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Aufsicht „stresst“ Versicherer wieder

3.4.2024 – 48 Versicherer im EWR nehmen in den kommenden Monaten am diesjährigen „Stresstest“ teil, aus Österreich die VIG. Ergebnisse sollen im Dezember veröffentlicht werden.

Diagramm, Kurven (Bild: Maxim Hopman auf Unsplash)
Bild: Maxim Hopman auf Unsplash

Die Europäische Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung (Eiopa) hat am Dienstag einen neuen Stresstest für die Versicherungswirtschaft im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) gestartet.

An ihm nehmen 48 Versicherungsunternehmen aus 20 Staaten teil, die, gemessen an der Bilanzsumme, laut Eiopa mehr als 75 Prozent des EWR-Marktes abdecken.

Mit der Vienna Insurance Group AG Wiener Versicherung Gruppe (VIG) steht auch eine österreichische Teilnehmerin auf der Liste.

„Schwerwiegende, aber plausible“ Stressbedingungen

Die Testteilnehmer werden einem „hypothetischen Szenario schwerwiegender, aber plausibler“ negativer Entwicklungen der finanziellen und wirtschaftlichen Bedingungen ausgesetzt.

Der diesjährige Durchgang sieht ein Szenario sich wieder intensivierender oder verlängerter geopolitischer Spannungen vor, mit weitverbreiteten Lieferkettenunterbrechungen, schleppendem Wachstum, wiederaufflammendem Inflationsdruck, Neubewertung der Zinserwartungen und verschärften Finanzierungsbedingungen.

Der Test nimmt unter die Lupe, wie Versicherer mit den weitreichenden wirtschaftlichen und finanziellen Marktfolgen eines solchen Ereignisses umgehen würden. Es handelt sich aber nicht um einen „Bestanden/Nicht bestanden“-Test, wie die Eiopa festhält.

Widerstandsfähigkeit und „Spillover“-Effekte

Vielmehr sollen Erkenntnisse über die Widerstandsfähigkeit der Teilnehmer jenseits der regulären Anforderungen von Solvency II sowie Informationen über allfällige branchenweite Schwachstellen gewonnen werden.

Daraus sollen gegebenenfalls Empfehlungen an die Versicherungsindustrie insgesamt abgeleitet werden. Und wo relevant, könne auf dieser Basis individuell mit Versicherern über allfällige Maßnahmen zur Verbesserung der Resilienz gesprochen werden.

Zusätzlich soll mit Hilfe des Tests analysiert werden, inwieweit die Reaktionen der Versicherer auf die Schockszenarien andere Teile des Finanzsystems beeinflussen könnten – eine Einschätzung möglicher „Spillover“-Effekte also.

Die Veröffentlichung von Ergebnissen des Stresstests hat die Behörde für Dezember 2024 angekündigt.

Weiterführende Information

Nähere Informationen zum „Versicherungsstresstest 2024“ stellt die Eiopa online zur Verfügung.

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Altersversorgung · Betriebliche Altersversorgung · Geschäftsbericht
 
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