Wie viel Geld der Österreicher in Versicherungen steckt

28.11.2018 – Die nun von der Oesterreichischen Nationalbank veröffentlichten Zahlen zum Geldvermögen in Österreich zeigen deutliche Zuwächse für private Haushalte. Mit 2,5 Prozent stieg das Vermögen im zweiten Quartal stärker als die Verbindlichkeiten, die nur um 1,8 Prozent wuchsen. Größter Brocken sind die täglich fälligen Einlagen, die überproportional zulegten. Während Ansprüche an Lebensversicherungen zurückgingen, stiegen die kapitalgedeckten Pensionsansprüche.

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Statistiken - Daten und Analysen Q4-18 (Cover: OeNB)
Statistiken – Daten und Analysen Q4-18
(Cover: OeNB)

Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) hat in der Vorwoche die „Statistiken – Daten und Analysen Q4-18“ veröffentlicht. Darin finden sich unter anderem Daten zu Geldvermögen und Geldvermögensbildung der privaten Haushalte.

Insgesamt hat sich deren Vermögen im zweiten Quartal, auf das sich die nun bekannt gegebenen Zahlen beziehen, auf 662,5 Milliarden Euro erhöht. Drei Monate zuvor war es noch bei 646,4 Milliarden gelegen, was einer Steigerung um 2,5 Prozent entspricht.

Mit 147,7 Milliarden Euro stellen täglich fällige Gelder weiterhin die größte Position dar. Ihr Volumen hat sich innerhalb von drei Monaten überproportional um 3,8 Prozent erhöht.

Gleichzeitig hatten private Haushalte zum Ende des zweiten Quartals Verbindlichkeiten in Höhe von 187,5 Milliarden Euro, um 1,8 Prozent mehr als Ende März. Mit 175,5 Milliarden Euro handelt es sich dabei zu mehr als 93 Prozent um langfristige Kredite.

Ansprüche an Versicherungen

Private Haushalte hatten zur Jahresmitte 2018 Ansprüche an Lebensversicherungen in Höhe von 79,5 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Rückgang gegenüber Ende März um 1,3 Prozent. Ihr Anteil am gesamten Finanzvermögen der privaten Haushalte reduzierte sich damit von 12,5 auf 12,0 Prozent.

Kapitalgedeckte Pensionsansprüche stiegen im selben Zeitraum auf 44,1 Milliarden Euro. Sie erhöhten sich damit um 4,0 Prozent, ihr Anteil am Gesamtvermögen wuchs minimal von 6,6 auf 6,7 Prozent.

Ebenfalls einen (deutlichen) Anstieg verzeichneten Nichtlebensversicherungs-Ansprüche privater Haushalte. Sie stiegen laut OeNB um 28,1 Prozent auf knapp 4,8 Milliarden Euro.

Geldvermögensbildung auf Jahressicht

Die kumulierten Transaktionen privater Haushalte führten in den vorangegangenen vier Quartalen (1. Juli 2017 bis 30. Juni 2018) zu einer Geldvermögensbildung von mehr als 12,6 Milliarden Euro.

Den höchsten nominellen Anstieg verzeichneten in diesem Zeitraum täglich fällige Einlagen: Sie erhöhten sich um 17,8 Milliarden Euro, während sonstige Einlagen im Ausmaß von 7,7 Milliarden Euro aufgelöst wurden.

Einen negativen Beitrag zur Geldvermögensbildung haben auch die Versicherungen geleistet. Lebensversicherungsansprüche wurden in Höhe von 250 Millionen Euro aufgelöst, Nicht-Lebensversicherungsansprüche in Höhe von 340 Millionen und kapitalgedeckte Pensionsansprüche reduzierten sich um 503 Millionen Euro.

Weiterführende Information

Die „Statistiken – Daten und Analysen Q4-18“ können von der Website der OeNB heruntergeladen werden.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Darlehen · Lebensversicherung
 
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