Personen geborgen, um 6,7 Prozent mehr als 2024 (10.406). Von diesen waren 8.518 verletzt, 2.233 unverletzt; 234 Menschen konnten nur noch tot geborgen werden. Bei 119 Personen lagen keine näheren Angaben zum Gesundheitszustand vor.

Für die Bergrettung sind aktuell 13.129 Ehrenamtliche und 228 Bergrettungshunde in 288 Ortsstellen im Einsatz.

Einsatzkräfte sehen sich steigenden Anforderungen gegenüber

Stefan Hochstaffl (Bild: Bergrettung)
Stefan Hochstaffl (Bild: Bergrettung)

„Die steigenden Einsatzzahlen zeigen eindrucksvoll, wie stark das alpine Gelände genutzt wird“, sagt Bergrettungsdienst-Präsident Stefan Hochstaffl.

Es zeige sich aber auch, dass viele Notfälle vermeidbar wären. „Neben klassischen Rettungen und Suchaktionen sehen wir zunehmend komplexe Einsätze in unwegsamem Gelände.“

Aufwendige Suchaktionen im hochalpinen Gelände, technisch anspruchsvolle Rettungen und Bergungen, aber auch Unterstützungsleistungen bei Extremwetterlagen und Naturereignissen seien heute Teil des Alltags, berichtet die Bergrettung.

Risiken oft falsch eingeschätzt oder erst gar nicht erkannt

Eine zentrale Ursache für diese Entwicklung bleibe „das mangelnde Erkennen alpiner Gefahren“, stellt Hochstaffl fest. Wer aber Risiken nicht erkennt, könne sie weder vermeiden noch angemessen darauf reagieren.

„Kritische Situationen entstehen selten durch einen einzelnen Fehler, sondern durch eine Kette von Fehleinschätzungen.“ Besonders häufig liege der Ursprung darin, dass Gefahren im Vorfeld eben nicht oder falsch wahrgenommen werden.

Hochstaffl: „Wer Gefahren erkennt, plant anders und entscheidet früher, ruhiger und sicherer – und verhindert Unfälle.“

Im alpinen Gelände: typische Risikofaktoren und Anzeichen

Risikofaktoren

Merkmale

Wetter und Wetterum-schwünge

Gewitter, Nebel, Wind und abrupte Temperaturstürze beeinträchtigen Orientierung, Sicht und körperliche Belastbarkeit. Fehlendes Wissen über meteorologische Warnsignale führt häufig zu riskanten Entscheidungen.

Orientierung und Gelände

Unübersichtliches Gelände, abzweigende Steige, steile Flanken, Rinnen oder Schrofen erfordern Erfahrung im Umgang mit Karten, Apps und Geländeinterpretation. Orientierungslosigkeit ist ein häufiger Beginn alpiner Notlagen.

Rutsch-, Sturz- und Absturzgefahr

Nasse Wurzeln, Geröll, Altschneefelder, vereiste Passagen und ausgesetzte Stellen zählen zu den häufigsten Unfallursachen.

Steinschlag und brüchiger Untergrund

Lose Steine, Temperaturwechsel und Trittbelastung erhöhen das Risiko insbesondere in steilen Rinnen und Flanken erheblich.

Schnee- und Lawinengefahr

Winterliche Verhältnisse mit Triebschnee, Altschneeproblemen, Wechten oder harten Schneefeldern erfordern spezielles Wissen und konsequente Planung.

Physiologische Risiken

Erschöpfung, Dehydrierung, Unterkühlung oder Hitzebelastung treten häufig auf, wenn Belastung, Zeitbedarf und Reserven falsch eingeschätzt werden.

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Elementarschaden · Gesundheitsreform
 
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