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Aufsicht warnt vor Unversicherbarkeit systemischer Risiken

23.9.2022 – Risiken aufgrund systemischer Ereignisse werden häufiger und könnten zu Unleistbarkeit oder sogar Unversicherbarkeit führen, stellt die europäische Versicherungsaufsicht fest. Sie hat nun eine Stellungnahme mit Blick auf Ausschlüsse veröffentlicht. Kernpunkte sind: Klarheit in Sprache, Bedingungen und Deckungsumfang sowie das Vorgehen, wenn Risiken unversicherbar werden.

Eiopa-Tower in Frankfurt (Bild: Eiopa)
Eiopa-Tower in Frankfurt (Bild: Eiopa)

Sich ändernde Risikobilder – man denke an Ereignisse wie Pandemien oder Cybergefahren – haben in letzter Zeit Diskussionen um Deckungsgrenzen und Ausschlüsse angefacht.

Die Europäische Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung (Eiopa) hat nun eine Stellungnahme herausgegeben, in der es um „Ausschlüsse in Versicherungsprodukten in Bezug auf Risiken, die sich aus systemischen Ereignissen ergeben“ geht.

Gefahr der Unversicherbarkeit und Nichtverfügbarkeit

Da die Frequenz an „systemischen Ereignissen“ zunehme, sieht die Behörde ein Risiko, dass Versicherungsprodukte, die solche Ereignisse decken, unleistbar werden oder schlicht nicht mehr erhältlich sein werden.

Zugleich könne es sein, dass Produkte, die solche Ereignisse decken oder über eine entsprechende Deckung nichts aussagen, in Zukunft explizite Ausschlüsse enthalten werden.

„Diese Entwicklungen haben das Potenzial, bestehende Deckungslücken weiter zu vergrößern, die nachteilige Auswirkungen auf Konsumenten haben und unsere Wirtschaft und Gesellschaft weniger widerstandsfähig machen können“, meint die Eiopa in einer Aussendung.

Eine Aufgabe für nationale Behörden

Ziel der Stellungnahme der Eiopa ist, die „Aufsichtskonvergenz“ voranzutreiben. Im Fokus steht dabei die Art und Weise, wie die nationalen Behörden die Behandlung von Ausschlüssen als Teil des Produktdesign- und Bedingungserstellungsprozesses prüfen.

Es solle sichergestellt sein, dass die Interessen bestehender und künftiger Kunden gebührend berücksichtigt werden, wenn Produkte entwickelt oder überarbeitet werden oder wenn Ereignisse auftreten, die Zweifel über den Deckungsumfang aufwerfen.

Überprüfung von Klarheit und Deckungsumfang

Über eine generelle „Klarheit der Verträge“ und „Einfachheit der Sprache“ hinaus spricht die Eiopa eine weitere Empfehlung aus.

Und zwar: Nationale zuständige Behörden sollen beobachten, ob die Hersteller von Versicherungsprodukten die Versicherungsbedingungen und den Deckungsumfang angemessen bewerten, wenn

  • das Risiko, das aus einem systemischen Ereignis entsteht, unversicherbar wird oder
  • ein Mangel an Klarheit darüber besteht, ob das Risiko gedeckt ist oder nicht.

Breiter betrachtet, empfiehlt sie über die allgemeinen Produktaufsichts- und Governance-Anforderungen (POG) hinaus bei der Entwicklung neuer Produkte Folgendes: Hersteller sollen die Bedürfnisse, Ziele und Merkmale des Zielmarktes bewerten im Hinblick auf den Ausschluss von Risiken, die sich aus systemischen Ereignissen ergeben.

Größere Klarheit und „spezifischer Zuschnitt“

Die Versicherbarkeit könne begrenzt sein, sagt die Eiopa und fügt hinzu: Für Verbraucher und kleine Unternehmen seien die involvierten Risiken – auch solche aus systemischen Ereignissen – besser zu beurteilen, „wenn die Deckung klar und auf die Bedürfnisse des Zielmarkts abgestimmt ist“.

„Die aufsichtliche Stellungnahme“, so die Eiopa, „empfiehlt deshalb größere Klarheit und den spezifischen Zuschnitt auf den Zielmarkt.“

Zum Herunterladen

Das „Supervisory statement on exclusions in insurance products related to risks arising form systemic events“ kann als PDF-Dokument von einer Webseite der Eiopa heruntergeladen werden.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Altersversorgung · Betriebliche Altersversorgung · Versicherungsaufsicht
 
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